2 In Wandern

10 Tipps für die erste Fernwanderung

Mit dem Alpe Adria Trail haben wir die erste Erfahrung mit einem Fernwanderweg gemacht. Auf 20 Etappen ging es über Stock und Stein durch die Berge – und dabei ging auch einiges schief. Doch da man aus Fehlern ja bekanntlich lernt, haben wir für euch ein paar essentielle Tricks zusammengeschrieben, die euch die erste Fernwanderung sehr erleichtern werden. 

1. Wasche niemals deine Wandersocken

Klingt eklig, ist auch so. Diesen Tipp haben wir selbst vor unsere Reise bekommen und er hat sich bewährt: Wäscht man die Wandersocken nicht und trägt sie mehrere Tage hintereinander, vermindert das das Blasenrisiko. Und tatsächlich – ich habe mir immer dann Blasen gerieben, wenn ich ein neues, frisches Paar Wandersocken angezogen habe. Schon nach einem Tag hatten sich die Socken dem Fuß angepasst und haben an keiner Stelle die Haut aufgerieben.

2. Wanderstöcke & Fahrradhandschuhe

Wanderstöcke sollte man beim Fernwandern nur in Kombination mit Fahrradhandschuhen nutzen. Zum einen, da man sich ohne Handschuhe in kürzester Zeit Blasen reibt, zum anderen, da man durch starken Schweiß immerzu vom Griff abrutscht, was gerade bei steilen Abstiegen gefährlich werden kann.

3. Einheimische sind die besten Wetterfrösche

Egal, was der Wetterbericht sagt: In den Bergen ist es immer hilfreich Einheimische nach ihrer Meinung zu fragen. Oftmals kennen sie die Besonderheiten der Region besser und können genauer einschätzen, wie lang es beispielsweise dauert, bis ein Gewitter herangezogen ist.

4. Kleine Plastikbehälter für Kosmetika

Beim Fernwandern zählt jedes Gramm, das ihr auf dem Rücken tragt. Besonders Kosmetika sind oft zu schwer, um sie in ihren Originalverpackungen mitzunehmen. Hinzu kommt, dass man selbst bei längeren Touren nur Bruchteile dessen braucht, was in den großen Flaschen und Tuben verkauft wird. Kleine Plastikbehälter sind also eine gute Lösung. Wir haben allerdings schon bei früheren Wanderungen die Erfahrung gemacht, dass die Reisebehälter von gängigen Drogerieketten nichts taugen. Fragt doch aber mal bei der Apotheke eures Vertrauens – diese verwenden in ihren Laboren oftmals leichte Plastikbehälter für Salben, die sehr zuverlässig schließen.

5. Nutze das Bergquellwasser

Wir haben viele Wanderer getroffen, die riesige Wasserblasen mit sich herumgeschleppt haben, obwohl die Gegend, in der wir unterwegs waren, sehr wasserreich war. Aufgrund des Gewichts unserer Rucksäcke hatten wir von Anfang nur eine 1-Liter Flasche pro Person und es war völlig unproblematisch, diese immer wieder mit frischem Bergquellwasser zu füllen. Das schmeckt nicht nur verdammt frisch und lecker, sondern war überall zugänglich.

6. Essen aus dem 5-Sterne Restaurant

Mehrmals hatten wir die Situation, dass wir sonntags oder spät am Abend in einen Ort abgestiegen sind und es dort – anders als auf den Hütten – kein günstiges Essen gab. Also haben wir, auch wenn es uns zunächst ziemlich peinlich war, in einem großen Hotel nach Brötchen vom Frühstück gefragt. Zu unserer Überraschung war das überhaupt kein Problem. Nach einigen Malen hat sich herausgestellt, dass je teurer das Hotel war, umso eher haben wir Brot und Belag für wenig Geld bekommen.

7. Drei Dinge an denen Du nicht sparen solltest

Es ist kein Problem, wenn das T-Shirt, das Du trägst kein teures Super-Hightech-Hiking-Shirt ist oder sich die Isomatte nicht von selbst aufbläst. Am Rucksack,  den Wanderschuhen und dem Zelt solltest Du aber unter keinen Umständen sparen, denn  diese drei Dinge nehmen jeden Tag eine essentielle Rolle auf deiner Tour ein.
Schmerzen die Füße und Du reibst dir große Blasen, kannst Du nicht weiterlaufen. Ein Rucksack, der nicht richtig passt, drückt, scheuert und das Gewicht nicht optimal verteilt wird dir deine Tour zu Hölle machen – denn schließlich, musst Du deinen Rucksack viele Stunden am Tag tragen, jeden Tag. Und das Zelt ist während des gesamten Trips dein Zuhause. Die meisten Billigzelte sind zu schwer, halten bei starkem Regen nicht stand und haben Gestänge aus Fiberglas, das sehr schnell bricht. Ein kaputtes, undichtes Zelt hätte bei unserer Tour wohl den Abbruch bedeutet.

8. Verwende Packsäcke

Packsäcke haben mehrere Vorteile: Zum einen schützen sie eure Klamotten vor Feuchtigkeit und Schmutz, zum anderen sorgen sie für Ordnung im Rucksack. Außerdem kann man sich mit einem Packsack problemlos das aufblasbare Kopfkissen sparen. Im Gegensatz zu den meisten Quechua Produkten, die wir getestet haben, sind die Packsäcke dieser Marke vollkommen in Ordnung und haben alle Strapazen überstanden.

9. Mit Panzertape hält alles

Gaffer- oder Panzertape ist die beste Möglichkeit, um alle kleinen und größeren Wehwehchen zusammenzuhalten. Eriks Wanderschuhe waren schon nicht mehr die jüngsten und nach drei Wochen löste sich die Sohle vom Schuh. Mithilfe des Tapes ließ sich die Sohle aber problemlos für die nächsten Tage am restlichen Schuh befestigen. Damit ihr nicht die schwere Rolle mitnehmen müsst, wickelt das Tape einfach in ein paar Schichten um eure Trinkflaschen.

10. Zu viel gepackt?

Für uns war der Alpe Adria Trail der Einstieg ins Fernwandern und so hatten wir natürlich nicht den Hauch einer Ahnung, was wir wirklich brauchen würden und wie viel wir tragen können. Schon nach den ersten Tagen war klar, dass wir viel zu viel Krimskrams dabei hatten (ja, ich hatte wirklich zwei Bücher eingepackt) und die Rucksäcke zerrten an unseren Schultern. Unser nächster Weg führte uns dann zur Post. Wenn man das Ziel mehr kriechend als gehend erreicht, wird man konsequenter beim Aussortieren der unnötigen Dinge, glaubt mir.

Ihr habt noch mehr Tipps? Immer her damit! Wir freuen uns, diese Liste zu ergänzen.

You Might Also Like

2 Comments

  • Reply
    Julia
    8. April 2016 at 11:35

    Huhu ihr zwei,

    das ist schon eine sehr gute Sammlung! 🙂 Habe mich in vielem wiedergefunden. Ich habe noch ein paar „Tipps“: die Packsäcke kann man auch durch andere Packsäcke – nämlich einfache Plastik-Zip Beutel – ergänzen. Man kann den Inhalt sehen und die sind superleicht. Die Kosmetiksachen kann man auch reduzieren, indem man z.B. feste Seifenstücke mitnimmt. (Außerdem keine Auslaufgefahr!). Die Zahnpasta Ajona ist auch super, da sie ne kleine Tube ist und superergiebig, da es sich um ein Konzentrat handelt. Und ein weiter Tipp: Merinokleidung. Stinkt nicht so schnell und sehr funktional.

    Liebe Grüße

    Julia

    • Reply
      Magdalena
      12. April 2016 at 14:22

      Hallo liebe Julia, danke für deine Tipps! Nach der Zahnpasta habe ich mal geschaut, die werden wir gleich bei der nächsten Reise testen. Und ein Merinoshirt wäre sicherlich eine gute Wahl gewesen, manchmal haben wir ganz schön gemüffelt 😀 Bei Gelegenheit ergänze ich die Liste! Liebst, Magda

    Leave a Reply

    *