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72 Stunden in Kuala Lumpur .#2

Drei Tage haben wir im funkelnden Kuala Lumpur verbracht und in drei Teilen möchten wir euch von unseren Erlebnissen und Eindrücken berichten. Der zweite Tag unseres Stopover-Aufenthalts auf dem Weg nach Indonesien führte uns zu den zauberhaften Batu Caves, in das Stadtviertel Bukit Bintang mit seinen riesigen Shoppingmalls und dem wohl besten Streetfood der Stadt und auf eine Rooftop Bar mit atemberaubenden Blick über Kuala Lumpur.

Zauberhafte Batu Caves

Unseren zweiten Tag starteten wir mit einem Ausflug zu den Batu Caves im Norden von Kuala Lumpur. Für knapp 1,50 € kauften wir die Fahrkarten im Bahnhof KL Sentral für die 20-minütige Hin-und Rückfahrt. Die Batu Caves wurden im 19. Jahrhundert von den Briten entdeckt und dienen seither den Hindus als heilige Stätte zur Verehrung verschiedener Gottheiten. Schon von weitem war die riesige Statue Murugans, dem Sohn Shivas, zu sehen. Wir hatten das Glück zu beobachten, wie die Sonne hinter dem Berg aufging und die Statue, noch während sie im Schatten lag, die ersten Sonnenstrahlen reflektierte.

Nach 272 schweißtreibenden Stufen erreichten wir den Eingang der Höhle, von der wir einen großartigen Ausblick über die Silhouetten der Stadt hatten. Die Höhle selbst, so glauben wir, war die eigentliche Pilgerstätte des Areals. Unter den beeindruckenden Gesteinsformationen war ein kleiner Tempel zu Ehren Murugans erbaut worden, den unzählige Einheimische ansteuerten. Beleuchtet wird die Höhle einzig von den Sonnenstrahlen, die durch die natürlichen Löcher in der Höhlendecke einfallen und so dem ganzen Szenario einen mystischen Glanz verleihen. Auf dem Weg zurück kommt man übrigens an ein paar kleinen Garküchen mit sehr leckerem indischen Essen vorbei – unbedingt roti canai (Brotfladen mit verschiedenen Currysoßen) probieren!

Ein Spaziergang durch Bukit Bintang

Gegen Mittag und zwei zuckersüße Kokosnüsse später fuhren wir mit der Monorail in das Stadtviertel Bukit Bintang, um im Einkaufzentrum Berjaya Times Square kindischer Weise Achterbahn zu fahren. Leider war diese in einen völlig überteuerten Karussell-Park integriert (ja, alles in einem Einkaufszentrum), sodass wir darauf dann doch verzichtet haben, dafür aber im Little Japan der Mall die wohl besten Onigiri fanden, die wir je gegessen haben. Für maximal 90 Cent gibt es die Reisecken dort mit allerlei Gemüsefüllungen, Algen, Hühnchen, bis hin zu Lobstersalat.

Buktit Bintang zählt definitiv zu den reicheren Stadtvierteln Kuala Lumpurs. Berjaya Times Square ist also nur eine von vielen überdimensionalen Shoppingsmalls, die von allerhand gehobenen Restaurants und Bars gesäumt werden. Für mich war der Kontrast zwischen diesem Luxus und der Armut, die wir in vielen Straßen gesehen haben allerdings so unangenehm, dass ich mich fast geschämt habe, die Malls zu betreten. Besonders am Vortag in Chinatown haben wir viele Menschen hinter den Krimskrams-Ständen im Dreck schlafen sehen. Erik kannte ähnliche Bilder schon aus Bangkok und konnte mich nach einiger Zeit beruhigen. Für mich waren das die ersten Stunden in Südostasien und es fiel mir wirklich schwer, mit diesen Bildern umzugehen und zu akzeptieren, dass dieser Kontrast zum Stadtbild gehört.
Trotzdem möchte ich an dieser Stelle noch eine kleine Empfehlung an die Technikfreaks unter euch loswerden: Wenige Meter vom Beryaja Times Square liegt der Plaza Lowyat – ein fünfstöckiges IT-Zentrum mit allen Telefonen, Laptops, Kameras & Gadgets, die es wohl gibt. Nicht nur, dass es total bizarr ist, dass die Produkte wie Obst auf dem Bazar verkauft werden, es gibt auch unzählige Produkte, die in Deutschland noch nicht einmal erhältlich sind. Wer also nach Kuala Lumpur reist und neue Elektronik braucht, sollte unbedingt vorbei schauen, denn laut Erik sind vor allem die Smartphones deutlich günstiger als bei uns.

Wir hatten zum Frühstück außerdem von ein paar anderen Backpackern den Tipp bekommen, in Bukit Bintang auf der Jalan Alor (Jalan = Straße) am Abend essen zu gehen – und es war jeden gelaufenen Meter wert. Hinter den Einkaufszentren versteckt sich eine breite Straße voller Garküchen, die ein wenig an Chinatown erinnert, aber am Abend zu einer riesigen, bunt erleuchteten Terrasse erwacht. In den Küchen gibt vorrangig chinesisches Essen, vielerlei Sate-Spieße (meist mit Hühnchen), jede Menge Seafood und frische Säfte. Wer eine empfindliche Nase hat, sollte diese Straße am Nachmittag unbedingt meiden und wirklich erst am Abend wieder kommen, wenn es aus den Küchen nach gebruzelten Köstlichkeiten duftet.

Der wohl luxuriöseste Abend in Kuala Lumpur

Unser absolutes Highlight – und damit der versprochene Geheimtipp für den wohl luxuriösesten Abend in KL – war die Helipad Rooftop Bar. Die Bar befindet sich einen angenehmen Spaziergang von der Jalan Alor und dem KLCC Park entfernt auf der Jalan Sultan Ismail. Das Gebäude, Menara KH, ist kaum zu übersehen. Wir hatten großes Glück gerade im richtigen Moment anzukommen, bevor die Rooftop Bar binnen Minuten voll besetzt war. Es ist also ratsam vorher zu reservieren und auch etwas schickeres anzuziehen, als das kurze Stadtbummeloutfit. Wir hatten nach einigen Beobachtungen ernsthaft das Gefühl, dass potenzielle Gäste erst auf einer Skala für „touristisches Auftreten“ gewertet wurden, bevor man ihnen einen Platz anbot (oder eben auch nicht).
Wir verbrachten dort, 34 Stockwerke über dem Getummel der Stadt, jedenfalls einen berauschenden Abend mit dem ein oder anderen Litschi Martini und Blick auf den Menara KL, die Petronas und viele beeindruckende Gebäude und konnten zusehen, wie deren funkelnde Lichter über der Stadt aufgingen.

Im dritten und letzten Teil unserer Serie über Kuala Lumpur entführen wir euch in verschiedene Moscheen, den Central Market und verraten, wie man einen verregneten Nachmittag in der malaysischen Hauptstadt verbringen kann.

Ihr wart auch in Kuala Lumpur? Wie habt ihr den starken Kontrast zwischen arm und reich empfunden? Kennt ihr ähnliches von anderen Reisen und wie geht ihr damit um?

Dieser Artikel ist Teil einer Serie über unsere Zeit in Kuala Lumpur. Noch mehr Sehenswerte Orte & Bilder findest Du hier: 72 Stunden in Kuala Lumpur – Tag 1 /// 72 Stunden in Kuala Lumpur – Tag 3

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