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72 Stunden in Kuala Lumpur .#3

Drei Tage haben wir in der Millionen-Metropole verbracht und in drei Teilen möchten wir euch von unseren Erlebnissen und Eindrücken berichten. Im letzten Teil dieser Serie entführen wir euch in die magische Welt der ältesten und größten Moscheen der Stadt, in den Central Market und in die grüne Oase Kuala Lumpurs. Wir verraten euch, wie man zu einer kostenlosen – und vor allem kühlen – Stadtrundfahrt kommt und welcher der wohl beste Unterschlupf bei einem tropischen Gewitter ist.

Ein Spaziergang von Masjid Jamek zum Central Market

Den letzten Tag unseres Stopovers begannen wir mit einem Spaziergang zum Central Market. Auf dem Weg kamen wir unter anderem an der Masjid Jamek vorbei, der ältesten Moschee der Stadt. Da gerade die Gebetszeit begann, konnten wir zwar den Muezzin hören, die Moschee aber nicht betreten. Trotzdem war der Anblick der Masjid Jamek einer der einprägsamsten unserer Reise in die malaysische Hauptstadt: Die Moschee liegt in einem überlaufenen Viertel an der gleichnamigen Bahnstation zwischen den beiden Flüssen Sungei Klang und Sungei Gombak vor einem riesigen Wall modernster Bürogebäude. Der Dimensionsunterschied zwischen den traditionellen rot-weißen chatris (Türme) und den riesigen polierten Fassaden war überwältigend. Sie wirkte inmitten der von Plastikmüll verseuchten Flüsse und den blinden Fenstern der Hochhäuser wie eine friedliche Oase längst vergangener Zeiten.

Nachdem wir vom Anblick der Moschee losgerissen und uns einen Weg durch die verstopften Gassen geschlagen hatten, erreichten wir am späten Vormittag den Central Market. Beim Lesen diverser Blogposts vor unserer Reise fiel auf, dass sich spätestens hier die Geister der Traveller schieden. Central Market ist tatsächlich ein Ort, an dem viele Händler minderwertige und wenig originelle Waren verkaufen. Nimmt man sich jedoch Zeit, kann man zwischen all dem industriell gefertigten Krimskrams durchaus interessante Kunstwerke entdecken – seien es Schmuckstücke, Schnitzereien oder chinesische Aquarelle. Schon die Halle selbst, ihre Böden und verwinkelten Gänge wirken an manchen Stellen wie eine kleine Wunderwelt aus Tausend und einer Nacht, wenn der Duft von Räucherstäbchen hindurch zieht.

Wem zudem die weiten Haremshosen gefallen, sollte unbedingt einen Blick in die zweite Etage werfen, denn dort gibt es unzählige Modelle ohne den typisch hohen (und unangenehmen) Gummibund.

Masjid Negara

Nach einem leckeren Frühstück im Food Corner des Central Market liefen wir weiter zur Masjid Negara, der Nationalmoschee Malaysias, wo wir als Nichtmuslime in Umhänge und Kopftuch gehüllt wurden. Im Vergleich zur Masjid Jamek wirkte die Masjid Negara steril und glatt. Für uns war es schwer in den riesigen Hallen dem islamischen Glauben wirklich näher zu kommen. Die Gebetshalle war weiträumig abgesperrt, um die Betenden nicht zu stören und es schien, als würden mehr Touristen als Muslime durch die Moschee wandeln. Trotzdem war die weitläufige Architektur mit ihren pompösen Säulen und großzügigen Wasseranlagen sehr beeindruckend, auch wenn das erhoffte Gefühl, eine neue Welt zu betreten ausblieb. Bei einem zweiten Besuch würden wir uns definitiv um eine Führung bemühen.

KLCC Park & letzte Rettung ins Aquarium

Da die Wege in Kuala Lumpur lang sein können, fuhren wir nach dem ermüdenden Besuch der Moschee mit einem der kostenlosen GO KL Busse noch einmal zu den Petronas Towers, um dort eine Pause im Park mit frischen Früchten zu machen und unsere Füße im Wasserpark zu kühlen (Achtung: Nicht von den aggressiven Parkaufsichten erwischen lassen, der Wasserpark ist nur für Kinder). An diesem Nachmittag erlebten wir auch zum ersten Mal ein tropischen Gewitter.


Keine Stunde, nachdem wir den Park betreten hatten, wandelte sich die Farbe des Himmels von stechend blau in rabenschwarz. Binnen weniger Minuten brachen Sturzbäche über uns herein und es war kaum noch möglich, trocken das nächste Gebäude zu erreichen. So kam es, dass wir eigentlich zufällig in das KLCC Aquarium stolperten und in Ermangelung eines Regenschirms unseren Nachmittag dort verbrachten.

Das Aquarium ist zwar kaum mit den nordeuropäischen Küsten-Centern vergleichbar, trotzdem spürte man deutlich, dass die Aufklärung über maritimen Artenschutz zentraler Bestandteil der Botschaft war, die man vermitteln wollte. Im Fokus standen vor allem der Schutz von Schildkröten und Haien, die man sogar in einem erstaunlich großen Becken zu sehen bekam.
Obwohl ich meist wenig begeistert von den allgemeinen Haltungsbedingungen der Tiere in Aquarien bin, war dieser Besuch überraschend positiv, sodass ich auch jedem Skeptiker diese wunderbare Schlechtwetter-Alternative empfehlen kann.

Goodbye, funkelde Stadt, goodbye, gemütlicher Schlafkasten

Nach unserem Besuch des Aquariums schüttete es nicht weniger als zuvor, sodass die Bahnen so von Menschenmassen überfüllt waren, dass man durch die Scheiben keine Gesichter, sondern nur noch plattgedrückte Gliedmaßen sah. Da wir beide auf diese Erfahrung verzichten wollten, machten wir unter unserer neuen Errungenschaft – einem zitronengelben Regenschirm – einen letzten nassen Spaziergang durch die Straßen der Stadt, bevor wir völlig erschöpft in unsere Schlafkästen fielen.

Übrigens: Unsere Schlafkästen im 6-Personen Mixed Dorm der Reggae Mansion, als auch die Duschen waren sehr angenehm und sauber. Störend war lediglich, dass das Hostel seinem Ruf als Party Hostel jede Nacht mit jahrealter Clubmusik reichlich Ehre machte, sodass Oropax ein absolutes Muss waren.

Ihr wart auch in Kuala Lumpur? Was habt ihr euch angeschaut, wie war eurer Eindruck der Millionen-Metropole?

Dieser Artikel ist Teil einer Serie über unsere Zeit in Kuala Lumpur. Noch mehr Sehenswerte Orte & Bilder findest Du hier: 72 Stunden in Kuala Lumpur – Tag 1 /// 72 Stunden in Kuala Lumpur – Tag 2

 

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