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Wie Du in 10 Schritten deine Reisekasse füllst

Du willst mehr reisen? Du sehnst Dich danach, mehr als ein oder zwei Mal im Jahr einen kleinen Citytrip in Europa zu unternehmen? Und Du möchtest vielleicht überhaupt viel aktiver sein, ein Hippie im Herzen und immer ganz nah an der Sonne? Ich möchte Dir Mut machen, Dich vermeintlichen Konventionen zu widersetzen und deine ganz eigenen Prioritäten zu setzten – auch wenn das bedeutet, vielleicht ein anderes Leben zu führen als deine Freunde. 

Setze deine Prioritäten neu.

Ich habe noch vor ein paar Jahren ein ganz normales Studentenleben geführt: Ausgehen mit den Freunden am Freitag, eine Flasche Wein oder ein paar Bier in der Kneipe, hinterher sind wir in den Club gegangen. Mein restliches Wochenende habe ich mir mit Kino und Konzerten versüßt oder habe mal einen Tag in Leipzig verbracht. Gelegentlich habe ich in neue Klamotten investiert. Dabei habe ich auch keine Unmengen Geld auf den Kopf geschmissen, aber das Konto war am Ende des Monats trotz Nebenjobs doch recht dezimiert.

Nach etwa einem Jahr verreiste ich das erste Mal gemeinsam mit meinem damaligen Freund. Da zudem auch unser gemeinsamer Freundeskreis gerade zerbrach, erwachten wir in diesen wunderbaren Wochen aus unserer Trance. Die gewohnten Freitagabende waren dahin und wir saßen hier, am Strand von Fuerteventura, neben unseren Surfboards und brauchten gar nichts mehr. Wir hatten uns, drei Shirts im Koffer und ein bisschen Kleingeld für Churros zum Frühstück – und das war genug. Es war perfekt.

Hier kommen wir nun zu dem wichtigsten Teil: In diesen Tagen haben wir zum ersten Mal gemeinsam Prioritäten gesetzt. Während wir bisher nie wirklich darüber nachgedacht haben, was wir mit unserer gemeinsamen Zeit anstellen wollen, waren wir uns jetzt sicher: Wir wollten reisen. Und ich nehme an – da Du hier bist – möchtest Du das auch.

Wenn ich sage, dass wir Prioritäten gesetzt haben, meine ich nicht, dass wir den Lohn unserer Nebenjobs in eine Reisekasse geschmissen haben und nur noch ein Mal im Monat ausgehen. Ich meine, dass wir unser gesamtes Leben nach dem Wunsch zu reisen ausgerichtet haben. Ich habe für Dich eine Liste mit all den Dingen erstellt, die wir seitdem in unserem Leben verändert haben. Während all unsere Freunde anfingen, in tolle Apartments zu ziehen oder einfach nur ihr Studentenleben in vollen Zügen genießen, hat es doch irgendwie Mut gekostet, auf einmal alles ganz anders zu machen. Die Checklist soll Dir zeigen, was wir bereit waren in unserem Leben zu ändern und vielleicht inspiriert sie Dich, deine Reisekasse kompromisslos überquellen zu lassen.

1. Du bist schön. Kleid #247 macht Dich nicht noch schöner.

Schau in deinen Kleiderschrank und verkaufe alles, was Du seit einem Jahr nicht angehabt hast. Es fiel mir zugegebener Maßen am Anfang sehr schwer, diese Empfehlung rigoros umzusetzen: „Dieses Top ist so hübsch, das könnte man doch toll mit einem grauen Cardigan…“ Bullshit. Was Du seit einem Jahr nicht getragen hast, wirst Du wirklich nicht mehr tragen. Melde Dich beim nächsten Flohmarkt, Kleiderkreisel oder eBay an und verkaufe deine Klamotten. Überlege auch, ob Du wirklich zehn Blusen brauchst und ob Du nicht auch mit deinen drei Lieblingsstücken weiterleben könntest. Ich verspreche, ich habe nicht ein verkauftes Teil vermisst.

2. Goodby IKEA-Stuff!

Ich wette, dass nicht nur dein Kleiderschrank viel voller ist, als er sein müsste – auch deine Wohnung ist bestimmt seeeehr wohnlich eingerichtet. Es wird also Zeit, deinen Dekokram, Lämpchen, Beistelltischchen, Spiegel und Figürchen von einer anderen Seite zu betrachten: All diese Dinge sind – solang sie keinen wirklich praktischen Zweck erfüllen – Staubfänger. Und wer macht schon gern sauber? Verkaufe & verschenke also, was Du nicht unbedingt einen praktischen Zweck erfüllt. Du möchtest reisen? Gut, dann wirst Du deine Wohnung eh nicht mehr so oft sehen. Womit wir zum nächsten Punkt kommen…

3. Wenig Dinge brauchen wenig Platz.

Je weniger Du hast, desto weniger Platz braucht dein Zeug und vielleicht reicht eine kleinere Wohnung. Und logischerweise bedeutet eine kleinere Wohnung, dass Du  weniger Miete zahlen musst. Erik & ich teilen uns 37 qm- samt Küche, Bad & Flur. Wir haben keinen Keller und keinen Dachboden. Alles, was wir besitzen, passt auf diese Fläche… Und trotz der Tatsache, dass wir wenig besitzen, ist unser kleines Refugium sehr hübsch, gemütlich & pflegeleicht.

4. Simplify your life.

Sollte Dir der Gedanke, dich von deinen geliebten Sachen zu trennen, jetzt doch irgendwie Unbehagen bereiten, kann ich Dich beruhigen: Es ging mir nicht anders. Ich habe nicht an einem Tag all meine Sachen hergeben können… Es war und ist ein langer Prozess der inneren Reinigung. Wenn Du noch unschlüssig bist, überzeugt Dich vielleicht der Artikel über die lebensverändernden Erfahrungen, die wir auf dem Alpe Adria Trail gemacht haben, als wir nicht mehr hatten als einen Wanderrucksack. Wenn das immer noch nicht reicht, hat Conni von Planet Backpack zwei sehr inspirierende Beiträge zum Thema Loslassen & Minimalismus auf Reisen.

Solltest Du jetzt aber vollkommen motiviert sein, dem Minimalismus zu frönen und in dein neues Leben als Reisende(r) zu starten, kannst Du mit dem 4-Quadranten-Prinzip ganz schnell Ordnung und Klarheit schaffen. Zugegeben, ich habe das Prinzip adaptiert, aber es funktioniert:

Das 4-Quadranten-Prinzip

Teile eine freie Fläche auf deinem Fußboden in vier Felder. [1] Wegschmeißen [2] Verschenken [3] Verkaufen & [4] Dinge, die Du innerhalb eines Jahres benutzt hast oder die Dich einfach glücklich machen. Ordne dann konsequent alle Dinge, die Du besitzt, sukzessiv den einzelnen Quadranten zu – von losen Blättern, über DVDs und jeden anderen Schnickschnack.
Entscheide schnell, bilde keine Zwischenhäufchen & fass jedes Stück nur ein Mal an.

5. Sharing is Caring.

Stell Dir bei jeder neuen Investition die Frage „Brauche ich das wirklich?“ zwei Mal. Vielleicht gibt es jemanden, der Dir leihen kann, was Du unbedingt brauchst. Gerade spezielle Küchen- und Haushaltsgeräte nutzt man so selten, dass es sich lohnen kann, ein Gerät nur zu leihen oder gemeinsam mit dem Nachbarn zu kaufen.

Zukunftskonzept

Bei Pumpipumpe – a sharing community kannst Du Sticker für deinen Briefkasten bestellen, die zeigen, was andere Leute bei Dir leihen können. Dieses Projekt könntest Du auch deinen Nachbarn oder im Studentenheim empfehlen, damit auch Du profitieren kannst 😉 Seit kurzem gibt es übrigens auch eine Karte, die zeigt, was Du ganz bei Dir in der Nähe leihen kannst.

6. Teil‘ Dein Auto.

Wenn Du ein Auto hast und auch nicht darauf verzichten kannst, gibt es viele Mitfahrzentralen wie Bla Bla Car, um Dich wenigstens gelegentlich bei den Spritkosten zu entlasten. Auf facebook findest Du mit Sicherheit auch eine Gruppe für Mitfahrgelegenheiten rund um deine Stadt. Und solltest Du dein Auto nur selten nutzen, lohnt es sich die laufenden Kosten für die Versicherung mit den gängigen Carsharing-Preise zu vergleichen.

7. Get ready to run.

Du gehst ins Fitnessstudio? Kündige und geh laufen, schwimmen oder fahr Fahrrad. Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich draußen zu bewegen. Mal ganz davon abgesehen, dass sich Muskelaufbau nicht mit dem Reisen verträgt – spätestens, wenn Du nach einer Reise wieder zu Hause ankommst, sind die Trainingserfolge dahin. Laufen kannst Du jedoch überall und es lässt sich auch prima in das Travel-Leben integrieren. Frag mal Carina von Travel Run Play… 😉

8. Koche selbst.

Ja, das ist keine neue Information, aber sei eine Sekunde ehrlich zu Dir selbst: Wie oft isst Du Pizza, Döner, oder nimmst etwas vom Asiaten mit nach Hause? Das frisst im wahrsten Sinne des Wortes eine Menge Geld. Wenn Du frisch kochst, kannst Du viel sparen und isst auch noch gesünder. Auf meinem Lieblings-Foodblog HEYJENNYPENNY gibt es übrigens sehr leckere und günstige fleischfreie Rezepte.

9. Netflix statt 0-8-15-Kino.

Du bist ein Filmjunkie!? Bin ich auch. Und ich liebe es ins Kino zu gehen. Allerdings gehe ich nicht mehr ins CineStar oder andere 0-8-15 Kinos – dafür ist das Geld zu schade. Umso lieber besuche ich ausgewählte Clubkinos, in denen nicht allein der (ARTHAUS)Film, sondern das Kinoerlebnis an sich im Vordergrund steht. In unserem lokalen Clubkino kostet ein Ticket gerade mal 3 Euro. Für alles andere gibt es Video on Demand, Netflix oder das altbewährte Sharing is Caring-Prinzip. DVDs kaufen wird damit auch überflüssig.

10. Qualität vor Quantität.

Wenn Du dann doch mal etwas neues kaufst, achte darauf, dass Du Qualität kaufst. Leider bewahrheitet sich der Spruch „Wer billig kauft, kauft zweimal“ eben doch häufig. Wenn Du nur noch wenig besitzt, bist Du viel mehr auf die Funktionalität deiner Sachen angewiesen, ganz zu schweigen vom Aspekt der Nachhaltigkeit. Ein wichtiges Thema in Punkto Qualität ist Obsoleszenzdie bewusste Beeinflussung der Lebensdauer von Produkten seitens der Hersteller. Viele Einzelhändler, besonders im Bereich des Outdoor-Equipment-Handels, sind inzwischen sensibilisiert und können hinsichtlich Langlebigkeit & Nachhaltigkeit oft besser beraten, als große Franchise-Unternehmen.


Natürlich habe ich Dinge, die ich nicht hergebe. Ich würde mich niemals von meinen Büchern trennen, denn die haben für mich einen sehr hohen ideellen Wert und tragen viele wunderbare Erinnerungen und Assoziationen in sich. Entscheide selbst, welche Dinge deinem Leben einen Wert hinzufügen und mit welchen Du deine Reisekasse füllen kannst.

Ich habe für Dich fleißig Tipps gesammelt, wie Du auch während deiner Reise Geld sparen kannst. Hier geht’s zum Artikel! Wenn Du auch weiterhin nichts verpassen möchtest, melde Dich gleich für den Newsletter an!

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