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BARCELONA, ein Fest (fürs Leben).

Während unserer Reise nach Barcelona hatten wir das Glück an einem heißen Tag mitten in ein Straßenfest zu stolpern – zum 100-jährigen Jubiläum des Hafenviertels, wie wir glauben. Es könnte aber eben so gut der 100. Geburtstag eines spanischen Nationalheldens gewesen sein 😉 Hunderte Trommler, Trompeter, Saxophonisten und Tänzer zogen stundenlang unter Girlandenteppichen und Konfettiregen durch die sonnendurchfluteten Straßen. Es war das Highlight unserer Reise und es sind ein paar wunderbare Aufnahmen dieses berauschenden Festes entstanden.

Nicht, dass ich ernsthaft meine bescheidenen Worte mit Hemingways literarischer Brillanz assoziieren möchte, doch kam mir unweigerlich beim Gedanken an das Hafenfest die Adaption seines Romantitels Paris, ein Fest fürs Leben in den Kopf.

Es ist ein unglaublich warmer Morgen im spanischen Frühling, die Sonne scheint und die Girlandenteppiche tauchen die Straßen des Hafenviertels in buntes Licht. Wir stehen in einer der malerischen Gassen, von allen Seiten dröhnt Trompeten- und Trommelmusik, die Straßen sind voller tanzender Menschen, im Minutentakt explodieren Konfetti- und Glitzerkanonen auf dem Balkonen und lassen die heiße, flimmernde Luft funkeln. Mit dem ersten Schritt in diese Straße ließen wir die Touristenmeile hinter uns.

Wirklich lang kann ich nicht still stehen. Nach der anfänglichen Euphorie die Szenerie mit der Kamera einzufangen, vergesse ich das Fotografieren und lassen mich von den Menschen mittragen, wippe erst zaghaft mit den Füßen, bis mich schließlich nichts mehr halten kann und ich mich dem Zug der Tänzer anschließe. Es ist ein Rausch – wie ein heißer Sommertag bei einem Festival, wenn Du beschwipst von Bier dein Lieblingslied hörst, alles um Dich herum vergisst und befreit jeden einzelnen Takt in die schwüle Luft tanzt.

Eine Band jagt die nächste durch die Straßen, zwischendurch kommen kleine Gruppen Saxophonisten. Die Bars haben alle ihren Ausschank an die Straße verlegt. Ich halte an, um ein eiskaltes Bier zu trinken, während ich den Vortrommler von La Gresca beobachte, wie er mit Trillerpfeife und Trommel schweißgebadet und völlig euphorisch seiner Gruppe die Melodien vorgibt.

Die Fußwege und Plätze sind überlaufen von Ballonverkäufern, die in der ohnehin schon bunten Szenerie schillernde Farbtupfer setzen. Beim Anblick der riesigen Ballonwolken wird mir klar, wie sehr mir ein glitzerndes Einhorn im Leben fehlt… Adrenalin und Bier haben die Annahme womöglich unterstützt, doch zum Glück ist meine Begleitung  der gleichen Meinung.

Es fällt mir zugegebener Maßen unglaublich schwer, die Stimmung zu beschreiben und wahrscheinlich gelingt es mir kaum die passenden Bilder in deinem Kopf zu malen, denn noch nie habe ich irgendwo ein solches Fest erlebt – und auch das Video und meine bescheidenen Videokünste zeigen lediglich die Ausschnitte, in denen es noch möglich war, die Kamera in den Händen zu halten. Nicht einmal die Stimmung zum Saint Patrick’s Day in Dublin kommt dem, was ich hier in Barcelona erlebt hab, gleich. Keine Sekunde setzt die Musik aus, selbst die Barkeeper hinter ihren Tresen tanzen, Mamis & Papis mit ihren Kindern auf den Schultern und kein Trommler wird müde die wilden Takte auf seinem Instrument zu schlagen.

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