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Georgien: Achalziche & das Höhlenkloster Vardzia

Vardzia

Die Festung Rabati in Achalziche und die Höhlenklöster in Vardzia waren mein ganz persönlicher Höhepunkt während unserer Reise nach Georgien. Hier, im kleinen Kaukasus, haben wir die beiden spannenden Bauwerke besichtigt, die wohl weltbesten Khinkali gegessen und die berühmte georgische Gastfreundschaft kennengelernt. In diesem Artikel erfährst Du, warum Du unbedingt diese beiden Orte besichtigen solltest, wie Du nach Achalziche und Vardzia kommst und auch, was die beiden Sehenwürdigkeiten so besonders macht.

Warum Du nach Achalziche und Vardzia solltest

Achalziche und die Klöster in Vardzia waren mein persönlicher Höhepunkt auf unserer Reise durch Georgien. Nachdem uns Kutaisi an den ersten beiden Tagen einen ordentlichen Kulturschock verpasst hatte, hatten wir uns inzwischen ausreichend an das Land, seine Kultur und seine Besonderheiten gewöhnt, sodass wir die Tour in den südlichen Teil des Landes sehr genießen konnten.

Um die Höhlenklöster in Vardzia zu sehen (unser eigentliches Ziel) solltest Du unbedingt eine Nacht in Achalziche oder Bordschomi übernachten. Die Tagestouren von Kutaisi und Tbilisi [Tiflis] sind einfach zu lang, als dass man den Ausflug wirklich genießen könnte.

Die Höhlen in Vardzia sind in ihrer Art so einmalig, so spektakulär und so gut erhalten, dass Du, wenn Du einmal in Georgien bist, diesen Kulturschatz einfach sehen musst. Wir mussten auch nicht lang überlegen, welchen der beiden Orte, Achalziche oder Bordschomi, wir als Ausgangspunkt für die Besichtigung nutzen wollten, da oberhalb der kleinen Stadt Achalziche die riesige, imposante Festungsanlage Rabati steht, die ich unbedingt sehen wollte.

 

So kommst Du nach Achalziche

Von Kutaisi nach Achalziche kommst Du mit der Maschrutka. Die Maschrutka fährt am Busbahnhof von Kutaisi. Da dieser Busbahnhof ein bisschen außerhalb des Stadtzentrums liegt, solltest Du bis dorthin ein Taxi nehmen. Die Maschrutkas fahren um 8.30 Uhr, 8.50 Uhr und 13.00 Uhr und brauchen knapp vier Stunden. Wir haben zum Zeitpunkt unserer Reise, im April 2018, 8 Lari pro Person bezahlt. Da das Fahren mit der Maschrutka wirklich eine spezielle Angelegenheit ist, habe ich im Reiseguide zu Georgien noch einmal ausführlich beschrieben, wie das in Georgien mit den Maschrutkas funktioniert

Einmal in Achalziche angekommen, warten schon viele Taxifahrer am Busbahnhof auf die Ankömmlinge.Wenn Dir nicht schon an dieser Stelle ein Fahrer eine Fahrt nach Vardzia anbietet, kannst Du später auch an deiner Unterkunft fragen. In Achalziche kennt jeder jeden und jeder wird zum Taxifahrer, wenn es darum geht, Touristen nach Vardzia zu bringen.

 

Übernachten in Achalziche

Obwohl Achalziche sehr klein ist, gibt es hier einige Guesthouses und ein paar wenige Hotels. In der Nebensaison ist es kaum nötig, vorher zu buchen, in der Hauptsaison ist es jedoch ratsam. Die meisten der Guesthouses befinden sich unterhalb der Festungsanlage.

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Unser Hotel, das Hotel Almi, liegt in der oberen Stadt, aber auch nur 10 Minuten Fußweg von der Festung entfernt. Dieses Hotel möchte ich Dir ganz besonders an Herz legen. Die Zimmer sind neu und wirklich hübsch und wir wurden sehr sehr herzlich empfangen. Das Hotel hat außerdem ein kleines Restaurant und eine gemütliche Terrasse, wo Du frisches, leckeres Essen bekommst.

 

Die Festung Rabati

Wie bereits erwähnt, war die Festungsanlage Rabati der Grund, weshalb wir uns für einen Zwischenstopp in Achalziche und nicht in Bordschomi entschieden haben. Achalziche selbst ist eher unscheinbar, sodass Du nicht viel Zeit benötigst, um die kleine Stadt zu sehen. Die Festung ist jedoch umso spektakulärer.

Rabati ist ein Zeichen der Toleranz. Noch nie zuvor habe ich einen solchen Ort erlebt. Hier haben Katholiken, Juden, Armenier, Orthodoxe, Christen und Muslime ihre eigenen Gotteshäuser und zeigen damit der Welt, dass Menschen der unterschiedlichsten Religionen friedlich und freundlich zusammenleben können.

Die Festung liegt auf einem Berg oberhalb des Flusses Potskhovi und besteht aus mittelalterlichen Bauwerken, märchenburgähnlichen Gebäuden und Türmen, Säulenarchitektur, Labyrinthen und Pavillons, unterirdischen Gängen, Gärten und Kirchen. Ihre Geschichte beginnt mit ihrer Erbauung im 9. Jahrhundert und war lange Zeit die Residenz des Jaqeli-Hauses, das über Jahrhunderte hinweg Teile Georgiens regierte.

Inzwischen befinden sich in der Festung das Rabati-Museum mit vielen Exponaten aus der Bronzezeit und auch einige Souvenirshops und Cafés. Die größte Aufmerksamkeit aber gilt der Moschee „Akhmedie“ mit ihrer goldenen Kuppel und der Synagoge. In der Synagoge wird, so wurde es uns während der Führung erzählt, eher selten gebetet, da nach jüdischen Regeln mindestens 10 Männer zum Gebet verpflichtet sind und es aber nur fünf jüdische Familien in Achalziche gibt.

Und auch, wenn die religiöse Bedeutung der Festung nach und nach ihrer touristischen gewichen ist, thront sie dennoch noch immer wie ein Mahnmal für interkulturellen Frieden und Toleranz auf dem Berg über der Stadt.

 

Von Achalziche nach Vardzia

Von Achalziche kommst Du innerhalb von etwa eineinhalb Stunden mit dem Taxi für etwa 60 Lari nach Vardzia. Der Weg führt durch ein sehr malerisches Flusstal und sicherlich hält Dein Taxifahrer gern an, damit Du ein Foto machen kannst. Auch kurz vor den Höhlenklöstern hast Du einen atemberaubenden Blick von einem Plateau auf die Höhlen und in das Tal. Du wirst den Schotterparkplatz auf der rechten Straßenseite ganz bestimmt nicht übersehen! Einmal bei den Höhlen angekommen, warten die Fahrer in der Regel vor Ort so lang, bis Du deine Besichtigung beendet hast.

Es ist jedoch auch möglich, von Achalziche mit der Maschrutka nach Vardzia zu kommen. Diese fahren 08.00, 10.00, 13.00 und 14.30 für 5 Lari. In diesem Fall hatten wir uns für ein Taxi entschieden, da sich uns die Möglichkeit bot, dieses mit zwei sehr netten Menschen zu teilen und wir so zudem die Option hatten, hier und da auszusteigen, um die Landschaft zu bestaunen und Fotos zu machen.

 

Die Höhlenklöster von Vardzia

Der Eingang zur Höhlenstadt befindetet sich kurz hinter dem beschriebenen Aussichtspunkt. Am Eingang sind auch der Parkplatz, der Ticketschalter, ein kleines Restaurant, in dem es sehr gute Khinkali gibt und ein paar kleine Souvenirstände. Der Eintritt kostet 5 Lari. Geöffnet sind die Höhlen Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Achte also unbedingt auf die Wochentage, damit Du nicht ausgerechnet einen Montag für diesen Trip planst. Für die Besichtigung solltest Du mindestens zwei Stunden einplanen.

Vom Ticketschlater aus kannst Du für zwei Lari den ersten kurzen Aufstieg mit der Maschrutka fahren, oder, wenn Du nicht ganz unfit bist, schaffst Du den 10-minütigen Anstieg auch locker zu Fuß. Egal, ob Du den Anstieg nun läufst oder fährst, empfehle ich Dir aber ein paar Wanderschuhe für diesen Ausflug. Die Treppen sind oftmals schmal, im Inneren der Höhlen sieht man sehr schlecht und überhaupt gibt es mindestens eintausend Stellen, an denen Du dir selbst als sportlicher Mensch schnell die Füße verletzen kannst.

Die Felswand, in die die Klöster geschlagen wurden, ragt fast senkrecht aus dem Tal heraus und ist mehr als 500 Meter hoch. Der Bauherr, der georgische König Giorgi III. ließ die Höhlenstadt als Festung gegen die Türken und die Perser erbauen. Seine Tochter, Königin Tamara, vollendete schließlich sein Werk und richtete die Stadt als Kloster ein, wo sie im 2. Jahrhundert während des zweijährigen militärischen Konflikts mit den Seldschuk-Türken mit ihrem Gefolge lebte.

Bei der Erbauung nutzten die Baumeister die Vor- und Rücksprünge im Gestein, um tiefe Höhlen in das Gestein zu hauen, die durch Tunnel, Treppen und Terrassen miteinander verbunden sind. Auf diese Weise entstanden 3000 Wohnungen auf sieben Stockwerken für 50.000 Menschen. Jede einzelne Wohnung bestand aus drei Räumen. Darüber hinaus gab es eine Schatzkammer, eine in einer Höhle gelegene Kirche, Bibliotheken, Wasserbassins zum Baden und Ställe. Das Wasser zur Versorgung wurde in Keramikrohren durch die Stadt geleitet. Die Hauptattraktion heute ist die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt mit einem Säulenportal und einem großen Saal.

Seit einem Erdbeben im Jahr 1283 sind nur noch 750 Räume erhalten. Noch heute aber, nachdem die Stadt längst zum Museum wurde, leben in Vardzia noch einige Mönche, die auch gern Fragen zum Kloster beantworten.

Weiter nach Kutaisi oder Tibilisi

Nach dem Ausflug nach Vardzia kannst Du von Achalziche aus noch problemlos am gleichen Tag nach Kutaisi oder Tbilisi fahren. Anderenfalls bietet die Region noch weitere Sehenswürdigkeiten, die Du mit dem Taxi von Achalziche aus erreichen kannst. Die Maschrutkas nach Kutaisi fahren um 10.40, 15.00 und 18.10 Uhr für 12 Lari und nach Tbilisi [Tiflis] von 6.20 bis 19.00 Uhr alle halbe Stunde für 20 Lari.


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