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Rumänien Off-Season: Die schönste Reiseroute durch Transsilvanien

Rumänien Reisen

Schaurige Nebellandschaften, mittelalterliche Burgen, Schlösser, Dracula, Braunbären, Pferdekutschen, … Rumänien hat sich uns während unserer Reise im November wirklich ganz wie eine Bilderbuchgeschichte gezeigt. Trotzdem ist hier natürlich nicht alles romantisch und auch unsere Reise selbst war dank eines kleinen Autounfalls, unserer hartnäckigen Erkältung und des fast durchgängig miesen Wetters ganz sicher nicht perfekt. In diesem Artikel möchte ich mich aber ganz auf die allerschönsten Seiten des Landes konzentrieren und Dir unsere Reiseroute durch Transsilvanien [Siebenbürgen] über Brasov [Kronstadt], Sibiu [Hermannstadt], Sighisoara [Schäßburg] und Sinaia vorstellen.

Dieser Artikel gibt Dir einen Überblick über alle vier Stationen unserer Reise, was Du in der Umgebung der einzelnen Orte unternehmen kannst (inklusive Wanderungen) und wie viele Tage Aufenthalt wir jeweils empfehlen würden. In den einzelnen Beiträgen zu Brasov, Sibiu und Sighisoara gehe ich näher auf die Sehenswürdigkeiten, Unterkünfte und Ausflüge ein. Dort findest Du dann auch Restaurant-Tipps und unsere persönlichen Eindrücke.

Im passenden Reiseguide [coming soon] findest Du zusätzlich alle Informationen, die Du für deine Reise brauchst – von der Anreise, über den Mietwagen & Autofahren, Preisen, typischen Speisen und natürlich auch spannendes Hintergrundwissen über das Land und seine Menschen.

Stop 1 – Brasov [Kronstadt]: Winterromantik, Dracula & Braunbären

Wir erreichten Rumänien am ersten Wintertag des Jahres. Schnee, so viel, dass die Äste der dunklen Nadelbäume schwer nach unten hingen, eisige Luft und der Duft nach heißem Glühwein. Auch, wenn Rumänien wahrscheinlich nur an wenigen Stellen des Landes wirklich romantisch ist – an diesem Tag in Brasov hatten wir schon ein wenig von dem Wintermärchen, auf das wir ja doch jedes Jahr aufs neue hoffen.

Brasov: Auf unserem Rückweg leider ohne Schnee

Brasov ist mit 250.000 Einwohnern eine der größeren Städte des Landes. Der historische Stadtkern jedoch ist wunderbar zu Fuß begehbar bietet einige wirklich spannende Sehenswürdigkeiten: Die Schwarze Kirche, der große Marktplatz mit seinem riesigen Weihnachtsbaum zur Weihnachtszeit, kuschelige Buchläden, der “Hausberg” Tampa, von dem aus man einen großartigen Blick über die Stadt hat, die alten Stadtmauern und das Schei-Viertel, um nur die wichtigsten zu nennen. In der Altstadt gab es außerdem eine Vielzahl an tollen Restaurants und Cafés, die unseren Aufenthalt komplettiert haben. Denn was ist schon schöner, als abends in einem hübschen Restaurant zu sitzen und das leckere landestypische Essen zu probieren!?

Schloss Bran: Die vermeintliche Heimat Draculas

Brasov war aber auch deshalb ein so toller erster Stop auf unserer Reise durch Rumänien, weil rund um die Stadt einige sehr schöne Ausflugsziele liegen. In maximal 30 Kilometern Entfernung erreichst Du unter anderem das berühmte Schloss Bran, die (vermeintliche) Heimat Draculas, die Burg Rasnov, die Tropfsteinhöhle Valea Cetatii und die Libearty Sanctuary, ein Reservat für gerettete Braunbären. Rückblickend war vor allem die Besichtigung des Bärenreservats das unangefochtene Highlight unserer Reise durch Rumänien.

Reisedauer: Wir empfehlen 2-3 Nächte. Das historische Stadtzentrum ist wirklich sehr schön aber nicht besonders groß. Für die Stadt selbst und eine Fahrt auf den Berg Tampa reicht ein Tag sicherlich vollkommen aus. Für die Besichtigung der beiden Kirchenburgen in Bran und Rasnov, die Höhle und das Bärenreservat solltest Du weitere eineinhalb Tage einplanen.

 

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Stop 2 – Zarnesti & Magura: Wandern im Gebirge Piatra Craiului

Nicht weit von Brasov entfernt liegt der kleine Ort Zarnesti, gleich am Fuß des Piatra Craiului Gebirge. Zarnesti ist wirklich winzig, hat aber neben einer guten Bäckerei, wo die Langosi heiß aus dem Ofen direkt in die Tüte kommen und dem kleinen Café “Jimmys Corner”, wo wir sehr leckere Pasta gegessen haben, auch eine wirklich gute Tourist-Info. Klar, die Tourist-Info ist ganz sicher nicht modern ausgestattet, allerdings haben die Mitarbeiter wirklich viele exklusive Wander-Tipps auf Lager. Sowohl Zarnesti als auch der höher gelegene Ort Magura sind die perfekten Ausgangspunkte für ein- aber auch mehrtägige Wanderungen.

Von Zarnesti erreicht man in etwa 20 Minuten das Bergdorf Magura. Für die Fahrt in das Dorf braucht es allerdings im Winter unbedingt einen Allradantrieb, da die Straße sehr schlammig ist und in vielen Serpentinen hinauf führt. Das Dorf ist aber ein echter Geheimtipp, für den sich die Fahrt wirklich lohnt! Einmal angekommen hat man von dort aus einen wirklich atemberaubenden Blick auf das Königstein- und Bucegi Gebirge.

Von Magura aus kannst Du beispielsweise zur Fledermaushöhle Pestera Liliecilor laufen. Alternativ bieten auch Hermann und Katharina Kurmes, die Betreiber der Pension Vila Hermani, geführte Wanderungen und Naturbeobachtungen an. Wir hätten sehr gern bei den beiden übernachtet, allerdings hatten sie leider gerade Betriebsruhe.

Solltest Du im Winter unterwegs sein und kein Auto mit Allradantrieb fahren, ist es auch möglich das Auto auf dem Parkplatz vor Beginn der Serpentinenstraße zu parken (Du kannst die Stelle nicht übersehen). Vom Parkplatz aus sind es nur eineinhalb Stunden zu Fuß nach Magura. Von diesem Parkplatz aus (oder von Zarnesti) beginnen außerdem auch zwei weitere Wanderrouten zur Cabana Curmatura. Für beide Strecken braucht man jeweils etwa 3 Stunden. Höhenprofile und GPS-Daten findest Du unter anderem bei maps.me oder komoot, Kartenmaterial bekommst Du in der Tourist Info in Zarnesti.

Wir hätten so so so gern in der Cabana übernachtet, allerdings waren wir auf unserer Reise ein wenig vom Pech verfolgt und konnten an beiden Tagen, an denen wir einen Versuch wagen wollten, die Hütte wegen Nebel und schlechtem Wetter nicht erreichen. Solltest Du mehr Details wissen wollen: John & Marc waren bei viel besserem Wetter unterwegs als wir und haben ihre Wanderung zur Cabana Curmatura auf ihrem Blog 1 THING TO DO beschrieben.

Reisedauer: Wir empfehlen, je nachdem wie viel Du wandern möchtest, 1-2 Nächte.

 

Stop 3 – Sibiu [Hermannstadt]: Urbanes Kontrastprogramm

Nach unseren ernüchternden Versuchen wandern zu gehen fuhren wir schließlich weiter in den Westen des Landes in die Stadt Sibiu. Sibiu ist weitaus größer als Brasov und hat uns mit einem wundervoll kitschigen Weihnachtsmarkt, hübschen Gassen, guten Restaurants und wirklich nennenswert schönen Kirchen überrascht.

Obwohl die Stadt viel größer ist als Brasov, ist es ganz leicht, sich in der historischen Altstadt zurecht zu finden. Piata Mare, Piata Huet und Piata Mica, die drei großen Märkte, liegen sehr nah beieinander. Am Piata Mare, dem großen Ring, findest Du das Filekhaus, die katholische Kirche, das erste Rathaus, ein kleines Stadtmuseum und das Brukenthalmuseum. Piata Mica ist geprägt von den vielen Restaurants und am Piata Huet findest Du die Evangelische Stadtpfarrkirche mit ihrem imposanten Glockenturm. In diesem kann man immer dann, wenn nicht gerade die Glocken läuten, das Geläut besichtigen und vom obersten Stockwerk den tollen Ausblick über die Stadt genießen.

Neben den vielen alten Gassen, Kirchen und historischen Gebäuden, gibt es auch eine große Einkaufsstraße und – etwas außerhalb – ein sehr schönes ethnologisches Freilichtmuseum an einem kleinen See. Im Winter ist es dort allerdings ziemlich trüb und wir konnten die Gebäude leider nur von außen betrachten. Im Sommer sind die Werkstätten jedoch geöffnet und überall kann man dann bei alten Handwerkstraditionen zusehen oder sie sogar selbst probieren: Kerzenziehen Pflaumendörren, Schnapsbrennen und vieles mehr, umgeben von Wald, Wiesen und Windmühlen.

Bei richtig gutem Wetter lohnt sich außerdem ein Ausflug zum Gletschersee Lacul Balea. Dieser liegt auf knapp über 2000m im Fagaras Gebirge. In den Sommermonaten erreicht man den See mit dem Auto über die Transfogarasche Hochstraße (die übrigens, wenn Du im Sommer verreist, unbedingt auf deiner Bucketlist stehen sollte). Von November bis Juni, also den Wintermonaten, braucht es dann schon die Seilbahn, denn dann ist die Straße gesperrt. Oben angekommen kannst Du auch in einem Iglu-Hotel oder einer Hütte übernachten. Auch das hätten wir so gern erlebt, allerdings hatten wir auch hier leider Pech mit dem Wetter.

Reisedauer: Wir empfehlen 2 Nächte und optional eine weitere Nacht am Lacul Balea.

 

Sighisoara [Schäßburg]: Die Heimat Draculas

Nordöstlich von Sibiu liegt die kleine Stadt Sighisoara – im Gegensatz zu Schloss Bran wahrscheinlich wirklich die Heimat von Graf Dracula. In dieser märchenhaften kleinen Stadt liegt das Geburtshaus von Vlad III. Draculea. Überraschenderweise wird hier allerdings sehr viel weniger Bohai um Dracula gemacht, als auf Schloss Bran, wo weder Dracula noch dessen Schöpfer Bram Stoker je residiert haben. Dafür kann man sich in dieser Stadt umso mehr wie in einem Gruselfilm fühlen, wenn man in der Dämmerung durch die dunklen, nur schummrig erleuchteten Gassen läuft oder den örtlichen Friedhof besucht.

Der Friedhof allein ist schon Grund genug die Stadt zu besuchen, besonders dann, wenn Du dich genauso sehr für märchenhafte Gruselatmosphären begeistern kannst wie ich. Besagter Friedhof liegt gleich hinter der Kirche, 150 fast endlos erscheinende Stufen über der Stadt. Hier knarzen alte Bäume über den alten, verfallenen Gräbern und hunderte krächzende Krähen komplettieren die Szenerie.

Auch, wenn wir uns wirklich sehr viel Zeit genommen, haben wir trotzdem nur einen halben Tag benötigt, um jede noch so kleine Gasse der Stadt zu erkunden. Im Umland gibt es allerdings noch einige wirklich schöne Kirchenburgen, an denen Du einen kleinen Zwischenstopp einlegen solltest. Besonders gut haben uns die Burgen Biertan und das Castelul Bethlen in Cris gefallen.

Castelul Bethlen

Auf dem Weg von Sibiu und auf dem Rückweg zurück nach Brasov kommst Du außerdem an den Kirchenburgen Valea Viilor, Alma Vii und Rupea vorbei. Rupea ist auch im Winter geöffnet, Valea Viilor und Alma Vii waren leider geschlossen.

Reisedauer: Wir empfehlen eine Nacht

 

Stop 4 – Sinaia: Wandern im Bucegi Gebirge

Letzter Stop auf unserer Reise durch Rumänien war die kleine Bergstadt Sinaia. In den warmen Monaten erwacht Sinaia zum Wanderparadies, im Winter gilt es als sehr beliebter Skiort. Die beiden örtlichen Bergbahnen führen auf jeweils 1400 m und 2000 m Höhe. In den dahinter liegenden Bergen des Parcul National Bucegi liegen unter anderem Wanderziele wie die “Sphinx”, der Wasserfall Urlătoarea, der Bergsee Bolboci und mehrere urige Berghütten, in denen man übernachten kann. Auch hier bekommt man im vergleichbar modernen Informationszentrum das entsprechende Kartenmaterial. Ich muss euch sicher kaum verraten, dass wir auch hier immer noch kein Glück mit dem Wetter hatten…

Allerdings liegen in der Stadt auch das imposante Schloss Peles und die wenig beachteten, kleineren Schlösser Foisor und Felisor. Peles ist im Gegensatz zu den vielen Kirchenburgen recht jung. Im 19. Jahrhundert ließ es König Carol I. als Sommerresidenz errichten. Damals, so zeigen es alte Bilder, war von der Stadt noch nichts zu erkennen und die Familie wohnte umgeben von dichten Wäldern auf den Anhöhen des Berges. Heute ist Peles eine der beliebten und meistbesuchtesten Sehenswürdigkeiten Rumäniens. Jetzt, im November, war es auf dem Gelände angenehm ruhig, im Sommer soll es aber ziemlich voll werden. Besser ist es also, das Schloss so früh wie möglich zu besuchen.

Wenn auch Du an einem grauen Tag in Sinaia sein solltest und darauf wartest, dass die Wolken endlich die Berge freigeben, lohnen sich darüber hinaus auch ein kleiner Abstecher zum Kloster und ein heißer Tee in dem hübschen Café Cafenea.

Reisedauer: Wir empfehlen eine Nacht in Sinaia und die eventuell zusätzlichen Übernachtungen in den Hütten des Nationalparks.


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  • Brasov (Kronstadt)
  • Sibiu (Hermannstadt)
  • Sighisoara (Schäßburg)
  • Reiseguide für Rumänien: Alles was Du für deine Reise wissen musst

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