Traumhafter Inle See – Tipps für deine Reise & Bootsfahrt

Traumhafter Inle See – Tipps für deine Reise & Bootsfahrt

Traumhafter Inle See – Tipps für deine Reise & Bootsfahrt

Wenn ich mich unter allen Orten, die wir in Myanmar bereist haben, für den schönsten entscheiden müsste, würde meine Wahl wohl ganz klar auf den Inle See fallen… wie im Bilderbuch liegt der riesige See zu Füßen einer Gebirgskette und funkelt im gleißenden Licht der Sonne, während auf ihm die berühmten Einbeinruderer mit fast schon artistischem Geschick auf ihren schmalen Booten balancieren. Doch nicht nur sie machen den See zu einem wirklich einzigartigen Ort: Mitten im Wasser wachsen hier riesige schwimmende Gärten, völlig surreal wurden sogar ganze Dörfer auf Stelzen im See errichtet und die verschlungenen Kanäle führen einen zu verschwunschenen buddhistischen Stätten, die man sonst so nur in Indiana Jones Filmen erwarten würde.

Weil ich kaum aufhören kann zu schwärmen, liest Du in diesem Beitrag alles, was Du für deine Reise zum Inle See wissen musst und was Dich bei deiner Bootsfahrt erwartet. 

Anreise zum Inle See

Der Inle See liegt im südlichen Shan-Staat, etwa 250 km südöstlich von Mandalay. Durch die weiten Strecken zwischen den touristischen Orten in Myanmar ist es auch in diesem Fall am bequemsten mit dem Flugzeug zum nächstgelegenen Flughafen Heho zu reisen. Dieser liegt zwar noch einmal ca. 40 Autominuten von Nyaung Shwe entfernt, ermöglicht Dir aber auf die langen, mitunter holprigen Busfahrten zu verzichten. Ein Flug von Mandalay kostet Dich beispielsweise etwa 50 – 75 Euro, das private Taxi vom Flughafen nach Nyaung Shwe noch einmal etwa 25.000 Kyat.

Günstiger kommst Du natürlich wie gewohnt mit dem Bus. Von Mandalay, Bagan, Yangon, Hpa-an und Hsipaw fahren täglich mehrere Buslinien und benötigen je nach Strecke zwischen 9 und 14 Stunden.

Übernachten am Inle See


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Wenn Du zum Inle See möchtest, hast Du entweder die Möglichkeit in Nyaung Shwe, einem kleinen Ort am nördlichen Ende des Sees, oder in einem der Ressorts weiter südlich direkt am Wasser zu übernachten. Uns gefiel die Vorstellung in Nyaung Shwe zu bleiben, da wir dort zu Fuß in die nahgelegenen Restaurants schlendern konnten, ohne erst noch einmal mit Roller, Fahrrad oder Tuktuk fahren zu müssen. Die Aussage des Lonely Planet, Nyaung Shwe sei heruntergekommen, können wir nicht teilen. Sicher ist der kleine Ort kein Vergleich zu den großen Städten, trotzdem machen die vielen Restaurants und Bars den kleinen Ort sehr beschaulich. Noch dazu hatten wir uns für ein wirklich hübsches Hotel entschieden:

Im Amazing Nyaung Shwe hatten wir ein großzügiges und wirklich schick eingerichtetes Zimmer samt einer kleinen Terrasse mit Liegestühlen direkt vor der Tür. Ganz besonders hübsch fanden wir das offene Bad mit einer großzügigen Marmorwanne und einem Wasserhahn in Form eines großen Elefanten aus Messing. Es ist zwar nicht so, dass ich bei der Wahl meiner Unterkünfte auf Details wie diese wert lege, doch jetzt, da ich mir schon mal von einem Elefanten die Haare waschen lassen konnte, war ich darüber auch nicht gerade unglücklich 😀 Doch ganz egal, ob Du nun auch auf solchen Schnickschnack stehst oder nicht, können wir Dir das Hotel wärmstens empfehlen.

Eine Bootstour über den Inle See

So ziemlich jeder, der an den Inle See kommt, macht dort auch die obligatorische Bootsfahrt. Immerhin ermöglicht nur die Fahrt mit dem Boot den Einblick in das Leben auf dem See und den Zugang zu vielen Orten, zu denen sonst keine Straßen führen. Trotzdem waren der See und die Sehenswürdigkeiten keinesfalls mit Touristen überschwemmt… auf seinen 22 km Länge und 11 km Breite verteilen sich die Boote so schnell, dass wir lediglich früh bei der Abfahrt, in dem schmalen Kanal nach Inthein und in einer Weberei andere Touristen gesehen haben. Davon abgesehen sind uns während der sechsstündigen Tour ausschließlich Einheimische begegnet. 

Die Fahrt buchst Du dabei entweder an deinem Hotel oder bei den Bootsfahrern selbst. Die findest Du in der Regel direkt beim Anleger an der Teik Nan Brücke, wenn sie nicht vorher Dich finden. Achte bei der Buchung aber auf jeden Fall darauf, dass deine Bootsfahrt auch einen Stop in Inthein beinhaltet. Das bedeutet zwar ein kleinen Umweg, ist aber tatsächlich das Highlight der Tour. Für die sechsstündige private Tour im Langheckboot zahlst Du ca. 20.000 – 25.000 Kyat. Den Zeitpunkt der Abfahrt kannst Du selbst festlegen. Wir empfehlen Dir, exakt den Zeitpunkt des Sonnenaufgangs zu wählen, da die Zufahrt von Nyaung Shwe bis zum See durch den Kanal etwa 20 Minuten in Anspruch nimmt. Damit ist garantiert, dass Du den See genau dann erreichst, wenn das Licht des Sonnenaufgangs die kleinen Wellen golden schimmern lässt, während sich die Silhouetten der Fischer vor der glitzernden Wasseroberfläche abzeichnen. 

Einziger Nachteil an dem zeitigen Aufbruch ist, dass es früh am Morgen wirklich noch empfindlich kalt ist auf dem See – vor allem dann, wenn Du wie wir in den Wintermonaten unterwegs bist. Ich hatte tatsächliche eine Leggins unter meiner Hose und zwei Pullover unter meiner Fleecejacke und habe im kalten Fahrtwind immer noch gefroren. Später wärmt die Sonne dann aber wie gehabt und brennt mitunter sogar so vom Himmel, dass Du dann auf jeden Fall eine Kopfbedeckung brauchst, da es auf dem Boot stundenlang keinen Schatten gibt. Ein ausgeklügeltes Zwiebeloutfit ist an diesem Tag also alles. 😉 

Zu Besuch bei den Einbeinruderern

Das erste, was Du früh auf dem See entdecken wirst, sind mit Sicherheit die berühmten Intha-Fischer, die mit ihren kegelförmigen Netzen jeden zweiten Reiseführer zieren. Mit einer einmaligen Rudertechnik balancieren sie ihre Langheckboote einbeinig über das Wasser. Dabei stehen sie mit einem Bein auf einer kleinen Plattform am Ende ihres Bootes, während sie mit dem anderen das Ruder umschlingen und bewegen. So bleiben den Fischern zwei freie Arme für ihre Netze. 

Allerdings – und das ist der unschöne Teil der Geschichte – posieren die Fischer mit ihren kegelförmigen Netzen nur noch für Touristen und fischen nicht mehr. Wir haben jedoch nur drei dieser Fischer gesehen, sodass zum Glück nicht der Eindruck eines Touristenzirkus entstanden ist. Die Rudertechnik selbst wird jedoch immer noch angewandt. Wir haben eine Vielzahl an Fischern mit anderen Netzen gesehen, die ihre Boote auf diese Weise bewegen.

Schwimmende Gärten

Auch in den schwimmenden Gärten scheint die Einbeinrudertechnik unerlässlich für die tägliche Arbeit. Nördlich von Nampan kultivieren die Intha Bauern hier nämlich riesige Gärten, in denen Blumen, Tomaten, Kürbisse und anderes Gemüse wachsen. Anstatt auf dem Boden wachsen die Pflanzen hier jedoch mitten im Wasser auf sogenannten Vegetationsmatten. Um sie zu pflegen, rudern die Bauern morgens und abends von Reihe zu Reihe und machen sich dabei besagte Rudertechnik zunutze, um beide Hände für die Pflege der Pflanzen frei zu haben.

Dörfer auf Stelzen

Unweit der schwimmenden Gärten erreichten wir schließlich auch die ersten Häuser. Obwohl mir das Prinzip längst auch Dokumentationen anderer Orte bekannt war, war es dennoch unglaublich spannend zu sehen, wie hier ganze Dörfer inklusive ihrer Tempel, Restaurants und Werkstätten mitten im Wasser errichtet wurden. Leider habe ich erst später von dem Ort Maing Thauk gelesen. Dieser Ort steht zur Hälfte im Wasser und auf Land und wird über eine 412 m lange Holzbrücke mit dem Ufer verbunden. Sicher wäre es kein Problem gewesen, den Ort zusätzlich zu besuchen. 

Handwerksbetriebe und Webereien

Innerhalb der Dörfer gibt es eine ganz ähnliche Infrastruktur wie an Land. Das bedeutet, dass es hier natürlich trotzdem jede Menge Werkstätten und Manufakturen gibt. Während unserer Tour haben wir einige besucht, darunter eine Silberschmiede, in der jede Menge wunderschöner Schmuck hergestellt wird, eine Weberei und eine Zigarrenfabrik. Ganz besonders spannend war dabei für uns die Lotusspinnerei, da der Inle See tatsächlich weltweit der einzige Ort ist, an dem aus Lotus Seide gesponnen wird. Dabei werden in einem aufwändigen Verfahren aus dem Stängel der Lotuspflanze einzelne, feine Fäden gewonnen, die dann erst per Hand verzwirnt und später auf einer Spule zu Garn gesponnen werden. Auf diese Weise entsteht ein wirklich einzigartiges, hochwertiges Naturprodukt, das sieben Mal teurer ist als herkömmliche Seide.

Entgegen aller Erwartungen haben wir uns in keiner der Werkstätten in einer Situation wiedergefunden, in der wir uns dazu genötigt gefühlt hätten, etwas zu kaufen. Wir wurden weder in Verkaufsräume gedrängt noch hatten wir ein schlechtes Gewissen, als wir mit leeren Händen zurück zum Boot gegangen sind. Nichtsdestotrotz fand ich den Schmuck der Silberschmieden so schön, dass ich mir einen Ring mit einem typischen Shan-Motiv gekauft habe. Die kleine kreisrunde Scheibe, spiralförmig gewickelt aus einem feinen Silberfaden mit einer kleinen Kugel in der Mitte, ist das Symbol des Mondes und tatsächlich so an keinem anderen Ort in Myanmar zu finden. 

Die Padaung-Frauen

In den Werkstätten wirst Du unter Umständen auch auf die berühmten Padaung Frauen (besser bekannt als Long-Neck-Woman) treffen. Sie stellen eine der knapp 135 ethnischen Volksgruppen Myanmars und leben zumeist in den Bergen im Südosten des Landes. Sie sind deshalb unter allen ethnischen Gruppen besonders bekannt, weil sie goldene Ringe tragen, die im Laufe ihres Leben einen extrem langen Hals formen. Bereits mit 5 Jahren bekommen die Mädchen ihren ersten Ring um den Hals und auch unter die Knie. Ab dann werden in regelmäßigen Abständen neue Ringe hinzugefügt, bist die erwachsenen Frauen maximal 25 dieser Ringe um den Hals tragen. Die wiegen dann schon mal zwischen 6 und 10 Kilo! Entgegen aller Annahmen wird dabei jedoch nicht der Hals gedehnt, sondern Schultern, Schlüsselbeine und Rippen so verformt, dass es scheint, als hätten die Frauen einen extrem langen Hals. Je mehr Ringe eine Frau dabei trägt, desto höher ist ihr Ansehen in der Gesellschaft. (Wichtig: “Giraffenfrau” ist für die Padaung Frauen eine Beleidigung!)

 Etwas befremdlich ist nur, dass es neben den Padaung Frauen, denen man am Inle See vornehmlich in den Webereien begegnet, auch einen speziellen Foto-Spot gibt, an denen sich eine junge und eine ältere Frau gegen Geld fotografieren lassen. Viele jüngere Frauen lehnen die Fortführung der Tradition wegen der offensichtlichen gesundheitlichen Risiken ab… die Vorstellung, dass das lukrative Geschäft mit den Fotos dazu führen könnte, dass junge Frauen trotz ihrer Bedenken die Ringe tragen könnten, gefällt mir überhaupt nicht. Deshalb ärgere ich mich auch sehr, dass ich das “Geschäftsmodell” erst bemerkt hatte, als ich eine der Frauen (das Bild in schwarz-weiß) bereits um ein Foto gebeten hatte. Vielleicht ist es deshalb besser, das Geschäft nicht weiter zu befeuern und nur authentische Situationen zu fotografieren (anderes Bild).

Am Markt an der Phaung Daw Oo Pagode

Ein weiterer spannender Stop während der Bootstour ist die Phaung Daw Oo Pagode. Ganz ähnlich, wie man es aus Venedig kennt, erhebt sich der imposante Bau aus dem Wasser und ist umgeben von unzähligen der langen schmalen Boote, die hier anlegen. Viel spannender als die Pagode selbst fanden wir jedoch das Treiben auf dem Wasser und den Markt hinter der Pagode. Am Inle-See rotiert ein 5-Tages-Markt durch fünf verschiedene Städte und Dörfer. Am Tag unserer Tour fand er gerade hinter der Pagode statt und es hat uns sehr viel Freude gemacht, an den Ständen vorbeizuspazieren und die Fischer zu beobachten, wie sie mit ihrem frischen Fang ankamen.

Verwunschenes Inthein

Absolutes Highlight der ganzen Tour war jedoch die Fahrt in das verwunschene Dorf Inthein. Über viele kleine Schleusen windet sich der Kanal unter einem dichten Blätterdach immer tiefer vom See in Land hinein, bis wir schließlich eine kleine Anlegestelle mit türkisblau funkelndem Wasser erreichten. Inthein ist vor allem für seine Shwe Inn Thein Pagode mit hunderten Stupas bekannt, die oberhalb einer langen Treppe auf einem Hügel liegt. Die erste Gruppe von Stupas befindet sich aber noch rechterhand am unteren Ende der Treppe und ist so zerfallen und von grün überwuchert, dass man glaubt, man würde sich in einer Indiana Jones Kulisse wiederfinden. Überall haben sich knochige Bäume einen Weg durch die alten Dächer gebahnt, grüne Schlingpflanzen haben Besitz von den Mauern ergriffen und hier und da lassen sich Überreste der einst detailreichen Reliefs von Buddhas, Tieren und Chinthe erkennen.

Lässt man die zerfallen Stupas hinter sich, führt einen unweigerlich eine breite, überdachte Treppe zur Pagode. Links und rechts der langen flachen Stufen finden sich unzählige Souvenirstände mit wirklich auffällig schönen Waren, wie wir sie sonst während unserer Reise nicht wieder entdeckt haben. Oben angekommen offenbart sich dann der Blick über sage und schreibe 1054 Stupas aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Einige von ihnen wurden restauriert, andere neigen sich in irren Winkeln. Hier kann man wirklich eine ganze Weile damit zubringen, zwischen den Stupas entlang zu schlendern und ihre Ruinen zu erkunden. Wenn Du möchtest, kannst Du außerdem oberhalb der Pagode einen Aussichtspunkt erreichen, der dir einen Blick von oben auf die vielen Stupas und den See bietet. Hierfür musst Du allerdings entweder einen Trampelpfad hinter den verfallenen Stupas am unteren Ende der Treppe wählen oder Du gehst auf einen der Jungen zu, die am Zugang zur Treppe auf Touristen warten und ihnen eine Fahrt mit dem Motorrad anbieten.

Essen in Nyaung Shwe

Das allerbeste Essen während unserer Reise hatten wir tatsächlich am Inle See. Etwa 15 Minuten mit dem Roller (oder Tuk Tuk) von Nyaung Shwe entfernt liegt die Bamboo Hut versteckt und idyllisch an einem Feld mit Blick auf die gegenüberliegende Bergkette. Bei einem Blick in Tripadvisor war das Restaurant mit mehr als eintausend großartigen Bewertungen kaum zu übersehen… und zurecht: Hier sitzt man in einer offenen Hütte aus Bambus mit Blick über den hauseigenen Garten und genießt richtig frisches Essen, für das das Gemüse sogar manchmal erst bei Bestellung vor deinen Augen geerntet wird. Wir kamen gleich zwei Mal zum Essen und waren am Ende wirklich traurig, dass wir nicht noch mehr Zeit in Nyaung Shwe hatten, um doch noch einen der angebotenen Kochkurse zu belegen. 

Natürlich gibt es neben der Bamboo Hut auch noch mehr tolle Restaurants in Nyaung Shwe. Beispielsweise haben wir im Live Dim Sum House richtig leckere Dim Sum und vegetarische Frühlingsrollen gegessen. Selbst die Chinesin am Nachbartisch fand, dass die Gerichte wirklich authentisch waren und kein bisschen anders geschmeckt haben als bei ihr zu Hause. Und auch im Restaurant Sin Yaw bekamen wir wirklich leckere Gerichte aus der Shan-Küche mit hausgemachten Nudeln – zum Glück aber mit selbst wählbarem Schärfegrad 😉 

Sonnenuntergang am Red Mountain Estate

Da die meisten Bootstouren bereits am Nachmittag enden, bleibt immer noch ein bisschen Zeit für Entdeckungen in und um Nyaung Shwe. Nach unserem verspäteten Mittagessen in der Bamboo Hut fuhren wir deshalb mit dem Fahrrad in etwa 25 Minuten zum Red Mountain Estate. Das Weingut liegt malerisch in den Hügeln, umgeben von Reben und blühenden Bäumen. Von hier hatten wir beim Sonnenuntergang einen traumhaften Blick über die Landschaft und konnten dabei zusehen, wie die Sonne den Himmel in die schönsten Orange- und Rosatöne färbte, bevor sie schließlich hinter den Bergen verschwand.

Um ganz ehrlich zu sein, ist es aber vor allem die Atmosphäre und weniger der Wein selbst, die das Red Mountain Estate zu einem so tollen Sonnenuntergangs-Spot macht. Falls Du also normalerweise nicht gerade Wein aus dem Tetrapack trinkt, ist hier ein Bier oder eine Cola doch der bessere Sundowner. 😉


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