3 Lieblings-Wanderungen in der Sächsischen Schweiz

3 Lieblings-Wanderungen in der Sächsischen Schweiz

3 Lieblings-Wanderungen in der Sächsischen Schweiz

Wenn Du diesen Artikel hier liest, sind die Corona Zeiten hoffentlich längst vorbei. Gerade jetzt, mitten drin, fühle ich mich aber selbst in all dem Elend ganz gesegnet, dass ich so nah an der Sächsischen Schweiz wohne und zumindest bis jetzt die Möglichkeit habe, in der atemberaubend schönen Natur des Elbsandsteingebirges bei kleinen Wanderungen zur Ruhe zu kommen.

In diesem Artikel möchte ich Dir deshalb unbedingt drei meiner liebsten Wanderungen in der Sächsischen Schweiz vorstellen, die selbst in dieser schlimmen Situation die Kraft haben, zumindest für ein paar Stunden Glück und Ruhe zu spenden. Du findest hier also die Beschreibungen zu den märchenhaften und abenteuerlichen Wanderungen im Kirnitzschtal, im Uttewalder Grund und hinauf zu den Schrammsteinen inklusive Link zur jeweiligen GPS-Datei bei outdooractive. 

Lieblings-Wanderung in der Sächsischen Schweiz #1: Der märchenhafte Uttewalder Grund

Länge: 10,3 km
Höhenmeter: 150 positiv, 150 negativ
Dauer: 3 Stunden

Link zur GPS-Datei

Die Wanderung durch den Uttewalder Grund ist mit drei Stunden Gehzeit (ohne Pause, Staunen und Fotografieren) vielleicht nicht die herausforderndste, dafür aber eine der allerschönsten Touren, die ich je im Elbsandsteingebirge entdeckt habe. Ich gehe die Runde von Lohmen immer dann, wenn ich doch mal nur einen halben Tag Zeit habe oder nach echtem Märchenzauber suche. Die erste Hälfte der Wanderung führt schon wenige hundert Meter nach Beginn in ein verwunschenes Tal, in dem man nur wenig Fantasie braucht, um an Elfen und Kobolde zu glauben. 

Auf einem schmalen Weg läuft man hier vorbei an riesigen, bemoosten Felsen durch dichten Nadelwald immerzu neben einem kleinen Bach entlang, der sich wild plätschernd durch das Gehölz windet. Wenn sich dann auch nur ein winziger Sonnenstrahl seinen Weg durch die Baumkronen bahnt, schimmert das ganze Tal in den schönsten Grüntönen des Waldes und lässt die Lichter auf dem Wasser tanzen, während sich über ihm sanfte Nebelschleier erheben.

Am allerliebsten gehe ich diese Runde im Frühling, wenn die Kälte des Tals die letzten Überreste des Winters schützt, als wolle es seine eisigen, glänzenden Schätze vor dem Schmelzen bewahren. Hinter jeder Felsspalte lassen sich dann neue zauberhafte Eisformationen entdecken… Eiszapfen und kleine gefrorene Wasserfälle, von Eis ummantelte Zweige und Blätter, Eisschollen, unter denen Pflanzen hervorbrechen…

Am Ende des Tals führt einen der zweite Teil der Wanderung aus dem Tal hinauf in den wärmenden Wald, vorbei an einem aussichtsreichen Punkt bis hin zum Basteiparkplatz. Am Basteiparkplatz darfst Du dich nur nicht von der Umgebung abschrecken lassen… schon wenige hundert Meter später führt ein schmaler Wanderweg wieder weg von Straße und hinein in einen ausgesprochen schönen Wald. Hier ist es fast schon ein kleines Ritual, an den Lichtungen linkerhand des Weges anzuhalten und ein paar Mal tief ein- und aus zu atmen, die Natur zu hören und den Wald zu riechen, bevor ich dann die letzten vier Kilometer zurück nach Lohmen laufe.

Lieblings-Wanderung in der Sächsischen Schweiz #2: Über Leitern hinauf zu den Schrammsteinen

Länge: 15,1 km
Höhenmeter: 490 positiv, 490 negativ
Dauer: 5 Stunden

Link zur GPS-Datei

Während die Wanderung im Uttewalder Grund eher märchenhaft und beschaulich ist, ist die Tour über den Wildschützensteig zu den Schrammsteinen richtig abenteuerlich. Ich liebe diese Wanderung deshalb so sehr, weil man hier auf knapp 17 Kilometern in den Genuss all der Dinge kommt, die die Sächsische Schweiz zum berühmten Wanderparadies machen: Eine Überfahrt über die Elbe, Ausblicke auf die einzigartigen Sandsteinformationen, Leitern und Stiegen, die in luftiger Höhe auf schmale Grate führen und die unverwechselbare Wärme, die die Waldlandschaft hier ausstrahlt. Wenn Du dazu noch das “Grand Budapest Hotel” so sehr magst wie ich, wirst Du dich sicher auch riesig darüber freuen, dass diese Wanderung gleich zu Beginn zu dem historischen Personenaufzug führt, mit dem auch Monsieur Gustave fuhr.

Ich beginne diese Tour immer am Bahnhof in Bad Schandau. Von hier sind es nur wenige Meter bis zur Anlegestelle der kleinen Fähre unterhalb des Bahnhofs. Von frühmorgens bis kurz vor 10 am Abend tuckert die Fähre alle 30 Minuten ins Ortszentrum von Bad Schandau. Aktuell (Stand 03/2020) kosten die Tickets 2,40 Euro pro Person für Hin- und Rückfahrt. 

Vom Stadtzentrum aus ist es dann gar nicht mehr weit bis zum Aufstieg in Richtung Schrammtor. Die ersten Höhenmeter nehme ich am liebsten, indem ich mir eine Fahrt mit besagtem Personenaufzug gönne – natürlich, um ein bisschen zu schummeln und weil das beim Gedanken an Monsieur Gustave jedes Mal aufs Neue so viel Spaß macht. Ab dem Ausstieg führt der Weg dann stetig hinauf zum Schrammtor – einem wirklich spektakulären Felsgebilde. Ab dieser Stelle wird die Wanderung nun wirklich abenteuerlich: Über schmale Leitern führt der Weg steil an den Felswänden bergauf bis zum Gratweg. Dieser Teil gefällt mir immer am allerbesten… wenn ich mit Händen und Füßen in teilweise schwindelerregender Höhe entlang des schmalen Weges über Felsen kraxeln und dabei nach allen Seiten den atemberaubenden Ausblick über die Sächsische Schweiz genießen kann.

Am Ende des Gratwegs wartet dann eine riesige Aussichtsplattform in Form eines Felsmassivs, von dem aus man einen großartigen Ausblick auf die Schrammsteine hat. Da die Schrammsteine aus dichtem Wald aufragen, ist diese Aussicht im Herbst, wenn die Blätter der Bäume in allen erdenklichen Rot- und Gelbtönen schimmern am allerschönsten. Ab hier führt der Weg dann recht unspektakulär, aber durch schönste Waldlandschaften zurück fast parallel zurück nach Bad Schandau. Je nachdem, wie es den Füßen geht, hast Du am Ende sogar nochmal die Möglichkeit, mit dem Aufzug zu fahren. Wenn nicht, führt aber auch ein einfacher Weg zurück in den Ort.

Lieblings-Wanderung in der Sächsischen Schweiz #3: Durch die zauberhafte Klamm im Kirnitzschtal

Länge: 12 km
Höhenmeter: 350 positiv, 350 negativ
Dauer: 4 Stunden

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Ich habe bisher wohl keine Wanderung so oft gemacht wie diese… Trotz dessen, dass Hinterhermsdorf – der Ausgangspunkt dieser Tour – am hinterletzten Eck von Sachsen und damit trotzdem gute eineinhalb Stunden Fahrt von meiner Heimatstadt entfernt liegt, komme ich hier seit Jahren immer und immer wieder her. Im Gegensatz zur Schrammstein-Runde ist diese Wanderung vielleicht nicht ganz so ambitioniert, doch sie verspricht einen perfekten Wandertag voll schöner Erlebnisse mit allem, was neben dem Wandern selbst so richtig glücklich macht: Wunderschöne Wälder, eine Kahnfahrt durch eine verwunschene Klamm inklusive hausgemachtem Eierlikör, der hier am Hexenhäuschen verkauft wird, Leitern und Stiegen, die auf Aussichtsplattformen führen, Badestellen am Fluss und richtig deftiges Bauden-Essen am Ende der Wanderung.

Zugegeben kann es dadurch an sonnigen Ferienwochenenden oder an Feiertagen rund um die Obere Schleuse schon mal ganz schön voll werden, allerdings ist das ganze Erlebnis dennoch so bescheiden, dass man keine Angst haben muss, ausgerechnet in Hinterhermsdorf Teil einer massentouristischen Bewegung zu werden.

Ab dem Wanderparkplatz in der Buchenparkhalle führt der Weg zunächst über natürliche Stufen und vorbei an bemoosten Felsen hinunter zur Kahnstation “Obere Schleuse”. An dieser Stelle kann man schon einen ersten Blick in die verwunschene Klamm erhaschen… am Tickethäuschen liegen die grünen Kähne malerisch im Wasser, während links und rechts von dem schmalen Kanal hohe Felsen und Bäume aufragen. Von Ostern bis Oktober werden die Kähne von Flößern durchs Wasser gefahren… ein wundervolles Erlebnis, das einem eine unbeschreiblich schöne Perspektive auf dieses kleine Naturwunder ermöglicht. Tickets kosten aktuell (Stand 03/2020) 5 Euro. An dieser Stelle findest Du übrigens auch besagtes Hexenhäuschen, an dem es neben kleinen warmen Speisen auch den besagten, hausgemachten Eierlikör gibt. Glaub mir, das lohnt sich 😉 

Sollten die Kähne nicht fahren, führt alternativ auch ein schmaler Wanderweg oberhalb des Wassers immer tiefer ins Tal hinein, bis er schließlich auf die Anlegestelle an der unteren Schleuse trifft. Solltest Du dich gegen die Kahnfahrt und für eine Wanderung dieses Abschnitts entscheiden, lohnt sich trotzdem der kurze Abstieg über die Stufen hinunter zum Wasser. Von dort hast Du einen tollen Blick ins Tal, wo der Kanal sich hinter dem Schleusentor in einen kleinen, wilden Fluss verwandelt und einen Weg in den Wald bahnt. 

An dieser Stelle wird es spannend. Gleich hinter dem Ausstieg an der Unteren Schleuse kannst Du zwischen zwei steilen Aufstiegen hinauf zur Schlegelhütte wählen. Während dich der eine über Stufen hinauf führt, führt dich der andere (der viel aufregendere) über eine Stiege durch einen schmalen Felsspalt. Und wenn ich hier von “schmal” spreche, meine ich das tatsächlich: Mein kleiner Rucksack (20 Liter) schleift immer schon links und rechts an der Felswand, wenn ich geduckt auf Händen und Füßen langsam jede Stufe einzeln nehme. Wenn Du nicht gerade klaustrophobisch veranlagt bist, macht das aber riesigen Spaß und spätestens der Ausblick von der Schlegelhütte entschädigt alles 😉 

An diesem Punkt der Wanderung, kannst Du dich entscheiden, ob Du in etwa einer Stunde zurück zum Ausgangspunkt läufst oder ob Du die Stufen zurück nach unten nimmst, um anschließend noch eine kleine Weile entlang der Kirnitzsch zu laufen, die in dem ausgesprochen schönen Tal fröhlich vor sich hin plätschert. Da der Flusslauf und das Ufer an vielen Stellen in der Sonne liegen, kann man dort im Sommer sogar in das eisigkalte Wasser springen ohne hinterher im Schatten des Waldes zu erfrieren. 

Am Ende der Wanderung wartet dann an der Buchenparkhalle richtig leckeres Bauden-Essen auf Dich. Obwohl ich ja sonst fast ausschließlich vegan esse, freu ich mich immer schon Tage vorher auf die Makkaroni mit hausgemachtem Gulasch und Käse. Aber auch die Buttermilchplinsen mit Heidelbeeren und Sahne sind der Knaller!


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