Prag: 7 Must-Sees für deinen ersten Besuch in Tschechiens Hauptstadt

Prag: 7 Must-Sees für deinen ersten Besuch in Tschechiens Hauptstadt

Prag: 7 Must-Sees für deinen ersten Besuch in Tschechiens Hauptstadt

Da Prag gerade einmal 2 Stunden Autofahrt von meiner Heimatstadt Chemnitz entfernt liegt und noch immer neben Paris, Edinburgh und Gent zu meinen allerliebsten Städten zählt, komme ich mehrmals im Jahr hierher. Inzwischen kenne ich die Sehenswürdigkeiten der Stadt also in- und auswendig und habe auch jede Menge schöne Ecken fernab der Touristenpfade entdeckt. Trotzdem weiß ich noch ganz genau, wie aufgeregt ich war, als ich die ersten Male nach Prag kam: Endlich die Astronomische Uhr sehen, über die Karlsbrücke schlendern und den riesigen Burgkomplex besuchen…

Auch, wenn ich den “Travel like a Local” Trend liebe, heißt das noch lang nicht, dass mich die bekannten Sehenswürdigkeiten der Städte nicht interessieren. Im Gegenteil: Die touristischen Sehenswürdigkeit sind doch oftmals genau das, was all die romantischen Assoziationen zu den Städten hervorruft. Ein Paris ohne den Eiffelturm wäre eben nicht Paris. Deshalb liebe ich es genauso sehr, die Sightseeing-Highlights zu besuchen, wie später in die kleinen Galerien, Pubs und Kinos der Kieze abzutauchen. In diesem Beitrag findest Du deshalb die 7 wichtigstens Must-Sees für deinen ersten Besuch in Prag. Wenn Du dann deinen Sightseeing-Durst gestillt hast, bleibt sicher immer noch genug Zeit für die Geheimtipps! 😉

Die Astronomische Uhr am Altstädter Ring

Eine große Menschentraube sammelt sich am südlichen Ende des Altstädter Rings, Kameras und Handys werden in die Höhe gestreckt… hier muss es sein: Die Astronomische Uhr. Mit goldenen Ziffern und Zeigern hängt die berühmte Uhr schon seit dem 15. Jahrhundert glänzend an der Südmauer des gotischen Bauwerks. Einzelne Teile sind sogar noch viel älter! Das Zifferblatt zum Beispiel wurde bereits im Jahr 1410 gefertigt. Verziert wird es von verschiedenen Figuren wie der eines Sensenmanns. Später, im 17. Jahrhundert wurde die Uhr zudem durch bewegliche Figuren der 12 Apostel ergänzt, die sich auch heute noch zu jeder vollen Stunde in Bewegung setzen. Sonnen- und Mondzeiger zeigen die Mondphasen und den Fortschritt im Jahr an, während die Ekliptik der Tierkreiszeichen zeigt, in welchem Sternzeichen die Sonne gerade steht. 

Im Rathausgebäude ist es übrigens sogar möglich, einen Teil des Uhrwerks von Innen zu bestaunen. Mit dem Ticket (250 CZK Stand 10/2020) für die historischen Innenräume kannst Du außerdem mit dem Fahrstuhl auf den Rathausturm fahren. Von oben hat man einen wirklich tollen Blick über die Altstadt und die umliegenden Stadtbezirke! 

Hinkommen: Die nächstgelegene Metro Haltestelle ist Staroměstská (Linie A)

Meine persönlichen Tipps für den Altstädter Ring:

  • Dům U Minuty (das Haus zur Minute) gleich am Rathauskomplex ist nicht nur ein wunderschöner Renaissancebau, sondern auch ein Wohnhaus Kafkas, in dem er mit seinen Eltern lebte
  • mit mehr Zeit: Ein Besuch des Klementinum mit seiner atemberaubend schönen Bibliothek
  • Kult bleibt Kult: ein Besuch im Sex Machine Museum (allerdings erst am Abend, wenn die Tagestouristen wieder abgereist sind)

Die Karlsbrücke

Lässt man sich vor dem Rathaus von den Menschenmengen mittragen, erreicht man wenige hundert Meter später unweigerlich die Karlsbrücke – eine der ältesten Steinbrücken Europas. 1357 wurde ihr Grundstein gelegt und der Bau nach dem Vorbild der Steinernen Brücke von Regensburg 1402 beendet. Begrenzt wird sie von den beiden Türmen, die gleichsam das Tor zu der belebten Brücke bilden. Während früher auch Pferdebahnen und später elektrische Bahnen über die Brücke fuhren, ist sie heute den Fußgängern vorbehalten. Wahrscheinlich gibt es auch überhaupt keinen Zeitpunkt, zu dem hier nichts los ist. Musiker und Bands spielen, Künstler zeichnen Karikaturen und Portraits, Kunsthandwerker verkaufen schönsten, handgefertigten Schmuck, den man so auch in keinem Souvenirladen finden wird. Begleitet wird das Spektakel von dem romantischen Blick über die Moldau hinüber zur Prager Burg. Zahlreiche Heiligenfiguren säumen die Brüstung, darunter auch die des böhmischen Priesters Jan Nepomuk, der hier in die Moldau geworfen wurde. 

Übrigens ist es auch hier möglich, die beiden Brückentürme zu besteigen (100 CZK Stand 10/2020). Ich persönlich mag den Ausblick vom Altstädter Brückenturm mit Blick auf die Prager Burg am liebsten.  

Hinkommen: Die nächstgelegene Metro Haltestelle ist Staroměstská (Linie A), alternativ zur Bahnhaltestelle Karlovy lázně (Linien 2, 17, 18, 22, 93), besser jedoch zu Fuß durch die Altstadt

Meine persönlichen Tipps für die Karlsbrücke:

  • auch wenn die vielen Touristen anderes vermuten lassen: Die Künstler und Kunsthandwerker verkaufen wirklich tolle und individuelle Souvenirs. Besonders den Schmuck wirst Du so an keiner anderen Stelle wieder finden
  • von der Altstadt in Richtung Burg: Kurz vor dem Ende der Brücke führt eine sehr hübsche Treppe linkerhand hinunter zur Kampa

Die Kleinseite

Auf der anderen Seite der Karlsbrücke angekommen, befinden wir uns nun im Stadtviertel Mala Strana oder deutsch: der Kleinseite. Dieses Stadtviertel ist neben Karlín mein allerliebstes in Prag und definitiv eine Sehenswürdigkeit für sich. Ich liebe die hellen, gepflasterten Straßen, die opulenten Barockbauten, die grüne Kampa an der Moldau, die niedlichen Cafés und ganz besonders den Buchladen Shakespeares & Synove… Nimm dir also auf jeden Fall die Zeit für einen kleinen Spaziergang, bevor Du später zur Burg pilgerst. Dann nämlich wird Dich dein Weg auch direkt zur berühmten John Lennon Wall führen. 

Die John Lennon Wall

Auch, wenn die bunte Mauer inmitten der reinlich hellen Straßen des Stadtviertels sehr auffällt, könnte man sie doch fast für eine ganz normale Wand voller Graffitis halten – wären da nicht die vielen Leute mit ihren Kameras und der ein oder andere Künstler, der gegen ein bisschen Kleingeld Polaroids schießt. Wir stehen vor der John Lennon Wall – einem Mahnmal der friedlichen Rebellion.

Doch von vorn: John Lennons Musik und die der Beatles waren zu Zeiten des Kommunismus in der damaligen Tscheslowakei natürlich verboten und wurde deshalb besonders bei den Jugendlichen umso mehr verehrt. Sie waren die Helden der tschechischen Jugend. Kurz nachdem Lennon 1980 erschossen wurde, verwandelte ein Unbekannter eines Nachts die Mauer zum Malteser Garten zu einem improvisierten Denkmal – inklusive Portrait von Lennon und Zitaten aus seinen Songs. Immer wieder wurden heimlich neue Zitate und Gedanken hinzugefügt – und das, obwohl die Obigkeit die Wand überstreichen ließ. Nachdem 1988 schließlich auch Beschwerden an der Regierung auf der Wand auftauchten, stießen hunderte Studenten und die Polizei auf der Karlsbrücke zusammen. Nachdem schließlich auch 1998 ein weiterer Versuch missglückte, die Mauer zu überstreichen, wurde sie nicht nur zum Symbol für den Sieg über das damalige Regime, sondern gleichsam auch zum Mahnmal für freie Meinungsäußerung und die friedliche Rebellion. 

Heute ist es zwar nicht mehr erlaubt, die Wand zu besprayen, doch dürfen sich Besucher trotzdem mit Kreide und Markern verewigen. Jedes Mal, wenn Du also die John Lennon Wall besuchst, wird sie ein kleines bisschen anders aussehen als zuvor.

Im Kafka Museum

Nur ein paar Gehminuten entfernt findest Du auf der Kleinseite außerdem das Kafka Museum. Neben dem Künstler Mucha zählt Kafka als gebürtiger Prager zu den wohl wichtigsten Persönlichkeiten der Stadt. In der einzigartigen Kulisse der ehemaligen Ziegelbrennerei bekommst Du einen Einblick in das Leben und die Werke des gebürtigen Pragers. Dabei kannst Du sogar einen Blick auf die Erstausgaben und in seine Tagebücher werfen. Ein Ticket kostet aktuell (Stand 10/2020) 260 CZK. Ich persönlich liebe die Ausstellung – nicht zuletzt, da ich seine Werke schon zu Schulzeiten immer verschlungen habe. Allerdings kann es auch nicht schaden, gleich früh oder vor Schließzeit die Ausstellung zu besuchen, da hier auch gern mal ganze Touristenbusse abgeladen werden.

Hinkommen: Mit der Metro A zur Haltestelle Malostranka oder mit der Bahn zur Haltestelle Malostranské náměstí

Meine persönlichen Tipps für die Kleinseite:

  • der Buchladen Shakespeares a Synové
  • ein Spaziergang durch den Kampa-Park
  • ein Besuch im Museum für Moderne Kunst Kampa
  • eine Tasse Tee und eine Rumkugel im Café Bella Vida oder
  • ein Stück hausgemachter Honigkuchen in dem kleinen Café an dem Mühlrad direkt hinter der John Lennon Wall
  • ein Abstecher zum Květinářství U Červeného Lva, dem wohl schönsten Geschäft für Trockenblumen, das ich je gesehen habe und
  • zum Marionettenladen Marionety Truhlář

Auf der Prager Burg 

Nach einem Spaziergang durch die Kleinseite ist es an der Zeit, sich wieder in den Strom der Menschen einzureihen und hinauf zur Prager Burg zu pilgern. Achte dabei darauf, dass Du unbedingt über den malerischen Platz Malostranské náměstí mit der St. Nikolaus Kirche läufst. Oben hinter den Toren angekommen, befindest Du dich dann im größten geschlossenen Burgareal der Welt – mit einer Vielzahl an Bauten, Gassen, Gärten und heiligen Stätten, die sich um die drei Schlosshöfe reihen. Gebaut wurde die Burg bereits im 9. Jahrhundert – damals aber noch nicht in ihren heutigen Ausmaßen. Mehrmals hat sie ihr Aussehen verändert. So wurde sie beispielsweise im 14. Jahrhundert um den monumentalen Bau des Veitsdoms ergänzt. Bis heute ist die Burg die Residenz des Präsidenten der Tschechischen Republik. Deshalb kannst Du auch heute noch täglich 12.00 die Wachablösung am Eingang beobachten. 

Wusstest Du übrigens, dass sich der Prager Fenstersturz von 1618 genau hier ereignete? Der Statthalter des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Ferdinand II wurde im Ludwigsflügel aus dem Fenster geworfen, was schließlich der Auslöser für den folgenden Dreißigjährigen Krieg war und Europa für immer verändern sollte. Besagten Raum gibt es auch heute noch. Mit einem Ticket für aktuell 350 CZK (Stand 10/2020) kannst Du 

  • den Veitsdom samt Südturm
  • den alten Königspalast 
  • das goldene Gässchen 
  • die St. Georgs Basilika 
  • und die vielen Gärten

besichtigen. Bring deshalb unbedingt ein bisschen Zeit mit, es lohnt sich! Indianerehrenwort.

Hinkommen: Am einfachsten zu Fuß durch die Kleinseite

Meine persönlichen Tipps für die Prager Burg:

  • der Ausblick vom Südturm des Veitsdoms
  • ein Spaziergang durch die Fürstenberg Gärten
  • der romantische Weihnachtsmarkt an der Prager Burg mit dem riesigen Weihnachtsbaum
  • ein Besuch der Burg am Abend (bis 21 Uhr ist das Gelände geöffnet und ist dann traumhaft beleuchtet und fast menschenleer)

Das Jüdisches Viertel

Die Geschichte der Juden in Prag erzählt vom Leben und der reichhaltigen Kultur einer der bedeutendsten jüdischen Gemeinden Europas – aber auch von Ausgrenzung, Unterdrückung und Verfolgung bis hin zum Holocaust. Die Juden lebten in Prag lange Zeit ihrer Rechte beraubt in Josefov, der Judenstadt inmitten der Prager Altstadt. Die Übermittlungen erzählen schon seit dem 11. Jahrhundert von Gräueltaten und blutigen Pogromen, bei denen immer wieder tausende Juden brutal ermordet wurden. Mit der Verleihung der Bürgerrechte an die Juden, durften sie sich ab 1848 auch in anderen Stadtteilen ansiedeln. Infolgedessen zogen viele wohlhabendere Familien aus dem ehemaligen Ghetto weg, das Viertel verkam und die Häuser verfielen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde deshalb ein Großteil der damaligen Gebäude abgerissen und durch zahlreiche prachtvolle Jugendstilbauten ersetzt, die auch heute noch diesen Teil der Altstadt prägen. Zwischen Ihnen blieben jedoch sechs Synagogen, der alte jüdische Friedhof, die Zeremonienhalle und das jüdische Rathaus erhalten, die heute allesamt zum Jüdischen Museum zählen. 

Solltest Du zu wenig Zeit haben, um alle Stätten des Jüdischen Museums zu besuchen, empfehle ich Dir wenigstens einen Blick in die Spanische Synagoge als die wohl architektonisch schönste und die Pinkas Synagoge mit dem angrenzenden Friedhof. Wenn Du so feinfühlig bist wie ich, solltest Du vor dem Besuch in der Pinkas Synagoge tief durchatmen. Jeder Zentimeter der Wände ist mit den Namen von 78.000 tschechischen Holocaust-Opfern beschrieben. Obwohl ich inzwischen schon zum zweiten Mal in der Synagoge war, musste ich zwischendurch raus, weil mir die Wirkung der beschriebenen Wände schier die Luft genommen hat. Ein eindrucksvoller Besuch ist es allemal. Mit dem Ticket fürs Jüdische Museum (420 CZK Stand 10/2020) und etwas mehr Zeit, kannst Du aber natürlich auch die Maisel Synagoge, Klausen Synagoge, die Altneu Synagoge, die Zeremonienhalle und die Robert Guttmann Galerie besuchen. 

Hinkommen: Mit der Metro A zur Haltestelle Staroměstská

Meine persönlichen Tipps für das Jüdische Viertel:


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Wenn Du jetzt genug Gassen der Prager Altstadt gesehen hast, dir den Bauch mit Baumstrietzeln vollgeschlagen, Dir die Beine von all der Aussichtsturmkraxelei weh tun und Du noch nicht von einem Segway über den Haufen gefahren wurdest, ist es an der Zeit, Prag richtig kennenzulernen! Neben den vielen Sightseeing-Highlights warten in der Stadt die schönsten Parks, Biergärten, Galerien, alte Kinos, Streetfood-Festivals, Märkte und Kieze auf Dich. 

In diesen Beiträgen findest Du jede Menge Geheimtipps:

 

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