Algarve intensiv: 16 (Geheim)tipps & Ausflugsziele für die Südküste Portugals

Algarve intensiv: 16 (Geheim)tipps & Ausflugsziele für die Südküste Portugals

Algarve intensiv: 16 (Geheim)tipps & Ausflugsziele für die Südküste Portugals

Die Algarve ist nicht ohne Grund das beliebteste Urlaubsgebiet Portugals – ein Postkarten-Traum mit türkisblauen Buchten im Süden, wild und ungezähmt im Westen. Knapp 4 Wochen war ich vergangenen Herbst an der Algarve unterwegs und hatte nicht nur Zeit, die schönsten Strände, sondern auch jede Menge Sehenswürdigkeiten fernab der bekannten Hotspots wie Lagos oder der Benagil Cave zu entdecken. In diesem Beitrag findest Du meine 16 liebsten Ausflugsziele an der Südküste der Algarve – darunter auch einige Geheimtipps, die Du so ganz sicher auf keinem anderen Reiseblog lesen wirst.

1. Ein Ausflug nach Silves

Silves, einst das kulturelle Zentrum während der maurischen Herrschaft in Portugal, zählt mit seiner Burg und der ältesten Kathedrale der Algarve noch immer zu den sehenswertesten Schätzen der Südküste Portugals. Neben den beiden Sehenswürdigkeiten sind es aber vor allem die schmalen Gassen mit ihren vielen Restaurants, Cafés und Läden, die die Stadt so charmant machen. Ganz im Gegensatz zu Lagos oder Alvor wirkt Silves dabei dennoch verschlafen. Gerade oberhalb der Kathedrale wandelt man fast allein unter den leuchtend pinken und lilafarbenen Bougainville-Bäumen.

Für einen Ausflug nach Silves solltest Du etwa einen halben Tag einplanen. So bleibt genügend Zeit, um durch die Gassen zur Burg zu spazieren. Mit ihren roten Mauern und den elf erhaltenen Türmen prunkt sie als unübersehbares Zeugnis der muslimischen Baukunst auf dem Hügel oberhalb der Stadt. Den Abend verbringt man anschließend am besten mit einem feinen Tapas auf der Terrasse der Weinbar Segredo dos Mouros.

2. Spazieren und Joggen am Boardwalk von Alvor

Während meiner Zeit an der Algarve, habe ich es oft als gar nicht so leicht empfunden, eine geeignete Jogging-Strecke zu finden. Umso glücklicher war ich, dass meine Unterkunft in unmittelbarer Nähe zum Boardwalk am Strand von Alvor lag. Hier verbinden breite Holzstege und sandige, aber feste Wege die Dünenlandschaft über 2 km Länge mit dem Strand. Während der Ebbe entstehen am Strand außerdem sogenannte Tide Pools, in denen man jede Menge Einsiedlerkrebse und Seesterne beobachten kann.

Während man also zur einen Seite das Meer rauschen hört, liegt zur anderen der pittoreske Hafen von Alvor. Auch die Stadt selbst ist einen kleinen Bummel wert – spätestens am Abend, wenn man auf der Suche nach einem authentischen Essen. Besseren Fisch als in der Churrasqueira Mercado de Alvôr habe ich sonst nirgendwo bekommen.

3. Sonnenuntergang & Midnight Swimming am Praia dos Três Irmãos

Nur wenige hundert Meter vom Boardwalk in Alvor entfernt, wo der flache Strandabschnitt endet, erheben sich aus dem Meer die spektakulären Felsformationen des Praia dos Três Irmãos. Zahlreiche Felsnadeln, Höhlen und Gänge säumen hier die Ufer, sodass ein Spaziergang fast zu einem kleinen Abenteuer wird – vor allem dann, wenn die Wellen des Atlantik wild aufbrausend zwischen den Felsen brechen. Dabei sollte man jedoch immer die Gezeiten im Blick behalten, da während der Flut einige Strandabschnitte vollständig überflutet werden. Bei Ebbe jedoch kann man die meisten Höhlen betreten und in den Tide Pools nach Seesternen, Seeigeln und Krabben Ausschau halten.

Insider-Tipp: Auch wenn die Bar Canico, so wie sie in den Fels gebaut wurde, wirklich außergewöhnlich ist, lohnt sie sich bestenfalls für einen Sundowner. Sowohl Atmosphäre als auch Qualität haben anscheinend unter der einzigartigen Lage gelitten. Viel schöner ist es, sich gemeinsam mit den Locals und einem Bier an den Strand zu setzen und sich gemeinsam mit ihnen in die nächtlichen Wellen zu werfen.

4. Bummeln durch die schönste Stadt der Algarve: Olhão

Bei allen Städten, die ich an der Algarve besucht habe, hat mich keine so begeistert wie Olhão. Sie ist eine der wenigen der Region, deren Haupteinnahmequelle nicht der Tourismus ist. Vielmehr handelt es sich bei Olhão um eine alte Fischerstadt, in der auch heute noch der Fischfang viele Familien ernährt. Obwohl Olhão erst im 18. Jahrhundert errichtet wurde und deshalb keine historischen Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, verzaubert sie viel mehr mit ihren traditionellen Fischerhäusern, die mit ihren strahlenden weißen Fassaden ein Labyrinth aus schmalen Gassen bilden. Sich zu verlaufen gehört zum Besuch also dazu wie eine Straßenbahnfahrt zu Lissabon. Früher oder später wird man dabei jedoch immer die Uferpromenade mit ihrem geschäftigen Fischereihafen erreichen. Verkauft wird der Fisch neben anderen frischen Lebensmitteln im Mercados de Olhão.

Übrigens kannst Du den Stadtbummel hervorragend mit einem Ausflug in den Naturpark Ria Formosa verbinden. Nach einem Frühstück im Figo de Pita lässt es sich ohnehin ausdauernder nach Chamäleons suchen 😉

5.Wildlife-Spotting im Naturpark Rio Farmosa

Beim Parque Natural da Ria Formosa handelt es sich um ein einzigartiges Lagunensystem bei Faro, das sich über 60 km im Mündungsbereich des Ria Formosa an der Küste erstreckt. Wind, Strömungen und Gezeiten formen eine sich ständig wandelnde Landschaft aus Inseln, Dünen, Sandbänken, Marschen und Watten. Durch den Einfluss von Salz- und Süßwasser beheimatet das Gebiet unterschiedlichste Spezies – allen voran eine Vielzahl an Zugvögeln, die das Gebiet während ihrer Reisen als sicheren Rastplatz nutzen. Darüber hinaus lebt vor der Küste die weltweit größte Seepferdchen Population, während sich in den Schatten der Pinien das eine oder andere Chamäleon verbirgt (ich habe sogar eines gesehen!).

Ein Teil des Gebiets wird als umzäunter Naturpark ganz besonders geschützt. Wenn Du auf den Wegen am Wasser entlang und durch die Pinienwälder spazierst, helfen Dir die Beobachtungsstationen dabei, die Tiere zu entdecken. Früh am Morgen wirst Du außerdem Fischer beobachten können, die im Marsch Muscheln, Austern und andere Schalentiere suchen. Denn neben seiner Biodiversität ist das Gebiet in Portugal vor allem als wichtigster Standort für Muscheln- und Austerfarmen bekannt. Sie produzieren 80% des nationalen Exports.

6.Mit den Locals: Picknick und Plantschen in Alte

Obwohl Alte auf den ersten und auch auf den zweiten Blick sehr unspektakulär erscheint, versteckt sich in dem stillen Künstlerdorf mit ein echtes Kleinod: Vorbei an zahlreichen traditionellen Häusern und Galerien spaziert man zunächst zur Fonte Pequena, dem kleinen Dorfbrunnen. Immer am Wasser entlang führt sie zum Praia Fluvial, den Liegewiesen und Picknicktischen am Fonte Grande. Hier hat man das Wasser des großen Brunnens zu einem malerischen Kanal angestaut, dessen türkisblaues Wasser zu beiden Seiten von Bäumen beschattet wird. An heißen Tagen treffen sich die Locals in der sirrenden Hitze zum Platschen und Picknicken. 

Während der Wintermonate lohnt sich darüber hinaus auch ein Abstecher zum nahegelegenen Queda do Vigário. Dann nämlich sorgen die Regenfälle dafür, dass sich ein 24 m hoher Wasserfall am Felsen ergießt.

7.Bizarre Felsen: Ausflug zur Ponta da Piedade

Die Ponta da Piedade mag vielleicht nicht mehr zu den Geheimtipps der Algarve zählen – dennoch ist sie so spektakulär, dass sich sogar die Reisebusse ignorieren lassen. Tatsächlich zählt “Die Spitze des Erbarmens” mit ihren Grotten, Höhlen und Felsentoren zu den spektakulärsten Küstenabschnitten der Algarve. Während man die Ponta da Piedade zunächst von den knapp 20 Meter hohen Klippen bestaunt, ermöglicht eine Treppe auch den Weg direkt hinunter ans Wasser und mitten hinein in die Felsenlandschaft. Weil die 200 Stufen doch recht beschwerlich sind, lässt man dabei die meisten TouristInnen schon wieder hinter sich. 

Noch aufregender ist es aber sicherlich, mit einem der kleinen Boote die Ponta da Piedade vom Wasser aus zu erkunden. Am Hafen in Lagos findest Du zahlreiche Anbieter, die solche Touren organisieren. Je nach Gusto kannst Du zwischen verschiedenen Action-Levels wählen: Während BlueFleet sich bspw. auf die Bootstour beschränkt, buchst Du mit Discover.pt mehrstündige Catamaran-Touren mit Badestops und der Möglichkeit, vom Boot aus mit dem Kajak in die Grotten zu paddeln.

8. Architekturspaziergang am opulenten Palácio do Visconde in Estoi

Mitten im unscheinbaren Ort Estoi befindet sich eines der prachtvollsten Bauwerke der Algarve: Der Palácio do Visconde de Estoi – ein aufwändig restaurierter Rokokobau mit einem weitläufigen romantischen Garten. Zwar befindet sich heute in seinen Räumen ein Hotel, dennoch kann man Teile des Palasts und des Gartens auch ohne Übernachtung besuchen. 

Im Gegensatz zu den sonst so schnörkellosen Häusern erscheint der Bau mit seinen Arkaden, Freitreppen, Balkonen, Statuen und Stuckverzierungen regelrecht opulent, ebenso der Terrassengarten mit seinen Pavillons und Springbrunnen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die aufwändigen traditionellen blau-weißen Fliesen, die sich überall an den Fassaden der Gebäude und im Garten finden. Wenn Du dich selbst zu den LiebhaberInnen des Rokoko, Barocks oder Jugendstils zählst, wirst Du definitiv viel Freude dabei haben, die verschiedenen Elemente zu entdecken.

9. Hunde kuscheln bei Place for Strays

Wenn Du nach Portugal kommst, wirst Du schnell die vielen Straßenhunde bemerken. Leider haben die PortugiesInnen eine gänzlich andere Einstellung zu Haustieren als wir es aus Deutschland kennen – Hunde werden bestenfalls als lebende Alarmanlage gehalten, wohl aber kaum als Familienmitglied. Meist werden sie nicht kastriert und nur schlecht versorgt, ungewollter Nachwuchs wird nicht selten ausgesetzt oder gar entsorgt.

Glücklicherweise gibt es viele Organisationen, die die Hunde retten und vermitteln – so auch Place for Strays, geleitet von der deutschen Auswanderin Elena Auschill. Ihr gelang es mit viel Liebe und der ehrenamtlichen Hilfe ihres Teams bei Albufeira einen echten Happy Place zu errichten. Statt in trauriger Tierheim Atmosphäre finden, finden die Hunde in einem weitläufigen und fast schon idyllischen Shelter ihr vorübergehendes Zuhause. 

Jeweils dienstags und samstags ist es möglich, den Shelter zu besuchen, Elena und dem Team ein bisschen zu Hand zu gehen und/oder sie beim Gassigehen zu begleiten. Nach deiner Anmeldung über das Kontaktformular auf der Website, bekommst Du die genaue Adresse.

MEHR ÜBER DIE FELLNASEN BEI PLACE FOR STRAYS LIEST DU IM INTERVIEW MIT ELENA AUSCHILL.

10. Sunset Sailing mit Trigana Boat Tours

An der Algarve kann man bei unzähligen Anbietern die unterschiedlichsten Bootstouren buchen – von der Katamaran-Tour zum Törn mit einem Piratenschiff bis hin zu Schnorchel- und Badeausflügen. Es mag jede Menge Traveler in meiner Bubble geben, die so etwas als viel zu touristisch erachten – ich jedoch kann von solchen Bootstouren immer gar nicht genug bekommen. Dafür kann ich mich einfach viel zu sehr für Segelschiffe begeistern und habe zu viel Spaß daran, hundert Mal vom Deck ins Wasser zu springen! Weil mein Körper jedoch gleichzeitig nicht wirklich gut mit Hitze umgehen kann, bin ich gern am Morgen oder am Abend unterwegs.

Umso glücklicher war ich, als ich im Hafen von Alvor das bunte Segelschiff von Trigana Tours und das Angebot für einen Sunset Sail inklusive Badestop entdeckte. Weil das Schiff wirklich sehr klein ist, muss man es nur mit ein paar wenigen Menschen teilen und kann die ganze Zeit die Füße im Wasser baumeln lassen. Die Crew Member sind sehr freundlich und erzählen viel wissenswertes zur Küste, ohne sich dabei wie aufdringlicher Entertainer zu verhalten. So bleibt auch genug Ruhe, um einfach still aufs Wasser zu schauen.

11.  Der vielleicht spektakulärste Strand der Algarve: Praia Albandeira

Eigentlich würde ich diesen Strand am liebsten wie einen Schatz ganz für mich allein behalten und doch könnte ich es nicht ertragen, Dir ausgerechnet den Ort vorzuenthalten, an dem ich so viele magische Stunden verbracht habe.

Der Praia Albandeira liegt am Ende einer wirklich schmalen Zufahrtsstraße. Bedenken vor dem Rückwärtsfahren sollte man hier jedenfalls nicht haben, denn Ausweichmöglichkeiten gibt es tatsächlich nur alle paar hundert Meter. Hast Du das kleine Anfahrt-Abenteuer aber erst einmal gepackt, erwartet Dich der vielleicht spektakulärste Strand der Algarve. 

Die vergleichsweise kleine Bucht ist umgeben von hohen Klippen, in denen sich auch das Geheimnis verbirgt, das den Strand so besonders macht. In der rechten Felswand nämlich befindet sich ein schmaler Durchgang, der geradewegs zu einem überdimensionalen Felsbogen führt. Besonders am Abend, wenn die die letzten goldenen Strahlen der tiefstehende Sonne durch den Bogen hindurch in Höhle fallen, lassen die Reflexionen des Wassers sie wie eine Schatzkammer funkeln.

12. Der westlichste Zipfel Europas: Weitblick am Cabo de São Vicente

Im Süden Portugals, bei Sagres, befindet sich der südwestlichste Zipfel des europäischen Festlandes – der letzte vom Festland erreichbare Punkt vor dem amerikanischen Kontinent. Kaum vorstellbar, wie sich die Menschen hier gefühlt haben mussten, bevor sie von der Existenz der anderen Kontinente wussten… ein Gedanke, der mir wirklich Gänsehaut bereitet. Dieses Bewusstsein prägt die ganze Magie des Ortes, denn er markierte nicht nur das Ende der Welt, sondern war mitunter auch das erste, was die Seeleute sahen, nachdem sie später, nachdem Kolumbus Amerika entdeckte, wochenlang auf offener See gewesen waren. Besonders eindrucksvoll präsentiert sich das Kap deshalb bei schlechtem Wetter während der Wintermonate, wenn die aufgepeitschte See in großen Wellen gegen die Felsen donnert.

Mehr oder weniger, je nachdem wie Du es empfindest, gibt es am Cabo de São Vicente nicht zu sehen. Lediglich ein kleines Museum im alten Leuchtturm und “die letzte Bratwurst vor Amerika” am Imbiss eines fränkischen Auswanderers geben dem Ausflug ein bescheidenes Rahmenprogramm.

13. Die spektakulären Felslandschaft Algar Seco am Carvoeiro Boardwalk

Über Jahrtausende haben bei Carvoeiro Wind und Wellen die Felsen ausgewaschen und auf faszinierende Weise zu muschelbeladenen Felsnadeln, Plateaus, Höhlen, Gängen und Fenstern geformt. Weil die hiesigen Felsformationen tatsächlich besonders spektakulär anzusehen sind, hat man sie mit einem knapp 600 m langen hölzernen Boardwalk verbunden. Ihm folgt man immer mit Blick aufs türkisblaue Meer bis zum Algar Seco, dem vielleicht außergewöhnlichsten Felsen des Gebiets. 

Eine weiße Treppe aus Stein führt hinab in seine Tiefen, in die das Meer bei Flut seine Wellen spült. Wenn Du dort unten einen aufmerksamen Blick an die Felswände wagst, wirst Du sicher die ein oder andere Krabbe entdecken. Hat sich dein Auge aber erst einmal an ihre Erscheinung gewöhnt, wirst Du schnell merken, dass nicht nur ein paar den Stein besiedeln, sondern dass fast jedes der tausenden Löcher im Stein Krabben in unterschiedlichsten Größen ein Zuhause bietet. Ich konnte mich jedenfalls kaum wieder losreißen, so fasziniert war ich von diesem Biotop. 

In der fantastisch gelegen Boneca Bar am Algar Seco bekommst Du zum Sonnenuntergang anschließend den obligatorischen Sundowner.

14. Kajaktour in die Benagil Cave

Die Benagil Cave gehört sozusagen zum touristischen Pflichtprogramm, wenn man zum ersten Mal an die Algarve kommt. Ihre Berühmtheit verdankt sie dem Umstand, dass sie sich direkt über einem Strandabschnitt und dessen Ufer befindet. Zwei große Torbögen ermöglichen den Zugang, während durch ein Loch in der Decke fast ganztägig die Sonnenstrahlen einfallen und die Höhle golden erleuchten. Aufgrund ihrer Lage lässt sie sich nur vom Wasser aus besichtigen. Weil sie aber nicht weit von den nächsten erreichbaren Stränden entfernt liegt, braucht es hier glücklicherweise keine teure Bootstour, um sie zu erreichen. Viel aufregender ist es, den Weg die 100 Meter vom Praia de Benagil zu schwimmen (vergiss nicht die Tide zu checken) oder mit einem Kajak oder einem SUP zu paddeln. Vom Restaurant O Pescador Benagil führt außerdem ein kurzer Wanderweg zum Loch in der Höhlendecke.

Kayaks und SUPs leihst Du beispielsweise bei STANCE. Bei Blue Xperiences kannst Du aber auch geführte Sunset-Touren buchen. Leider haben die Leihstationen zum Sonnenauf- und Untergang nämlich leider noch bzw. schon geschlossen.

15. Flamingo-Watching an der Lagoa de Salgados

Auf etwa halber Strecke zwischen Lagos und Faro befindet sich ein weiteres einzigartiges Biotop: Die Flachwasser-Lagune de Salgados. In dem fast schon unscheinbaren Wassergebiet zwischen Dünen, Strandparkplatz und Feldern leben mehr als 200 Vogelarten – darunter auch vierzig, die nach EU-Vogelschutzrichtlinie zu den besonders gefährdeten Arten Europas zählen. Jedoch finden sich am Wasser je nach Jahreszeit auch einige Arten, die man hier so gar nicht erwarten würde wie bspw. Flamingos oder auch den bei uns seltenen Kleinen Gelbschenkel. 

Vergiss bei diesem Ausflug nur auf keinen Fall, das Fernglas und/oder das Teleobjektiv einzupacken. Denn auch, wenn das Gebiet leicht zugänglich ist und man auf den offiziellen Wegen relativ nah ans Wasser kommt, sind nur die großen Arten mit bloßem Auge zu erkennen.

16. Delfin Expedition mit BlueFleet

Vor den Küsten der Algarve leben nicht nur Gemeine Delfine und Tümmler, sondern auch Schwertwale, Zwergwale und sogar Grindwale werden immer wieder gesichtet. Während sich die Wale nur selten und zu bestimmten Jahreszeiten zeigen, liegt die Chance, Delfine zu sehen, fast ganzjährig bei mehr als 90 Prozent, da sie vor den Küsten, wo das Kontinentalschelf endet und das Wasser bis zu 500 Metern tief ist, einen besonders nährstoff- und fischreichen Lebensraum finden. Weil die Bedingungen so hervorragend sind, haben sich in Lagos, Portimao, Sagres und Albufeira diverse Tourenanbieter angesiedelt, die in Zusammenarbeit mit MeeresbiologInnen fast täglich während der Saison mit Speed-Booten zu den Delfinen hinausfahren. 

Im Gegensatz zu anderen Dolphin-Watching-Hotspots, die ich bereits in verschiedensten Ländern erlebt habe, ist mir hier sehr positiv aufgefallen, dass die Boote in der Regel sehr individuelle Kurse nehmen – also keine kollektiven “Treibjagden” stattfinden, um die Leute, auf >Teufel komm Raus< zu den Delfinen zu bringen. Stattdessen glich meine Tour mit BlueFleet viel mehr einer kleinen Expedition, bei der der Meeresbiologe und Bootsführer immer darauf geachtet hat, den Motor abzustellen, sobald wir uns in unmittelbarer Nähe der Delfine befanden. 

Tatsächlich kamen die Tiere dann sogar richtig nah ans Boot heran, umkreisten es, und begleiteten es minutenlang durch die Wellen. Einen Delfin springen zu sehen, ist dabei übrigens keine Seltenheit 😉 

Tipps für die Wahl des Tourenanbieters

Zertifizierungen checken

Achte bei der Buchung darauf, dass der gewählte Anbieter eine RNAAT und eine ICNF Zertifizierung vorweisen kann. Mit diesen Zertifizierungen verpflichten sie sich, die Verhaltenskodexe und Vorschriften des portugiesischen Instituts für Natur- und Waldschutz anzuerkennen, die diese für Naturtourismusaktivitäten erarbeitet haben. Die Registrierung erfolgt über das Register of Tourism Animation Agents (RNAAT). Wenn Du ganz sicher gehen willst, kannst Du dich auch nach der Registrierungsnummer erkundigen.

Bewertungen checken

Weil die Vorschriften dennoch recht vage sind und es keinerlei spezifische Verhaltensregeln für Delfintouren gibt, kann es darüber hinaus helfen, eingehend die Bewertungen zu checken.

Refund boykottieren

Anbieter, die einen Refund bei Nichtsichtung anbieten, solltest Du gänzlich meiden. Dann nämlich ist die wirtschaftliche Motivation zu hoch, die Delfine auch dann zu suchen, wenn sie sich aus bestimmten Gründen nicht zeigen wollen.

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