Wandern auf dem South West Coast Path: Alle Infos für deine Planung

Wandern auf dem South West Coast Path: Alle Infos für deine Planung

Wandern auf dem South West Coast Path: Alle Infos für deine Planung

Kaum ein Trail eignet sich so hervorragend als Einstieg ins Fernwandern wie der South West Coast Path! Trotz aller Wildheit ist die Infrastruktur so ausgeprägt, dass man wenigstens einmal pro Tag in Dörfer oder kleine Städtchen kommt, in denen man Menschen trifft, das Wasser und oft sogar den Proviant auffüllen kann. Zahlreiche Strandcafés und Restaurants verwöhnen immerzu mit ihren Cream Teas, Meeresfrüchten und Sandwiches. Darüber hinaus reihen sich die Campingplätze am Weg wie Perlen auf einer Schnur. Trotzdem geht das wilde Wanderabenteuer nicht verloren – liegen doch zwischen den touristischen Orten immer wieder kilometerlange wilde Abschnitte, auf denen man bestenfalls andere FernwanderInnen trifft. 

In diesem Beitrag findest Du alle Informationen, die Du für die Planung deines South West Coast Paths brauchst… inklusive kurze Beschreibungen der einzelnen Abschnitte, Infos zur besten Reisezeit, Übernachtungsmöglichkeiten, Wasser- und Essensversorgung und vielem mehr.

Technischer und konditioneller Anspruch des South West Coast Path

Im Allgemeinen ist der South West Coast Path kein technisch anspruchsvoller Weg, allerdings verlangt er konditionell mitunter wirklich viel ab. An jeder Flussmündung steigt man von den ca. 100 – 200 m hohen Klippen hinunter bis auf Meereshöhe, um gleich darauf auf der anderen Seite meist steil wieder hinaufzukraxeln. Macht man das mehrfach am Tag, kommen schnell einige Hundert Höhenmeter zusammen. Dabei gilt: Negative Höhenmeter sind mit dem schweren Rucksack genauso anstrengend wie die positiven und sollten deshalb auf keinen Fall unterschätzt werden. 

Trotzdem eignet sich der South West Coast Path hervorragend für EinsteigerInnen, da die Infrastruktur am Weg so üppig ist, dass man Etappen fast jederzeit problemlos verkürzen und dem eigenen Konditionslevel anpassen kann. Meine 18 Etappen waren durchschnittlich 18 Kilometer lang – für mich mit dem schweren Rucksack, Timber und Surfpausen vollkommen ausreichend.

Der schönste Abschnitt des South West Coast Path

Welcher nun wirklich der schönste Abschnitt des South West Coast Path ist, kann ich Dir nicht beantworten – ist doch die Definition von “schön” viel zu subjektiv. Allerdings kann ich Dir verraten, was Du von den einzelnen Abschnitten erwarten kannst und welche meine persönlichen Favoriten sind. 

Woche 1: Minehead – Westward Ho!

141 km, 3.790 hm
Der erste Abschnitt ist aufgrund der vergleichsweise anspruchsvollen ersten 4 Etappen wenig begangen. Trotzdem sollte man sich nicht abhalten lassen, führt dieser Abschnitt doch durch die geheimnisvollen Moorlandschaften des Exmoor Nationalparks.

Woche 2: Westward Ho! – Padstow

128 km, 5.640 hm

Die zweite Woche ist sowohl in puncto Länge als auch Höhenmetern die anspruchsvollste des gesamten Trails – gleichzeitig aber auch die spektakulärste. Dramatische Klippen, Einsamkeit, tiefe Täler… hier findet sich alles, was die Landschaft des South West Coast Path ausmacht in Superlative.

Woche 3: Padstow – St. Ives

107 km, 2.570 hm

Woche drei ist etwas weniger anspruchsvoll als die beiden vorherigen und bringt eine aufregende Mischung aus wilden Klippen, zahlreichen Sandstränden, bunten Küstenstädtchen und jede Menge Good-Vibes an den Surfspots mit sich. Alle Details zu diesen Etappen findest Du im separaten Artikel.

Woche 4: St. Ives – Lizard

110 km, 3.501 hm

Dieser Abschnitt führt entlang entlegener Gegenden und zahlreicher alter Minen zum westlichsten und südlichsten Punkt des britischen Festlandes. Die Etappen rund um Land’s End und zwischen Porthleven und Lizard Point zählen zu den schönsten des gesamten Trails und überraschen mit karibikähnlichen Postkartenstränden. Alle Details zu diesen Etappen findest Du im separaten Artikel.

Woche 5: Lizard – Par

111 km, 3.700 hm

Woche fünf läuft sich deutlich leichter entlang von Buchten, Fjorden und Fischerdörfchen. Ich persönlich habe diesen Abschnitt als weniger aufregend und weniger landschaftlich ansprechend empfunden als die beiden vorherigen. Alle Details zu diesen Etappen findest Du im separaten Artikel.

Woche 6: Par – Salcombe

134 km, 4.040 hm

In Woche sechs quert man immer wieder mit Fähren die Mündungsbereiche verschiedener Flüsse, was bedeutet, dass man Gezeiten und Uhrzeiten im Blick behalten muss. Ringsherum finden sich inzwischen auch wieder Wälder. Die vielen Weiden, die man an diesen Tagen passieren muss, macht diesen Abschnitt nicht unbedingt zur ersten Wahl, wenn man mit Hund unterwegs ist oder große Angst vor Kühen hat.

Woche 7: Salcombe – Seaton

141 km, 3320 hm

Der Pfad ist in dieser Woche vor allem von Bauernhöfen, Küstenstädten und teilweise dichtem Wald geprägt. Trotzdem finden sich zwischen der Zivilisation nach wie vor raue Klippen und außergewöhnliche geologische Felsformationen.

Woche 8: Seaton – Poole

148 km, 2.620 hm

Der letzte Abschnitt hält noch einmal ein echtes Highlight bereit: Die weltberühmte Jurassic Coast! Wusstest Du, dass dieser Abschnitt sogar UNESCO-Weltkulturerbe ist? 150 km lang spannt sie sich vom Orcombe Point bei Exmouth bis zu den drei Kreidesäulen auf der Isle of Purbeck. In diesem Bereich wirst Du jede Menge gigantische Felsentore, Felsnadeln und weiße Kreideklippen sehen. 

Weil ich unbedingt drei Wochen am Stück laufen wollte und mal wieder meine Fitness unterschätzt habe, habe ich mich für die Abschnitte 3-5 zwischen Padstow und Mevagissey entschieden – meiner Meinung nach die beste Wahl, wenn man nicht für den gesamten Trail Zeit hat und die spektakulären Postkartenlandschaften von Cornwall sehen und vielleicht sogar surfen gehen möchte. Könnte ich noch einmal entscheiden, würde ich aber wohl die Abschnitte 3 und 4 wählen und diese entweder um Abschnitt 1 mit dem Exmoor Nationalpark oder um Abschnitt 8 mit der Jurassic Coast erweitern.

Orientierung

Die Orientierung auf dem South West Coast Path fällt nicht schwer. Überall stehen Wegweiser mit Entfernungsangaben und dem Erkennungszeichen (eine oft gelb markierte Eichel) und der Weg ist (fast) immer gut sichtbar. Selbst, wenn Du einmal nicht weiter wissen solltest, bringt Dich die Faustregel “Stick with the Cliffs” (und behalte das Meer stets auf derselben Seite) garantiert wieder auf den Weg. Lediglich in den Ortschaften ist es oft gar nicht so leicht, den Weg zu finden – es sei denn, Du bist mit Outdooractive, Komoot & Co. unterwegs. Diese zeigen Dir immer live deinen genauen Standort an, vorausgesetzt, Du hast die Karten zuvor heruntergeladen und Dir damit offline zur Verfügung gestellt. Auch unabhängig von Bedenken zum Verlaufen empfehle ich Dir, eine Outdoor-App zu installieren, um auch immer einen Überblick über die kommenden Bachläufe und Campingplätze zu behalten und Dir das Gewicht der Papierkarten zu sparen.

In meinem Etappen-Guide findest Du alle GPX-Dateien für den Abschnitt Padstow-Mevagissey.

Die beste Zeit für den South West Coast Path

Der Golfstrom bringt dem Südwestlichen England ganzjährig milde Temperaturen, selbst im kältesten Monat (Februar) liegt die Tiefsttemperatur mit 3,5 Grad noch über dem Gefrierpunkt. Aufgrund der hohen Regenmengen und wenigen Sonnenstunden sind Oktober-März trotzdem wenig geeignet für eine mehrwöchige Wanderung. Besser eignen sich da schon die Monate April bis September, während jede Zeit ihre eigenen Vorzüge mit sich bringt: Im April und Mai tollen die Lämmchen auf den Wiesen. Im wird es bereits sommerlich, ohne dass man Hitze oder Touristenmassen fürchten muss. Im Juli und August ist Hauptsaison, sodass man Schwierigkeiten haben wird, Unterkünfte zu finden. Allerdings ist es dann auch wirklich warm genug fürs Zelt und für ausgiebige Badepausen an den zahlreichen Stränden. Mitte September sind die Schulferien zu Ende und es wird langsam ruhiger. Trotzdem sind die Temperaturen noch mild, sodass man mit etwas Glück vielleicht sogar noch einen Sprung ins Wasser riskieren kann. Generell solltest Du nicht zu viel auf die Niederschlagstabellen geben, da es im Landesinneren sehr viel mehr regnet als an der Küste. 

  • April & Mai: Zugvögel kehren zurück, Lämmchen auf den Wiesen, teilweise noch geschlossene Cafés etc.
    durchschnittliche Höchsttemperaturen: 12,8°C – 15,7°C. / 70-67 mm Regen pro Monat
  • Juni – Mitte Juli: sommerliche Temperaturen, noch keine Ferienzeit
    durchschnittliche Höchsttemperaturen: 18,6°C – 20,7°C. / 60-64 mm Regen pro Monat
  • Mitte Juli – Mitte September: Hauptreisezeit, volle Unterkünfte, sommerliche Wärme, Baden
    durchschnittliche Höchsttemperaturen: 20,7°C – 18,5°C. / 66-72 mm Regen pro Monat
  • Ende September: Ferienzeit ist vorbei, immer noch mildes Klima, Heidekraut und Ginster blühen lila und gelb in riesigen Teppichen
    durchschnittliche Höchsttemperaturen: 18,5°C. / 72 mm Regen pro Monat

Anders als in anderen Teilen Großbritanniens musst Du dir dank des ständig wehenden Windes zu keiner Zeit Sorgen um Midges machen.

Ich selbst war Ende Juni/Anfang Juli unterwegs – also teilweise genau in der Ferienzeit. Mich persönlich hat das gar nicht so sehr gestört… ich konnte den Trubel in den Strandcafés sogar richtig genießen, da ich zwischen den touristischen Orten trotzdem jeden Tag kilometerweise allein war und sogar fast immer meine private Badebucht gefunden habe – einer der großen Vorteile, wenn man eben zu Fuß unterwegs ist und sich auf diese Weise auch in die Bereiche der Küste begibt, die weit weg von irgendwelchen Parkplätzen sind. Allerdings hat das auch nur so gut funktioniert, da ich mit dem Zelt unterwegs war. Feste Unterkünfte hätte ich zu dieser Zeit nicht gefunden.

Übernachten auf dem South West Coast Path

Übernachten auf Campingplätzen

Wie eingangs schon einmal kurz erwähnt, ist die Campingplatz-Situation in Cornwall am South West Coast Path geradezu luxuriös, sodass es gar nicht schwer war, die Etappen so zu planen, dass ich am Ende des Tages immer einen nicht-wilden Schlafplatz hatte. Vorbuchen war auch in der Ferienzeit nicht nötig. Trotzdem gibt es drei Kleinigkeiten zu beachten.

  1. Nicht immer sind die Campsites vom South West Coast Path zugänglich. Bei meiner Planung habe ich natürlich in Outdooractive nachgeschaut, ob die Campsites vom Path aus zugänglich sind. Vor Ort musste ich jedoch feststellen, dass ein verzeichneter Weg kein Garant ist, dass der Campingplatz auch wirklich zugänglich ist… manchmal waren die Wege zugewuchert, bzw. bezweifle ich bei einigen, ob es je überhaupt einen begehbaren Weg gegeben hat. Check also, wenn Du dich nicht zufällig genau an meine Etappenplanung hältst, unbedingt mit Hilfe der Satelliten-Ansicht von Google Maps, ob Du die Campsite wirklich erreichen kannst. In einem Fall musste ich tatsächlich einen 5 Kilometer langen Umweg laufen. (Schwierigkeiten gab es nur bei der Wegkategorie “Pfad”. “Schotterwege”, “Asphalt” und “Straßen” waren immer zuverlässig zugänglich, genauso, wie sie in der Karte verzeichnet sind.)
  2. Oftmals sind die Campingplätze einfach nur große Wiesen mit einem Dixiklo. Soll heißen: Ein Campingplatz ist also auch kein Garant für eine Dusche oder eine Steckdose. Eine kurze Google-Suche hilft, um Dir ein Bild zu machen, was Du erwarten kannst.
  3. Sogenannte Touring-Parks sind vorrangig für Wohnmobile oder Trailer-Homes und bieten oftmals gar keine Stellflächen für Zelte. Ein kurzer Website-Check oder Anruf hilft auch dabei.

Wildcampen am South West Coast Path

Offiziell ist das Wildcampen am South West Coast Path “nicht erlaubt” – aber auch nicht “verboten”. Hintergrund dieser Formulierung ist die Tatsache, dass die Ländereien Englands mehr oder weniger in privater Hand und man laut Gesetz den Eigentümer fragen muss, ob man irgendwo das Zelt aufschlagen darf. So viel zur Theorie. In der Realität ist das Wildcampen jedoch weitgehend geduldet, solang… 

  • man das Zelt nicht in unmittelbarer Nähe zu Häusern aufstellt
  • man nicht explizit ausgeschilderte Schutzzonen und Verbotsschilder missachtet 
  • den Müll mitnimmt
  • und kein Feuer macht. 

Generell gilt wie immer beim Wildcampen in Grauzonen: “Pitch late, leave early”. Ich habe zwar nicht ob Wildgecampt, hatte aber keinerlei Probleme. Auch verschiedene andere FernwanderInnen, die ich getroffen habe, konnten ausschließlich von positiven Erfahrungen erzählen. Solltest Du dennoch an irgendeiner Stelle aufgefordert werden zu gehen, solltest Du dem unverzüglich nachkommen, da Du sonst, laut Gesetz, einen “schweren Hausfriedensbruch” begehst. 

South West Coast Path Etappen Planung Lands End

Feste Unterkünfte am South West Coast Path

… gibt es wie Sand am Meer. Jedoch sind diese in der Ferienzeit oftmals schon Wochen und Monate vorher ausgebucht. Zudem rufen die BesitzerInnen mitunter wirklich stattliche Preise auf. In St. Ives hätte ich bspw. im Juli keine einzige Unterkunft unter 120 Pfund bekommen. Die besten Chancen auf eine kurzfristig freie und bezahlbare Unterkunft hast Du in den Jugendherbergen der Youth Hostel Association (kurz: YHA) und den unabhängigen Hostels. Insgesamt liegen 27 Hostels am South West Coast Path… genug, um ab und zu eine Nacht in einem Bett zu schlafen und nasse Sachen zu trocknen, aber nicht genug, um mit ihnen den gesamten Trail zu bestreiten.

Wasserversorgung am South West Coast Path

Die Wasserversorgung auf meinem Abschnitt zwischen Padstow und Mevagissey war vollkommen unkompliziert – zumindest mit der richtigen Ausrüstung. Ortschaften sind in der Regel eine sichere Wasserquelle. Strandcafés, Restaurants, etc. füllen gern deine Flasche auf, im Zweifelsfall kann man auch einfach an privaten Häusern fragen. Die Leute sind meistens so freundlich, dass man zum Wasser meist gleich noch ein Sandwich oder Süßigkeiten bekommt. Unterwegs gibt es außerdem immer wieder kleine Bäche… auf diese solltest Du dich aber nicht verlassen, sondern am besten immer schon am Tag vorher auf der digitalen Karte checken, ob und wo Wasserläufe verzeichnet sind.

In beiden Fällen (Leitungswasser und Bachwasser) gilt: Das Wasser muss dringend gereinigt werden, da auch das Leitungswasser in dieser Region Großbritanniens selten Trinkwasserqualität hat! Dafür habe ich immer mindestens den Katadyn BeFree Wasserfilter* benutzt. Wenn ich mir ganz unsicher war, bspw. bei Bächen, die genau durch Kuhweiden verliefen, habe ich außerdem auf eine chemische Reinigung mit Micropur Forte zurückgegriffen.

Protozoen: Magen-Darm-Erkrankungen

Bakterien: Infektionskrankheiten

Viren: Hepatitis A, Polio, etc.

Hintergrund: Eine Reinigung mit einem Wasserfilter entfernt Schwebstoffe, Bakterien und Protozoen, aber keine Viren. Eine chemische Reinigung mit Micropur Forte entfernt hingegen Protozoen, Bakterien und Viren. In Kombination bist Du also absolut sicher. Besser ist es natürlich, komplett auf Bachwasser aus landwirtschaftlich genutzten Gebieten zu verzichten, da dort auch Chemikalien, Medikamentenrückstände, Düngemittel etc. enthalten sein können.

Unabhängig davon war die Wasserversorgung immer so ausreichend, dass zwei Liter für mich und ein Liter für Timber vollkommen ausreichend waren – zumindest solang ich darauf geachtet habe, die Flaschen immer aufzufüllen, sobald sich eine Gelegenheit geboten hat. Sind die Flaschen am Ende des Tages nämlich voll, kannst Du spontan entscheiden, ob Du wildcampen möchtest und bist nicht wegen Wassermangels gezwungen, zum nächsten Campingplatz zu laufen.

Re-Supplies, Einkaufsmöglichkeiten und Essensversorgung am South West Coast Path

Re-Supplies: Versorgung mit Essenspaketen

Re-Supply: Pakete, die man vor Beginn der Wanderung zu Etappenzielen entlang der Route schickt, um die Essensvorräte wieder aufzufüllen.

Da ich drei Wochen lang und noch dazu mit Timber unterwegs war, hätte ich niemals unser gesamtes Essen tragen können. Entsprechend habe ich von vornherein mit drei Re-Supplies geplant. Für mich allein (ohne Timber) hätte ich nur zwei gebraucht. Dafür habe ich vorher ausgerechnet, wie viel unser Essen wiegt und für wie viele Tage ich unser Essen tragen kann. Anschließend habe ich das Ergebnis mit meiner groben Routenplanung abgeglichen und nach passenden Orten gesucht, zu denen ich meine Pakete schicken kann. Am besten eignen sich Hotels oder Campingplätze mit einer Rezeption… ein Anruf mit einer kurzen Erklärung hat genügt, damit ich meine Pakete schicken durfte und die Betreiber sie für mich verwahrt haben. Tipp: Solltest Du mit Zug/Bus/Auto anreisen, schick die Pakete erst ab, wenn Du bereits in Großbritannien bist. So sparst Du jede Menge Geld. Im Fall, dass Du fliegst, lohnt es sich die Kosten für ein zusätzliches Gepäckstück für die Pakete mit den Mehrkosten für den Versand aus Deutschland abzugleichen. 

Meine Re-Supply-Punkte:

  • Etappe 5: Portreath, Portreath Arms
  • Etappe 9: Land’s End, The Land’s End Hotel
  • Etappe 14: Coverack, YHA Coverack

Einkaufsmöglichkeiten am Weg

Für mich allein wäre diese Vorgehensweise sicher noch nicht einmal nötig gewesen, da es am Weg genügend Einkaufsmöglichkeiten gibt. Durch Timber allerdings war sie unumgänglich, da Futterumstellungen in der Regel schnell problematisch werden (mehr dazu im Artikel zum South West Coast Path mit Hund).

Aber auch für mich haben Re-Supplies einen großen Vorteil: Selbst in großen Supermärkten gibt es keine Trekkingnahrung, sodass ich ohne mein mitgebrachtes Trekking-Essen normale, haltbare Lebensmittel hätte kaufen müssen, die viel voluminöser, schwerer und nährstoffärmer sind… Wer sich aber z.B. nicht an Toast mit Erdnussbutter und Keksen als Dauernahrung und ein bisschen Extragewicht stört, hat in Cornwall keinerlei Probleme mit der Essensversorgung. Gerade während der Sommersaison gibt es auch in jedem noch so kleinen touristischen Örtchen mindestens ein Strandcafé, das Cream Teas, Sandwiches oder Fish’n’Chips serviert. Solltest Du dich an meiner Etappenplanung orientieren, wird Dir diese Liste helfen: 

Supermärkte an meinen Etappen:

  • Etappe 1: Padstow
  • Etappe 2: Newquay
  • Etappe 3: Perranporth
  • Etappe 7: Hayle, St. Ives
  • Etappe 9: St. Just, mit 1,6 km Umweg
  • Etappe 11: Newlyn; Penzance (nur, wenn man nicht den Bus von Mousehole nach Marazion nimmt)
  • Etappe 12: Porthleven; Mullion, Umweg von 700 m
  • Etappe 15: Helford
  • Etappe 16: Falmouth

Besonderes Equipment für den South West Coast Path

Trekkingschuhe statt hohen Wanderstiefeln: Meiner Meinung nach sind kurze Trekkingschuhe mit Gore-Tex für den South West Coast Path vollkommen ausreichend. Zwar gibt es an Klippen immer wieder steile Passagen, jedoch nichts, was schwere Wanderstiefel rechtfertigen würde. Natürlich ist diese Entscheidung letztlich auch abhängig davon, wie sicher du dich fühlst und wie trainiert deine Füße sind. Ich war mit meinen schnell trocknenden LaSportiva Tx4 GTX* aber absolut glücklich. 

Regenrock statt Regenhose: Ich würde Dir gern etwas anderes erzählen, aber tatsächlich stimmt alles, was man sich so über britisches Wetter erzählt. Während der ersten Woche (bevor die Hitzewelle über mich hereinbrach), gab es mehrmals täglich kurze Schauen. Um nicht jedesmal den Rucksack absetzen, die Schuhe ausziehen und die Regenhose überziehen zu müssen, habe ich mich für einen Regenrock entschieden. Der hatte easy neben der Trinkflasche Platz und war im Nu angelegt. 

Kein Mückenschutz: Obwohl bei Reisen nach Großbritannien immer wieder von den fiesen Midges gewarnt wird, ist der South West Coast Path durch den ständig wehenden Wind nahezu mückenfrei. Das Gewicht kannst Du dir also sparen. 

Eine robuste, lange Hose: Große Abschnitte meines gewählten Abschnitts waren voller Dornenbüsche und Brennnesseln – kurze Hosen und dünne Leggins sind also keine gute Idee. Eine meiner beiden Leggins war bereits nach dem ersten Versuch kaputt, sodass mir nichts anderes übrig blieb, als mich mit nackten Beinen kilometerlang durch das Gestrüpp zu schlagen. Ich empfehle dir daher für die heißen Sommermonate entweder unbedingt eine robuste Trekking Leggins wie bspw. die Fjällräven Abisko Trekking Tights Pro* oder eine dünne Kletterhose. Wenn es weniger warm ist, tut es jede robuste Wanderhose.

Meine vollständige Packliste für den South West Coast Path inklusive konkreten Produktbenennungen und Gewichtsangaben findest Du in einem separaten Artikel.

Netzabdeckung auf dem South West Coast Path

Entgegen vielen Aussagen kann ich nicht bestätigen, dass die Netzabdeckung am South West Coast Path wirklich flächendeckend wäre – im Gegenteil. Auf vielen Etappen hatte ich manchmal stundenlang kein Netz. Das mag, wenn man wenigstens zu zweit wandert, überhaupt keine Rolle spielen. Für mich hingegen beim Solo-Wandern und Wildcampen ist fehlendes Netz immer ein ganz schöner Stressfaktor (was wäre wenn…?). Deshalb war ich sehr froh über mein Garmin InReach Mini*, ein Satellitentelefon, mit dem ich unabhängig vom Telefonnetz im Zweifelsfall an jedem Ort Hilfe holen könnte. Bedenke aber auch, dass fehlendes Netz bedeutet, dass Du alle GPX-Routen, egal ob bei Outdooractive oder komoot, vor deiner Wanderung herunterladen und Dir offline zur Verfügung stellen solltest. Diese Funktion ist bei beiden Outdoor-Apps nur in der bezahlten Abo- oder Paket-Variante zugänglich.

Literatur für den South West Coast Path

  • Raynor Winn, Der Salzpfad
    Es ist das Standardwerk für den South West Coast Path: Raynor Winns emotionale Geschichte über sich und ihren Mann Moth und wie sie sich, als sie alles verloren haben – ihr Zuhause, ihr Vermögen und Moth seine Gesundheit – entschließen, Englands berühmten Küstenweg zu laufen. Und obwohl der Trail zu Beginn kaum mehr ist als ein Asyl, öffnet er ihnen den Weg in eine neue Zukunft. Inzwischen sind übrigens auch die beiden Fortsetzungen „Wilde Stille“ und „Über Land“ erschienen. Tipp: Die englische Ausgabe wiegt nur 205 g, die deutsche 364 g.
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  • Stephen Neale, The South West Coast Path: 1000 Mini Adventures
    Mit 808 g weniger zum Mitnehmen, dafür aber ideal für die Vorbereitung geeignet, ist der unkonventionelle Wanderführer von Stephen Neale. Er beschäftigt sich weniger mit den einzelnen Etappen als vielmehr mit den Natursehenswürdigkeiten und Geheimtipps entlang des Wegs. Für jede Region hat er mehr als 70 spannende Tipps parat – seien es versteckte Badebuchten, Fossilienfundorte, Wild-Camping-Spots, versteckte Höhlen und Felsentore, essbare Pflanzen, etc.
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  • Alexander Blumenau, Wanderführer South West Coast Path
    Meiner Meinung nach der beste gedruckte Wanderführer: Im handlichen A6 Format beschreibt der Autor in deutscher Sprache die einzelnen Etappen inklusive Karten, genauen Entfernungs- und Höhenmeterangaben, Highlights am Weg, Infos zu An- und Weiterreise, Einkehrmöglichkeiten und Unterkünften. Bisher sind 3 Teile erschienen (Minehead-Padstow, Padstow-Lizard Point, Lizard Point – Salcombe). Vorteil: Jeder Band wiegt ca. nur 180 g – ideal also zum Mitnehmen.
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  • Eat Surf Live: Das Cornwall Reisebuch
    Kaum eine deutsche Reiseführer-Reihe (außer vielleicht die aus dem Hause Reisedepeschen) ist optisch und inhaltlich so ansprechend wie die „Eat Write Live“-Reihe! Unter dem Namen „Eat Surf Live“ haben die beiden Autorinnen ihre Reise durch Cornwall zu einem ungewöhnlichen Reisebuch verarbeitet – mit jede Menge Tipps, Fotos, Rezepten, und und und. Damit eignet sich das Buch bestens zur Vorbereitung, aber auch um hinterher das Cornwall-Gefühl mit nach Hause zu nehmen.
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  • Kathrin Heckmann, Fräulein Draußen
    Nicht speziell zum South West Coast Path, dafür aber über die Magie des Fernwanderns. Kathrins Buch gehört meiner Meinung nach inzwischen genauso zur Fernwander-Pflichtliteratur wie auch Cheryl Strayeds „Großer Trip“. Wenn Du dir noch nicht ganz sicher bist, ob Du den South West Coast Path wirklich laufen möchtest, wirst Du es nach Kathrins Buch gar nicht mehr erwarten können!
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Surfen am South West Coast Path

Auch wenn man beim Thema Surfen sicher eher an Portugal und Frankreich als an England denkt, verrät ein Blick auf die Karte, dass sich Cornwall ebenso schutzlos in den Atlantik streckt wie die bekannteren europäischen Surf-Destinations. Entsprechend wirst Du an der Nord-West-Küste jede Menge Surfspots finden. Herrliche Beachbreaks ohne die typischen Close-Outs und sanfte Whitewater machen die Spots zum idealen Anlaufpunkt für alle Surflevels. Den vielleicht berühmtesten Spot findest Du direkt in Newquay: Fistral Beach. Es überrascht deshalb kaum, dass Newquay im Sommer schnell voll wird. Aber auch überall sonst findest Du an der Nord-West-Küste Cornwalls Surfschulen und Equipment-Trucks, an denen Du auch spontan Brett und Neo leihen kannst.

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