Wandern im Schwarzwald: Die schönste Tour zum Feldberg

Wandern im Schwarzwald: Die schönste Tour zum Feldberg

Dass der Schwarzwald ein absolutes Wander-Paradies ist, brauche ich mit Sicherheit kaum erwähnen… immerhin warten dort 24.000 Kilometer Wanderwege, darunter auch mehrere Fernwanderwege, nur darauf, entdeckt zu werden! Noch dazu ist die Landschaft einfach atemberaubend schön und abwechslungsreich: Weinberge, sonnige Gipfel, Schluchten, Wasserfälle und märchenhafte Waldlandschaften – der Schwarzwald hat alles, was es fürs wilde Draußensein braucht.

Kein Wunder also, dass ich mich schon am ersten Tag in den Schwarzwald und seine Wanderwege verliebt habe. Spätestens aber, als ich vom Feldberg aus sogar einen Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Alpen erhaschen konnte, war es um mich geschehen! In diesem Beitrag will ich Dir deshalb unbedingt eben diese Wanderung vorstellen, auf der mein Bergweh-geplagtes Herz endlich wieder hohe Berge erblickte und ein traumhafter See, Wasserfälle, schmale Waldpfade und das lang ersehnte Hütten-Radler das Wandererlebnis perfektionierten. 

Länge: 14,2 km
Dauer: 4,5 h
Höhenmeter: 650 positiv, 650 negativ

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Auf zum Feldbergsteig: Der Startpunkt bei Hinterzarten

Wir begannen unsere Tour unweit des kleinen Ortes Hinterzarten. Eine holprige, aber ausreichend gut ausgebaute Straße führt auf etwa 8 Kilometern in Serpentinen aus dem Ort heraus zum kostenlosen Wanderparkplatz. Bereits hier bekamen wir einen ersten Eindruck von dem, was uns in den nächsten Stunden erwarten würde: Saftig grüne Wiesen lagen vor uns, während im Hintergrund der Feldberg so hoch aufragt, wie es das Gebirgsmassiv des Schwarzwalds nur zulässt. Schließlich ist der Feldberg mit 1493 m der höchste Berg Deutschlands außerhalb der Alpen und tatsächlich versteckten sich in den schattigen Senken selbst im Juni noch die letzten Schneereste des Winters. 

Wenn Du also nicht gerade im absoluten Hochsommer unterwegs bist, empfehle ich Dir buchstäblich wärmstens eine Jacke und vielleicht sogar ein Stirnband für den Berggipfel, da es dort selbst bei sommerlicher Wärme doch recht windig werden kann. Ich war jedenfalls auch bei 24 Grad im Tal wirklich froh, als ich oben meine Fleecejacke überziehen konnte! 

Über schönste Wiesen zum Feldbergsee

Der erste Abschnitt unserer Tour führte uns auf breiten Wegen und vorbei an schönsten Wiesen und blühenden Wildblumen zum Feldbergsee. Schon einige hundert Meter zuvor kündigte sich der See durch einen kleinen plätschernden Bach an, der munter durch die hügelige Wiesenlandschaft floss. Wären wir nicht gerade erst losgegangen, hätten wir diesen Platz wohl als schönsten Picknickplatz der Tour auserkoren – nichtsahnend, welche schönen Bergwiesen sich uns später noch offenbaren würden. 

Der Feldbergsee selbst erwartet die Wanderer und Mountainbiker wenig weiter wie ein kleines, funkelndes Juwel vor den steil aufragenden Hängen des Feldbergs. So verlockend es aber auch sein mag, an einem warmen Sommertag in sein erfrischendes, strahlendes Blau zu springen, ist der kleine Karsee jedoch leider kein Badesee. An seinen Ufern wächst das seltene Brachsenkraut, das als vom Aussterben bedroht gilt und deshalb unter Naturschutz steht. Das Kraut ist auf nährstoffarme und besonders kühle und klare Gewässer angewiesen, die im Zuge der nacheiszeitlichen Erwärmung natürlich immer seltener werden. Umso wichtiger ist es, dass Du dich in diesem Bereich ganz besonders an die Wegmarkierungen hältst. Ich habe leider (wie so häufig) viele Leute beobachtet, die trotz Verbotsschildern zum Ufer gekraxelt sind, um dort Fotos zu machen oder ihre Hunde mit Spielzeugen durchs Wasser springen zu lassen. 

Hinauf zum Feldberg und der St. Wilhelmer Hütte

Während die Wanderung bis zum Feldbergsee bestenfalls ein gemütlicher Spaziergang war, folgte nun von dessen Südostufer der Anstieg zum Gipfel des Feldbergs. Die ersten 150 hm führen dabei knackig in zahlreichen Serpentinen zur Talstation der Feldbergbahn. Da uns das zugebaute Areal samt Hotels & Co. nicht besonders gut gefiel, nahmen wir auch nahtlos den zweiten Teil des Aufstiegs in Angriff. Dieser Abschnitt führt etwas weniger steil weitere 220 hm an den saftig grünen Wiesen des Skihangs entlang. Während ich zu Beginn noch etwas enttäuscht war, weil ich auf einen schmaleren Weg etwas abseits der Piste gehofft hatte, revidierte ich nur wenige Minuten später jeden dieser Gedanken! Gleich oberhalb der Talstation erschienen am südlichen Horizont die schneebedeckten Gipfel der Alpen. Die Sicht reichte an diesem Tag wahrscheinlich wirklich von der Zugspitze bis zum Mont Blanc und war so atemberaubend schön, dass ich minutenlang meinen Blick keine Sekunde abwenden konnte. 

Dieses majestätische Panorama begleitete uns von nun an entlang des gesamten Wanderwegs bis zum Feldbergturm. Zunächst legten wir jedoch am vorgelagerten Gipfel des Seebucks eine kleine Verschnaufpause ein. Von diesem Punkt aus hatten wir zudem auch beste Sicht auf den Feldbergsee, der jetzt wie eine winzig kleine, blaue Pfütze 350 Meter unter uns lag. 

Entlang von Wiesen & Wasserläufen zurück ins TalVon hier aus wanderten wir, begleitet von schönsten Bergblicken, zwei Kilometer sanft bergan über breite Wanderwege durch die karge Wiesenlandschaft des Feldbergplateaus. Am Gipfel, auf nunmehr 1493 m Höhe, warten verschiedene Aussichtspunkte und natürlich auch die 45 Meter hohe Plattform des Turms darauf, für eine noch bessere Sicht erklommen zu werden. Mit etwas Glück siehst Du sogar die weißen Gipfel von Eiger, Mönch und Jungfrau und sogar den Mont Blanc. Leider hatte der Turm am Tag unserer Wanderung noch geschlossen, doch ist er seit dem 30. Mai 2020 wieder regulär geöffnet. Der Eintritt kostet 6 Euro pro Person. 

Von nun an brachte uns der Feldbergsteig Stück für Stück zurück ins Tal – aber natürlich nicht ohne Einkehr in einer der zahlreichen Hütten, die sich an um den Feldberg befinden! Gleich unterhalb des Gipfels liegt an leuchtend grünen Berghängen die St. Wilhelmer Hütte und bietet alles, was das Wanderherz neben einem kühlen Radler begehrt! Satt und glücklich folgten wir nun dem schmalen Pfad durch Wiesen und Wald hinab ins Tal. Nachdem ein letzter, kurzer Anstieg den Weg nach unten unterbricht, folgen ab Naturfreundehaus dem Naturfreundehaus die letzten Meter bergab. Und als wolle der Steig, dass man ihn als ganz besonders schön in Erinnerung behält, führt dieser entlang eines Bachs durch märchenhafte Waldlandschaft, bevor er kurz uns kurz vor dem Parkplatz wieder ins helle Licht der Nachmittagssonne entließ.


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