Wandern in Slowenien: 10 unvergessliche Touren von 5 bis 85 km

Wandern in Slowenien: 10 unvergessliche Touren von 5 bis 85 km

Wandern in Slowenien: 10 unvergessliche Touren von 5 bis 85 km

Slowenien ist ein echtes Wanderparadies und nach wie vor ein echter Geheimtipp! Tausende Kilometer schmaler Pfade winden sich hier auf idyllischen Hochalmen, durch schroffe Felslandschaften, wilde Klammen oder auch ganz gemütlich entlang der Wiesen und türkisblauen Flüsse. In diesem Artikel findest Du 10 meiner allerliebsten Wanderungen im Soca Tal und in den Regionen um Bled und Kamnik – von 5 bis max. 85 km – und ich kann es kaum erwarten, diese Liste in Kürze zu erweitern! Die 7-Seen-Wanderung im Triglav Nationalpark und die Besteigung des Triglav liegen schon fertig geplant in der digitalen Schublade.


1. Alpine Rundtour vom Vršič Pass zur Slemenova špica

Länge: 4,9 km
Dauer: 2.45 h
Höhenmeter: 490 positiv, 490 negativ
Link zu Outdooractive

Wenn Du ins Soca-Tal willst, darfst Du auf keinen Fall den aussichtsreichen Vršič Pass verpassen! Fast jede der 50 schmalen Haarnadelkurven verspricht ein neues atemberaubendes Bergpanorama. Seine Passhöhe auf 1611 m ist zudem ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen in die alpinen Höhen. Da ich jeweils zur An- und Abreise über den Pass komme, habe ich bewusst eine kurze Wanderung geplant, die sich problemlos mit dem “Ankommen” verbinden lässt: In gerade einmal 3 Stunden (mit Pausen) lässt sich in einer Rundtour der Gipfel des Slemenova špica erwandern. Trotz ihrer Kürze und des moderaten Anstiegs, darfst Du die Tour dennoch nicht unterschätzen! Man befindet sich auf der Passhöhe bereits in alpinem Gelände inklusive rutschigen Geröllfeldern – feste Wanderschuhe sind also ein absolutes Muss! So hast Du festen Tritt auf dem ersten steilen Anstieg und dem schmalen Weg, der sich immer an den Bergflanken entlang mit viel Auf und Ab zur Slemenova špica schlängelt. Während das Gelände dort hin eher schroff und steinig ist, erwarten dich am Gipfel saftig grüne Wiesen. Dabei begleiten einen jederzeit spektakuläre Ausblicke, die auf dem Gipfel ihren buchstäblichen Höhepunkt erreichen!

Geheimtipp: In der „Tonkina koča na Vršiču“ bekommst man hervorragendes hausgemachtes slowenisches Essen!

2. Wandern durchs einsame Vrata Tal zum vielleicht schönsten Wasserfall Sloweniens [Slap Pericnik]

Länge: 6 km
Dauer: 2.00 h
Höhenmeter: 230 positiv, 230 negativ
Link bei Outdooractive

Während die meisten Urlauber vom Norden Sloweniens entweder ins Soca Tal, nach Bled oder Piran steuern, bleibt das Vrata Tal meist unbeachtet – und das, obwohl in ihm einer der schönsten Wasserfälle Sloweniens liegt. Fast einsam erstreckt sich das Tal von Nord nach Süd und trägt in sich die schimmernde Triglavska Bistrica, die leise zwischen den Bäumen dahin plätschert. Am besten lässt man das Auto ein paar Gehminuten vor dem offiziellen Parkplatz an der Koča pri Peričniku stehen, um noch mehr vom Tal zu sehen, bevor man auf dem gekennzeichneten Weg zum Slap Pericnik aufsteigt. 52 Meter donnert dort das Wasser vom Felsvorsprung herunter und versprüht dabei einen erfrischenden Regen über jeden, der nur nah genug heran tritt. Mit den richtigen Schuhen kannst Du hier sogar auf einem glitschigen Weg an der Felswand entlang bis hinter den Wasserfall laufen.

3. Classy: Die Vintgar Klamm

Länge: 6,1 km
Dauer: 2.45 h
Höhenmeter: 490 positiv, 490 negativ
Link bei Outdooractive

Okay, die Vintgar Klamm bei Bled ist wirklich kein Geheimtipp mehr – trotzdem sind die Wanderung durch die Klamm und auch der Rückweg zum Parkplatz so schön, dass sie in dieser Liste auf keinen Fall fehlen darf! Um den Menschenmassen bestmöglich zu entgehen, solltest Du gleich zur Öffnungszeit (aktuell 08.00 Uhr) am Eingang sein. So hast Du die meisten Leute hinter Dir und kannst noch in aller Ruhe die auf den Holzstegen über der wild sprudelnden Radovna durch die Klamm schlendern. Wenn Du ganz genau hinsiehst, wirst Du sicherlich auch die ein oder andere Forelle entdecken, die im Gegenstrom ihr Futter fängt. Als wäre die Klamm selbst nicht schon spektakulär genug, endet der Klammweg mit einem 13 Meter hohen Wasserfall! Anschließend führt ein Pfad zunächst durch den Wald wieder hinauf und über saftig grüne Berghänge und Schafweiden zurück zum Parkplatz. 

Geheimtipp: Noch schöner als die Vintgar Klamm sind die Tolminer Klammen! Ist man aber einmal in Bled, gehört der Besuch der Vintgar Klamm quasi zum touristischen Pflichtprogramm.

4. Von den Großen Soca Trögen zum magischen Šunik-Wasserhain [Šunikov vodni gaj]

Länge: 7,6 km
Dauer: 2.00 h
Höhenmeter: 130 positiv, 130 negativ
Tour bei Outdooractive

Eine meiner liebsten Neuentdeckungen der letzten Slowenien-Reise: Die Šunikov vodni gaj. Da die Großen Soca Tröge einer meiner allerliebsten Plätze ist, haben wir diesmal gleich auf dem benachbarten Campingplatz Klin übernachtet, um jeden Abend an der Klamm sitzen zu können. So war es naheliegend, dass wir uns die Umgebung ein bisschen genauer angesehen haben. Folgt man der Straße von den Trögen aus weiter in Richtung des Mini-Dörfchens Lepena, kommt man nicht nur an einer weiteren tollen Badestelle vorbei, sondern auch über bunte Blumenwiesen geradewegs zum wild sprundelnden Šunik-Wasserhain. Was erst einmal unspektakulär klingt, ist eine Aneinanderreihung tosender und plätschernder Wasserfälle, die sich allesamt in ein tiefes, türkisblaues Becken ergießen. Ringsherum wächst ein ganzes Meer aus Moos, das die Felsen und Bäume überschwemmt. Wäre an diesem Tag nicht gerade eine Gruppe Locals da gewesen, die abwechselnd vom Wanderweg in das Wasserbecken gesprungen wären, hätten wir den Ort sogar ganz für uns allein gehabt!

5. Zur Soca Quelle und dem Wasserfall Zapotok

Länge: 8,3 km
Dauer: 2.00 h
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Einer der bekanntesten und meist besuchten Orte des Soca Tals ist sicherlich die Soca Quelle im Trenta Tal – und das absolut zurecht! Es ist unglaublich spannend zu sehen, aus welcher kleinen Felsspalte das türkisblaue Wunder Sloweniens entspringt. Während die meisten Leute aber nur unterhalb der Quelle parken, hinaufgehen und anschließend wieder fahren, verpassen sie einen der romantischsten Orte, den die Region zu bieten hat! Folgt man der Zufahrtsstraße weiter bergan, erreicht man ein idyllisches Hochtal mit weiten, grünen Wiesen, umgeben von schroffen Gipfeln. Etwas weiter hinten im Tal verjüngen sich die Wiesen zu einem mittlerweile ausgetrockneten Flussbett aus leuchtend weißen Felsen. Schaut man aufmerksam auf den Weg, wird man überall kleine Pflanzen entdecken können, die sich kraftvoll ihren Weg durchs Gestein bahnen. Auch wenn die Landschaft hier dadurch sehr trocken erscheint, befindet sich am oberen Ende des Tals jedoch nach wie vor ein Wasserfall. Um diesen zu erreichen, folgt man dem Flussbett auf seiner linken Seite bis ans Ende des Tals. Leider war der Weg als ich zuletzt im Soca Tal war durch die Reste einer großen Lawine versperrt. Inzwischen dürfte aber auch der letzte Altschnee getaut sein, sodass der Wanderung zum Wasserfall buchstäblich nichts im Wege stehen dürfte.

Geheimtipp: Im Hochtal oberhalb der Soca gibt es nur noch wenige Hütten. In einer von ihnen, der Kekčeva domačija, kann man in stilvoll eingerichteten Apartments übernachten.

6. Magisch: Von Kobarid zum Höhlenwasserfall Kozjak und in das romantische Bergdorf Dreznica

Länge: 10,6 km
Dauer: 3.45 h
Höhenmeter: 400positiv, 400 negativ
Tour bei Outdooractive

Auch wenn Slap Kozjak ähnlich wie die Vintgar Klamm nicht mehr unbedingt zu den Geheimtipps zählt, sind der Weg dorthin und der Wasserfall selbst doch trotzdem so schön, dass ich gern ein bisschen Gesellschaft in Kauf nehme, um sie zu erleben. Immerhin parken in Kobarid noch keine Reisebusse, sodass sich der Trubel trotzdem in Grenzen hält. Auf der kurzen Tour vom Wanderparkplatz in Kobarid folgt man zunächst einem Schotterweg vorbei an mehreren bunten Bienenwagen, der sich jedoch schon nach kurzer Zeit als schmaler Pfad in einem moosbedeckten, feuchten Märchenwald verliert. Immer weiter folgt man über Holzbrücken dem Bach, bis sein Plätschern immer lauter wird. Dann nämlich hat man auch schon die Karsthöhle erreicht, in der der Wasserfall durch eine schmale Felsspalte in die Tiefe rauscht. Da die Tour mit 1,5 km one way doch recht kurz ist, lohnt es sich, sie zu einer Rundtour in die beiden Bergdörfer Magozd und Dreznica zu verlängern. Beide Dörfer sind ausgesprochen romantisch, wobei vor allem Dreznica mit mit seiner imposanten Bergkirche, eine fast schon spirituelle Atmosphäre umgibt. Schon als ich sie das erste Mal während der Wanderung auf dem Alpe Adria Trail besucht habe, habe ich eine Gänsehaut bekommen!

7. Hirtenhäuser und Almwiesen: Von der Velika Planina über die Mala Planina

Länge: 14,1 km
Dauer: 4.30 h
Höhenmeter: 530 positiv, 530 negativ
Tour bei Outdooractive

Die Wanderung auf der Velika Planina war es mir wert, um vom Soca Tal für nur diese eine Tour an den letzten beiden Tagen meiner Reise bis nach Kamnik zu fahren – und meine Erwartungen wurden übertroffen! Die romantische Hochalmlandschaft mit mehr als 500 historischen Hirtenhäusern lässt sich am besten über die Seilbahn und einen nostalgischen 1-Personen-Sessellift erreichen. Auf diese Weise schwebt man über die kitschigen Bilderbuchwiesen und kann einen ersten Blick auf die einzigartigen Hütten mit ihren ovalen Holzdächern werfen, bevor man sie auf der Rundtour zur Mala Planina aus nächster Nähe erkundet. Teilweise sind die Hütten auch noch von Hirten bewohnt, die gern ihren selbstgemachten Käse “Trnič” verkaufen und neugierige Wanderer einen Blick in ihre Räumlichkeiten werfen lassen. Wenn es trotzdem mehr als Käse sein darf, bekommst Du an der bewirtschafteten Hütte “Zeleni Rob” auch deftigen, slowenischen Hüttenschmaus. 

Geheimtipp: Einige der historischen Hirtenhütten wurden renoviert und als Apartments ausgebaut – einige urig, andere luxuriös. Wenn ich das nächste Mal nach Slowenien komme, möchte ich unbedingt eine Nacht in so einer Hütte verbringen.

Weiterlesen: Velika Planina – der vielleicht schönste Ausflug in den slowenischen Alpen!

8. Von Kranjska Gora zu den Martuljek Wasserfällen

Länge: 17,9 km
Dauer: 6.15 h
Höhenmeter: 500 positiv, 500 negativ
Tour bei Outdooractive

Auf dieser Tour jagt ein Highlight das nächste! Zu Beginn folgt man dem Flusslauf der Sava Dolinka bis in den kleinen Ort Gozd Martuljek, in dem man den bisher schmalen Waldpfad gegen weite Wiesen vor einem spektakulären Bergpanorama tauscht. Mit diesem Ausblick quert man das Tal bis zu einem kleinen Outdoor-Café an dem man neben Kaffee auch leckeres Bio-Eis bekommt. Nachdem der Weg bis hierher eher gemütlich war, geht es anschließend steil bergauf in die Schlucht zu den Martuljek Wasserfällen unterhalb des ​​Špik. Ganze 110 Meter donnert hier das Wasser in drei Stufen senkrecht am Fels hinab! Oben angekommen, solltest Du unbedingt den 15-minütigen Abstecher zur bewirtschafteten Hütte “Brunarica Pri Ingotu” machen. Eine schönere Almhütte und besseren Kuchen findet man so schnell nicht wieder! 😉 Anschließend wandert man größtenteils auf Forstwegen zurück nach Kranjska Gora. Bevor man den Ausgangspunkt jedoch wieder erreicht, streift der Weg den beliebten Badesee Jezero Jasna – einer meiner liebsten Orte in Slowenien!

Geheimtipp: Hinter dem Jezero Jasna befindet sich das Flussbett der Mala Pisnica. Geht man dieses ein Stück hinauf, entkommt man dem Trubel am See und findet eine schöne Badebucht nach der anderen.

 

 

9. Blaues Band: Auf dem Soca Trail [Soska Pot] von Trenta nach Bovec

Länge: 28,4 km
Dauer: 9.00 h
Höhenmeter: 560 positiv, 1060 negativ
Tour bei Outdooractive

Wenn Du die Soca und ihre malerischen Hängebrücken erleben willst, eignet sich hierfür kaum eine Tour besser als der gleichnamige Wanderweg [slowenisch: Soska Pot]. Dieser führt von Trenta immer entlang der Ufer bis nach Bovec und verlässt diese nur, um den Fluss immer wieder auf wackeligen Holzbrücken zu queren. Dabei gelangt man auch ganz unkompliziert zu den beliebten Sehenswürdigkeiten wie den Kleinen und Großen Soca Trögen, an denen man sonst vergeblich nach einem der wenigen Parkplätze sucht. Gleichzeitig ermöglicht die Tour aber auch jede Menge seltene Perspektiven, die sonst meist verborgen bleiben: Wilde Strömungen, versteckte Brücken, einsame Badebuchten und verwunschene Wälder. Der Weg ist überall bestens markiert, sodass Du dich auch ohne GPS nicht verlaufen kannst. Von Bovec aus bringt Dich anschließend der Bus wieder zurück nach Trenta. 

Geheimtipp: Linkerhand der Großen Soca Tröge führt eine kurze Schotterstraße hinauf zum Restaurant des Hoteldörfchens Pristava Lepena. So gut gegessen wie hier habe ich in Slowenien sonst nirgends!

10. Auf dem Alpe Adria Trail entlang der Soca

Wenn dir der Soca Trail allein nicht reicht, kannst Du dem Fluss auf dem Alpe Adria Trail auch über 85 Kilometer bis nach Tolmin folgen. Der Alpe Adria Trail führt als Fernwanderweg vom Großglockner bis ans Meer nach Triest. Tatsächlich war es diese Fernwanderung, bei der ich mich Hals über Kopf in Slowenien verliebt habe! Kein Abschnitt hat mich in diesen Wochen so sehr verzaubert, wie der entlang der Soca. Der slowenische Teil umfasst dabei 5-6 Etappen, auf denen Du zunächst von Kranjska Gora aus den Vršič Pass überquerst, die Soca Quelle besuchst und ihr anschließend nach Bovec und Kobarid folgst. In Bovec und/oder Kobarid solltest Du jedoch unbedingt einen zusätzlichen Tag einplanen, um eine Rafting- oder Canyoningtour zu machen, in der deutlich wärmeren Nadiza zu baden oder das Museum zum 1. Weltkrieg in Kobarid zu besuchen. Anschließend verlässt man die Soca kurzzeitig für einen Tag, um eine Nacht in der urigen Hütte “Koca Na Planini Kuhinja” zu verbringen. Die letzte Etappe bringt Dich anschließend nach Tolmin und zu den Tolminer Klammen.

Unterwegs übernachtet man entweder in Unterkünften oder im Zelt. Am Ende jeder Etappe gibt es wenigstens einen Campingplatz – mit Ausnahme der Hütte. Von Tolmin aus fährt man bequem mit dem Bus mit nur einem Umstieg in Bovec zurück nach Kranjska Gora.

Weiterlesen: Wandern in Slowenien – 85 km durch das Soca Tal


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