Roadtrip nach Portugal: 10 lohnenswerte Zwischenstopps in Frankreich

Roadtrip nach Portugal: 10 lohnenswerte Zwischenstopps in Frankreich

Roadtrip nach Portugal: 10 lohnenswerte Zwischenstopps in Frankreich

Der Weg nach Portugal ist lang, doch gerade das macht ihn so aufregend und wunderschön – eintausend Kilometer durch Frankreich lagen vor mir, bevor ich überhaupt die Grenze zu Spanien erreichen sollte. Um von Frankreich auch etwas zu sehen und natürlich um Timber genügend Auslauf und Pausen zu gönnen, habe ich mir für die Fahrt sechs Tage Zeit genommen und dabei jede Menge schöne Orte entdeckt. Weil stundenlanges Fahren mitunter sehr anstrengend ist und die Priorität trotzdem darauf lag, halbwegs zügig vorwärts zu kommen, habe ich große Städte wie Dijon und Toulouse links liegen und mich vor allem auf kleinere Orte und hübsche Plätze in der Natur beschränkt. In diesem Beitrag findest Du 10 lohnenswerte Stopps, die ich dabei entlang der Strecke entdeckt habe und Wissenswertes zum Autofahren in Frankreich.

Mit dem Auto durch Frankreich nach Portugal: Was Du wissen solltest

Die Fahrt durch Frankreich nach Spanien bzw. Portugal hat sich als sehr unkompliziert erwiesen. Während ich bis Freiburg im Breisgau gleich mehrere Staus überstehen musste, waren die Straßen in Frankreich zu jeder Zeit frei (was ich gern auf das Tempolimit zurückführe). Das Fahren selbst ist entspannt, die Orientierung fällt sehr leicht. Lediglich die Mautgebühren machen Bauchschmerzen: Der gesamte Weg von Freiburg im Breisgau bis zur Grenze hat mich ca. 130 Euro, hin und zurück also knappe 260 Euro gekostet – ohne Spritkosten. Entsprechend war die Entscheidung, mir für die Strecke Zeit zu nehmen auch eine finanzielle: Da ich durch die Stops immer wieder von der Autobahn runter gekommen bin, konnte ich mir glücklicherweise mehrere hundert Kilometer Maut sparen. 

Im Gegensatz zu Österreich, Tschechien oder Slowenien wird in Frankreich die Maut nicht per Vignette sondern an den Mautstationen beim Auf- und Abfahren, manchmal aber auch zwischendurch auf der Autobahn gezahlt. Dafür solltest Du eine Visa Karte und/oder Bargeld griffbereit haben. 

Stellplätze in Frankreich

Frankreich hat außerhalb der Touristenzentren und der Küstenregionen ein sehr entspanntes Verhältnis zu Campern. Nahezu flächendeckend findet man kostenlose Wohnmobilstellplätze mit Zugang zu Wasser, Abwasserentsorgung und manchmal sogar Strom. Die Zahl der Landbesitzer, die sich mit solchen Plätzen etwas dazuverdienen steigt – diese privaten Plätze sind dann oftmals auch sehr viel schöner gelegen und kosten ca. 5 Euro pro Nacht. Unabhängig davon findet man über die App Park4Night aber auch jede Menge freie Stellplätze, an denen Camper gern geduldet werden – vorausgesetzt, sie verhalten sich ruhig und nehmen ihren Müll mit. Auch ich möchte Dich an dieser Stelle unbedingt bitten, beim Campen keine Spuren zu hinterlassen. Frankreich ist ein Vanlife-Paradies, das es aber nur bleiben wird, wenn wir jede*r Einzelne respektvoll mit den Orten umgeht, die sie*er vorfindet. 

Die wichtigsten Camper-Regeln deshalb noch einmal im Überblick

  • Nimm all deinen Müll mit – auch dein Klopapier!
  • Solltest Du keine Toilette im Bus haben, benutze nach Möglichkeit öffentliche oder grab deine Hinterlassenschaften bitte ein! Ein Mini-Klappspaten kostet weniger als 20 Euro und gehört in jeden Camper!
  • Benutze nur natürliche und biologisch abbaubare Kosmetik und Seifen, wenn Du Dich in der Natur wäschst und/oder dein Geschirr spülst. So gelangen keine Mikroplastik und Chemikalien in den Boden, die nicht abgebaut werden können und Schaden hinterlassen würden.
  • Vermeide unnötigen Lärm, um in urbanen Gebieten die Menschen und in der Natur die Tiere nicht zu stören. Ich denke da vor allem an unnötiges Türenknallen oder Geschirr-Geschepper am Abend.

Mehr dazu: Bei „Take an Advanture“ findest Du zwei sehr interessante Artikel zu den Themen CAMPING-TOILETTE und NACHHALTIGE OUTDOOR-HYGIENE.

 


10 lohnenswerte Stopps in Frankreich auf meiner Route von Süddeutschland in Richtung Portugal

1. Die Märchenstadt Colmar

Zeit: etwa 2-4 Stunden

Tipp: Der Parkplatz Quartier Bertsch liegt sehr zentral und hat keine Höhenbeschränkung.

Farbenfrohe Fachwerkhäuser, romantische Kanäle und blumengeschmückte Fenster… Zugegeben, da ich Colmar erst auf meinem Heimweg besucht habe, empfand ich die Stadt nach den schlichten französischen Dörfern als ein bisschen kitschig – dennoch wird sie dank ihres einzigartigen architektonisches Erbes gern als das Juwel des Elsass bezeichnet. Da die historische Altstadt nicht besonders groß ist und es mehrere Parkplätze in unmittelbarer Nähe gibt, lässt sie sich wunderbar bei einem kurzen Zwischenstop erkunden. Dann spaziert man am besten durch “Petite Venise”, isst auf der Grand Rue bei Malker eines der göttlichen Käse-Brioches und deckt sich in der Markthalle mit frischem Obst und Gemüse ein. Ringsherum laden die sonnigen Terrassen der vielen “Winstubs” auf ein Glas elsässischen Wein ein. Mein Favorit: Ein guter Gewürztraminer.

2. Käse-Picknick im Dorfidyll [Fromagerie du Val de Loue]

Zeit: 1-2 Stunden
Picknickplatz: 46.7707, 4.6974

Sicher ist so ein Stadtbummel unterwegs eine wunderbare Abwechslung und auf keinen Fall würde ich die kulturellen Eindrücke missen wollen, doch sind Parkplatzssuche und die Orientierung nach langen Fahrten manchmal auch einfach zu anstrengend. Deshalb halte ich unterwegs fast noch lieber in ländlichen Gegenden an Orten, wo ich problemlos irgendwo parken und einen Spaziergang genießen kann. Was in Frankreich dabei nicht fehlen darf: Das Käse Picknick. 

Ein glücklicher Zufall sorgte dafür, dass ich nicht nur die kleine, charmante Fromagerie du Val de Loue fand, sondern dank einer Baustelle auf der Autobahn auch den Picknickplatz im Dorf Jambles (westlich von Chalon sur Saone). Die große Wiese samt schattenspendenden Bäumen, Tischen und einem Spielplatz liegt vollkommen ruhig und romantisch an einem Hang mit Blick über eine Kuhweide auf die gegenüberliegenden Weinreben. Das kleine Dorf im Tal mit seinen traditionellen Steinbauten und das prunkvolle Chateau am Weinberg komplettieren die Bilderbuchansicht vom französischen Landidyll.

3. Beaune und Umgebung

Zeit: 3-4 Stunden

Beaune, das war Liebe auf den ersten Blick. Eigentlich hatte ich mich nur für die kleine Stadt im Burgund entschieden, weil bei Google so ein hübsches Bild vom Hôtel-Dieu Museum auftauchte. Letztlich war es aber gar nicht das Gebäude des Museums selbst, das mich so verzaubert hat. Vielmehr waren es die schmalen gepflasterten Gassen, in die das goldene Herbstlicht fiel, die Gebäude aus grauem Stein die sich eng aneinander schmiegen, die vielen stilvoll eingerichteten Geschäfte, für Mode, Feinkost, Wein, Tee, und Interieur, die Patisserien und Cafés, die die Straßen mit herrlichem Duft erfüllen und bestimmt auch das Karussell, dessen Pferde Runde um Runde über den Place Carnot galoppieren. 

Wenn Du noch etwas mehr Zeit hast oder Dir Beaune schon zu groß ist, lohnt sich auch ein Ausflug nach Chateauneuf und den malerischen Ort Semur-en-Auxois. Beide Orte sind unglaublich romantisch und ohne Parkplatzsuche zu erreichen.

4. Die Felsenstadt Rocamadour

Zeit: 3-4 Stunden
Parkplatz: 44.803470, 1.620462

Glücklicherweise hatte ich keine Ahnung, dass Rocamadour nach dem Mont Saint Michel der meist besuchteste Ort Frankreichs ist, sonst hätte ich mich wahrscheinlich vom Gedanken an volle Parkplätze und Straßen abschrecken lassen. So aber bin ich unvoreingenommen ist die Stadt gekommen und wurde von ihrer Schönheit überwältigt, bevor ich mir überhaupt Gedanken um die vielen Besucher machen konnte. Fast senkrecht klammert sich das “vertikale Dorf” 150 m hoch an den Fels über der Schlucht von Alzou. Die Häuser, Dächer und Kirchen scheinen fast mit dem Gestein verwachsen zu sein. Eine schmale, steile Treppe führt aus dem Dorf mit seinen vielen Läden und Cafés über 216 Stufen hinauf in die Heilige Stadt: den Sanktuarien mit ihren sieben Gotteshäusern. Die beiden wichtigsten sind die Marienkapelle Notre Dame de Rocamadour mit ihrer Krypta und die Basilika Saint-Sauveur. Beide gehören seit 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Mit noch mehr Puste kommst Du oberhalb anschließend auch zur mittelalterlichen Burg. 

Parken kannst Du oberhalb auf den verschiedenen ausgeschilderten Parkplätzen. Der neue Parkplatz an der Les Esclargies (noch nicht bei Google vermerkt) ist am besten gelegen, um auf einem Rundweg zunächst vom Fotopoint über die Chem. du Photographe hinunter ins Dorf zu laufen und später über die Sanktuarien wieder nach oben zu gehen. Da dieser Parkplatz auch etwas weiter entfernt ist von der Burg, hast Du hier bessere Chancen auf einen freien Platz.

5. Das Gelände der Schaukäserei “La Borie d’Imbert” bei Rocamadour

Zeit: etwa 1 Stunde, mit Besichtigung der Käserei und/oder Picknick 2-3 Stunden

Rocamadour ist nicht nur für seine Felsenstadt bekannt, sondern auch für seinen Ziegenkäse. In der Umgebung gibt es deshalb gleich mehrere Käsereien. Weil das Glück auch hier wieder auf meiner Seite war, habe ich durch Zufall mit der „La Borie d’Imbert“ die eine gefunden, die von riesigen frei begehbaren Ziegenweiden umgeben ist, und gleich einem Freilichtmuseum (auf französisch) die traditionelle Ziegenhaltung erklärt. So spaziert man hier auf saftig grünen Wiesen an den niedrigen Steinmauern und Feigenbäumen vorbei. Am besten nimmt man sich hierfür aus dem Hofladen ein kleines Picknick mit. Am hinteren Ende des Geländes finden sich mehrere hölzerne Picknicktische.

6. Die Jardins de Marqueyssac

Zeit: 2-4 Stunden

Seit ich ein kleines Kind bin, träume ich immer wieder denselben Traum von einem verwunschenen Garten, wild, doch kunstvoll, mit Wegen gleich einem Labyrinth inmitten tausender Rosen. Allein deshalb gleicht jede Frankreich Reise für mich einem Tagtraum, in dem die Grenzen zwischen Realität und meiner Fantasie verschwimmen – denn nirgendwo sonst auf der Welt (außer vielleicht in Sintra) habe ich je solche Gärten entdeckt, wie sie sich hier zu hunderten und tausenden an alten Chateaus verbergen. Ein besonders schöner, vom Kulturministerium als >jardin remarquable< ausgezeichnet, befindet sich in der Dordogne unweit des malerischen Ortes Beynac et Cazenac. 

Die gesamte Anlage der Jardins de Marqueyssac liegt auf einem Felssporn oberhalb einer Flussbiegung der Dordogne. Auf 6 km spaziert man hier durch ein Labyrinth aus 150.000 handgeschnittenen Buchsbäumen, zugewachsenen Bogengänge, vorbei an würzig duftenden Kräuterrabatten, wilden Orchideen und bemoosten Hecken. Alle Wege leiten irgendwann zu der steinernen Kapelle und später zurück zum Schloss. Mehrere Aussichtspunkte erlauben dabei spektakuläre Blicke ins Flusstal bis hin zur Burg Castelnaud. 

 

Solltest Du im Sommer unterwegs sein, lohnt sich auch ein Blick in den Veranstaltungskalender. Regelmäßig gibt es dann nämlich Tage, an denen der Garten am Abend mit tausenden Kerzen erleuchtet wird und man bis spät in die Nacht unterm Sternenhimmel zwischen den Lichtern spazieren kann.

7. Das Château de Viella

Zeit: 1-2 Stunden

Wenn ich ans Reisen in Frankreich denke, tauchen da unwillkürlich die Bilder von alten efeuumrankten Chateaus, leuchtenden Weinbergen und Weinverkostungen auf. Ein Besuch eines Weinguts gehört deshalb für mich in Frankreich zum Pflichtprogramm. In diesem Fall fand ich durch Zufall das familiengeführte Chateau de Viella, ein vergleichsweise kleines Weingut, einsam gelegen inmitten von Weinbergen. Gäste werden hier herzlich empfangen und zu einer kostenlosen und unkomplizierten Weinprobe eingeladen. Im Gegensatz zu den meisten französischen Gütern wird hier sogar Englisch gesprochen, sodass man bei der Verkostung jede Menge spannendes zu den Weinen erfährt – beispielsweise, dass die regionaltypische Rebsorte Tannat, die hier angebaut wird, den nachweislich gesündesten Wein gibt. So wurde in einer wissenschaftlichen Studie ein Zusammenhang zwischen dem hohen Procyanidingehalts des Weins und den vergleichsweise wenigen Herzerkrankungen in der Region hergestellt.

Leicht beschwipst flaniert man anschließend vom Gutshaus auf einem Spazierweg durch die Weinreben hinauf zum Chateau.

8. Arborétum de Payssas

Zeit: 1 – 1,5 Stunden

Aboretum [lat. arbor, Baum] ist eine Sammlung nicht in Pflanzgefäßen wachsender verschiedener, oft exotischer, Gehölze.

Manchmal machen Herz und Verstand eigenartige Sachen: Obwohl ich in Frankreich auf dem Weg nach Portugal weitaus spektakulärere Orte besucht habe, denke ich an keinen lieber zurück als an das Arborétum de Payssas – vielleicht, weil ich hier einen ganzen Beutel voll Maronen sammeln konnte, vielleicht weil die Wiesen so frisch nach Äpfeln dufteten oder weil der sanfte Regen die Landschaft und mich selbst so still und friedlich werden ließ. 

Ein etwa zwei Kilometer langer Rundweg führt auf Trampelpfaden über Wiesen zu einem Obsthain und an allerlei Bäumen aus verschiedensten Teilen der Welt vorbei. Kann man französisch, geben gepflegte Tafeln Auskunft über ihre Besonderheiten. Da der Ort sonst nirgendwo auf offiziellen Websites zu finden ist, hat man ihn mit großer Sicherheit ganz für sich allein – lediglich ein paar Vögel und Schafe leisteten mir hier Gesellschaft.

9. Salies-de-Béarn

Zeit: Ohne Essen etwa 1,5 – 2 Stunden

Da ich Spanien an einem Tag durchfahren wollte, habe ich noch einmal direkt vor der  französisch-spanischen Grenze übernachtet und die Gelegenheit genutzt, mich dort ein wenig umzuschauen. Ehrlich gesagt hat mir die Gegend aus völlig subjektiven Gründen nicht mehr so gut gefallen wie die Regionen, durch die ich zuvor gekommen bin. Mit Salies-de-Béarn habe ich aber glücklicherweise eine weitere kleine Perle entdeckt, die meine sonstigen Eindrücke absolut wett gemacht hat! Die Stadt ist vor allem bekannt für ihre Thermen und ihre Salinen, in denen bis heute auf traditionelle Weise Salz gewonnen wird. Das Musee de Sel erzählt sehr kurzweilig und anschaulich von der spannenden Geschichte. 

Am meisten begeistert haben mich aber vor allem die Stadtarchitektur, die schmalen Gassen und die vielen Ateliers für Kunsthandwerk. Den schönsten Blick genießt man von der Rue de Moulin, zu deren Füßen das kleine Flüsschen Le Saleys die alten Häuser umspült. 

Obwohl ich sonst am Abend am liebsten am Bus koche, auch um nicht im Dunkeln zu meinem Stellplatz zu fahren, habe ich hier eine Ausnahme gemacht, um in der gediegenen Atmosphäre der Bar Le Chalet bei einem Glas Wein leckere regionale Käse und Schinken und probieren. Ich hatte sogar solches Glück, dass es an diesem Abend Singer-Songwriter-Live-Musik gab.

10. Sauveterre-de-Béarn

Zeit: 1 – 1,5 Stunden

Bevor ich am nächsten Tag schließlich über die Grenze nach Spanien fuhr, habe ich einen letzten Abstecher nach Sauveterre-de-Bearn gemacht, um mir dort in der Boulangerie ein letztes Eclair zum Frühstück zu gönnen (zu diesem Zeitpunkt hatte ich ja noch keine Ahnung wie göttlich auch Pasteis de Nata sind). Der Ort ist wesentlich kleiner und ruhiger als Salies-de-Béarn aber nicht minder schön. Von der Kirche im mittelalterlichen Stadtzentrum hat man einen tollen Blick auf den Fluss Gave d’Oloron. Gleich gegenüber befindet sich auch das kleine Café, La Légende, das die friedlich-mystische Atmosphäre der Kirche umgibt. Wenn Du noch einen Moment Zeit hast, lohnt sich auch ein Spaziergang hinunter zum Fluss auf die Insel an der Pont de la Légende. Von ihr hast Du einen besonders tollen Blick auf die malerische Kulisse der alten Stadt.


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