3 Wochen South West Coast Path: Etappen 1-6 von Padstow nach Sandy Acres

3 Wochen South West Coast Path: Etappen 1-6 von Padstow nach Sandy Acres

3 Wochen South West Coast Path: Etappen 1-6 von Padstow nach Sandy Acres

​​Der South West Coast Path ist einer der schönsten und bekanntesten Fernwanderwege Englands. Auf 1014 km führt er von Minehead entlang der Küstenlinie von Exmoor, schlängelt sich an der spektakulären Küste Cornwalls zur Südküste Großbritanniens und führt dort schließlich zur berühmten Jurassic Coast. Doch um die gesamte Strecke zu laufen, braucht man mindestens 2 Monate Zeit! Weil ich aber leider “nur” drei Wochen hatte, musste ich mich für einen Abschnitt entscheiden.

In diesem Beitrag liest Du, warum ich mich für den Abschnitt zwischen Padstow und Par entschieden habe und wie ich meine Etappen geplant habe. Außerdem findest Du eine Übersichtskarte, eine Beschreibung meiner ersten 6 Etappen von Padstow nach Sandy Acres und einen Link zu allen GPX-Dateien.

Die Wahl des “richtigen” Abschnitts

Der South West Coast Path stand schon eine halbe Ewigkeit auf meiner Bucket List – und endlich hatte ich Zeit. Allerdings auch “nur” drei Wochen… immerhin nehmen An- und Abreise zum südwestlichsten Zipfel Großbritanniens je nach Route und Verkehrsmittel auch noch einmal 6-7 Tage in Anspruch. Die Frage war nun also: Welchen Abschnitt der insgesamt ca. 1000 km möchte ich laufen? 

Wichtig war mir einerseits, dass ich auch möglichst viele der tollen türkisblauen Postkarten-Buchten Cornwalls zu Gesicht bekomme, zwischendurch Surfen gehen kann und dass die gewählte Strecke trotz allem nicht zu fordernd ist. Schließlich war das der erste Fernwanderweg, den ich allein, bzw. mit Timber gewandert bin. Deshalb wollte ich sicher gehen, dass ich mich nicht allein schon mit Strecke und Höhenmetern überfordere und ständig meine körperlichen Grenzen ausreizen muss.

Mit diesen Bedingungen fiel meine Wahl recht schnell auf den Abschnitt zwischen Padstow und Par. Folgt man der allgemeinen Einteilung des South West Coast Path in 8 Wochen, entspricht mein gewählter Abschnitt Woche 3-5. Auf diese Weise habe ich die beiden ersten Wochen ab Minehead und damit den anspruchsvollsten Part übersprungen und habe aufgehört, wo die Landschaft immer flacher wird und spektakuläre Küsten eher “ödem” Weideland weichen. Etwas schade ist nur, dass ich damit auch die berühmte Jurassic Coast, ganz am Ende des South West Coast Path, verpasst habe. Letztlich habe ich jedoch so viele spektakuläre Landschaften gesehen, dass ich gar nicht mehr darüber nachgedacht habe, was ich nicht gesehen habe. Meine Wahl war (für mich) einfach perfekt!

Die offizielle Einteilung des South West Coast Path in 8 Wochen
1. Minehead – westward ho!
2. Westward ho! – padstow
3. padstow – st. ives
4. st. ives – lizard point
5. lizard point – par
6. par – torcross
7. torcross – seaton
8. seaton – poole

Meine Etappenplanung

Die meisten Wanderführer, die es zum South West Coast Path gibt, planen mitunter durchgängig mit recht anspruchsvollen Etappen, die auch oftmals nicht an Campsites, sondern in Ortschaften enden, in denen man gezwungen ist, sich eine feste Unterkunft zu suchen. Weil ich aber möglichst immer im Zelt schlafen und mir trotzdem die Sicherheit geben wollte, immer an einer Campsite schlafen zu können, habe ich meine Etappen ein wenig angepasst. 

Aus Erfahrung weiß ich außerdem, dass vor allem die ersten ein bis zwei Wochen durch die ungewohnte Belastung sehr anstrengend sein können und ich mir deshalb lieber etwas weniger zumute als ich es vielleicht bei der Planung von Tagestouren machen würde. Und immerhin brauchte ich auch noch Zeit zum Surfen! 😉 

Entsprechend sind meine Etappen zwar immer noch sportlich, jedoch in ihrer Intensität so kombiniert, dass ich zwischendurch auch mal weniger anstrengende Tage mit mehr Zeit zum Baden, Surfen und Genießen hatte. Pro Woche habe ich außerdem mit jeweils einem Pausentag gerechnet, weshalb ich in 21 Tagen „nur“ 18 Etappen gelaufen bin.

  • Etappe 1: Padstow – Porthcothan Bay
  • Etappe 2: Porthcothan Bay – Crantock Beach
  • Etappe 3: Surfen an Crantock Beach – Treago Farm Campsite
  • Etappe 4: Treago Farm Campsite – Trevellas Downs
  • Etappe 5: Trevellas Downs – Portreath
  • Etappe 6: Portreath – Sandy Acres
  • Etappe 7: Sandy Acres – St. Ives
  • Etappe 8: St. Ives – Morvah
  • Etappe 9: Morvah – Lands End
  • Etappe 10: Lands End – Treen
  • Etappe 11: Treen – Mousehole/Prussia Cove
  • Etappe 12: Prussia Cove – Mullion
  • Etappe 13: Mullion – Lizard Point
  • Etappe 14: Lizard Point – Coverack
  • Etappe 15: Coverack – Helford
  • Etappe 16: Helford – Bohortha
  • Etappe 17: Bohortha – Portloe
  • Etappe 18: Portloe – Mevagissey

Campingplatz oder Wildcampen?

Die Frage aller Fragen am South West Coast Path! Die gute Nachricht ist: Fast flächendeckend gibt es unzählige Campsites entlang meiner gewählten Route – tatsächlich kam ich nur ein Mal bei Helford in die Situation, keinen passenden Schlafplatz zu finden. Auf diese Weise konnte ich jeden Tag neu entscheiden, ob mir nach Wildcampen zumute war – für mich einer der vielen Gründe, weshalb ich mich überhaupt für den South West Coast Path entschieden habe. Wäre ich von Anfang an gezwungen gewesen wildzucampen, hätte ich mich vermutlich nicht getraut loszugehen. So aber konnte ich Vertrauen fassen in den Trail, das Klima, die Winde und die Landschaft, um dann ohne Bedenken die spektakulärsten Spots zu wählen, die ich mir nur hätte erträumen können!

Die hier vorgestellten Etappen sind so geplant, dass sie immer an einem Campingplatz, in seltenen Fällen auch an einer Auswahl an Hotels enden. Möglichkeiten zum Wildcampen vermerke ich extra.

 

South West Coast Path Etappe 1: Padstow – Porthcothan Bay

22,4 km | 322 hm + | 279 hm – | 6 h 22 min reine Gehzeit | Übernachtung: Berryfields Campsite

Einen schöneren ersten Tag als diesen hätte ich mir nicht wünschen können! Fast hätte man meinen können, der Trail wolle sich auf diesem Abschnitt von seiner besten Seite zeigen, um auch den allerletzten Zweifel an der bevorstehenden Tour zu zerstreuen. Allein Padstow sollte auch während der kommenden 320 km der hübscheste Ort bleiben, durch den ich gebummelt bin. Und ein bisschen ärgere ich mich sogar, dass ich mir nicht noch etwas mehr Zeit genommen habe, ihn zu erkunden. Doch die Aufregung war einfach zu groß – ich wollte los! Und glaubt mir, als ich hinter dem Daymarker die ersten steilen Klippen mit dem türkisblauen Wasser unter ihnen sah, war ich einen Moment lang nicht in der Lage weiterzugehen, so überwältigt war ich davon, alles, wovon ich so lang geträumt hatte, nun endlich selbst zu sehen. Keine Postkarte, kein Bild ist in der Lage, das Gefühl wiederzugeben, das ich beim Anblick dieser mächtigen Landschaft empfunden habe: Freiheit, Ehrfurcht, Faszination, … und auf einmal war ich mir ganz sicher, dass es gerade keinen anderen Ort mehr auf der Welt gab, an dem ich lieber hätte sein wollen.

Dieses Gefühl steigerte sich an diesem Tag mit jedem Meter zu einer anhaltenden Euphorie, vor allem dann, als ich bei Trevone die ersten Tide Pools entdeckte und am Harlyn Beach die erste wunderbare Gelegenheit zum Baden fand. 

Auch die letzten Kilometer zur Porthcothan Bay sorgten dafür, dass ich den inzwischen müden Beine kaum Beachtung schenkte, so spektakulär und wild waren hier die Felsformationen und die Wellen, die mit lautem Donnern an ihnen zerschellten. Und als sich schließlich doch die Anstrengung bemerkbar machte, nahm ich bereits die letzten Meter zum Berryfields Tearoom and Holiday Park: Vielleicht nicht der schönste Ort zum Zelten, da hier hauptsächlich große Wohnmobile parken, jedoch neben einem ausgesprochen hübschen Café, in dem typisch britischer Cream Tea (Tee mit Scones) und leckere Ofenkartoffeln serviert werden – ein perfekter Abschluss nach einem perfekten ersten Tag!

Highlights am Weg: 

  • der hübsche Ort Padstow
  • die Tide Pools rund um Trevone
  • baden am Harlyn Beach
  • baden im Treyarnon Rock Pool
  • Cream Tea bei Berryfields

 

South West Coast Path Etappe 2: Porthcothan Bay – Crantock Beach

23,6 km | 678 hm + | 694 hm – | 7 h 42 min reine Gehzeit | Übernachtung: QUARRYFIELD CAMPSITE oder Wildcampen in den Dünen von Crantock Beach

Auch am zweiten Tag war meine Euphorie noch so groß, dass ich kaum dazu gekommen bin, die Anstrengung zu merken, die eine Etappe mit mehr als 20 Kilometern an den Klippen so mit sich bringt. Außerdem war ich in bester Gesellschaft eines anderen Long Distance Hikers, den ich gleich zu Beginn des Tages kennengelernt habe…

Er ist auch der Grund, weshalb ich gar nicht so viel über die Etappe selbst erzählen kann… lediglich die Aussicht auf den riesigen Strand vor Porth ist mir im Gedächtnis geblieben – so beeindruckt war ich von seiner Ausdehnung. 

Vielmehr denke ich an Dan und seine Suche nach einer neuen Beschäftigung für die Zeit nach dem Trail. Ursprünglich als Mathematik-Lehrer in Saudi-Arabien tätig, hat er all seine Sachen verkauft und die Wohnung gekündigt, um den South West Coast Path zu laufen und eine neue Idee für seine Zukunft zu finden. Sein Mut und gleichsam auch sein Selbstbewusstsein, mit der er sich auf dem Trail bewegt hat, haben mich so nachhaltig beeindruckt, dass er, obwohl wir nur einen einzigen Tag zusammen verbracht haben, zur Leitfigur meines South West Coast Paths wurde. Jedes Mal, wenn ich an den folgenden Tagen eine kleine oder größere Herausforderung zu meistern hatte, habe ich mir die Frage gestellt: “Was würde Dan jetzt wohl tun?” 

Meine Erinnerungen an die Landschaft setzen erst wieder ein, als wir uns in Newquay getrennt haben – einer meiner Meinung nach völlig überschätzten Stadt, deren Lärm und Dreck ich gern schnell wieder hinter mir lassen wollte. Glücklicherweise erspart einem die Fern Pit Ferry während der Flut den langen Umweg um die Stadt und brachte mich geradewegs zu Crantock Beach mit seiner wundervollen Dünenlandschaft, den hübschen Campsites und dem perfekt gelegenen Surfcamp.

Highlights am Weg:

  • die Aussicht auf den Perran Sands Beach (mit Bank)
  • den Surfern zuschauen am Cribbar Surfing Point
  • Seafood essen in The Fish House Fistral oder im Fern Pit Cafe
  • die Dünen von Crantock Beach

 

South West Coast Path Etappe 3: Crantock Beach (Surfen) – Treago Farm Campsite

6,2 km | 78 hm + | 108 hm – | 1 h 55 min reine Gehzeit | Übernachtung: TREAGO FARM

Die Ernüchterung kam am nächsten Tag: Meine Beine waren schwer wie Blei und die erste Euphorie hatte sich soweit gelegt, dass ich nun jeden Muskel meines Körpers und die Druckstellen des Rucksacks spürte. Trotzdem war ich froh, am Vortag nicht in Newquay geblieben, sondern bis nach Crantock gelaufen zu sein: Hier fühlte ich mich so wohl, dass ich kurzerhand entschloss, den Tag am Strand zu verbringen und nur eine kurze Etappe zur viel gelobten Treago Farm Campsite zu laufen – denn immerhin war da auch noch das Surfcamp, das mir schon am Tag zuvor aufgefallen war. 

Gegen 14 Uhr waren die Bedingungen perfekt für eine kleine Whitewater Session (ich stand zum ersten Mal seit meinem Surfunfall vor vier Jahren in Costa Rica wieder auf dem Brett)! Aber auch Advanced Surfers wären an diesem Spot voll auf ihre Kosten gekommen. Alternativ hätte man zu dieser Zeit bei der Big Green Surf School auch spontan einen Kurs buchen können. 

Als ich später mit müden Armen aus dem Wasser stieg, war ich sehr froh über meinen neuen Plan und darüber, nur noch knapp 2 Stunden Gehzeit zur nächsten Campsite vor mir zu haben. Übrigens: Direkt vor der Treago Farm liegen auch die Porth Joke und die Higher Moor Campsite. Diese beiden haben mir fast noch besser gefallen als die Treago Farm Campsite, jedoch gab es dort keine Duschen – für mich an diesem Tag nach dem Surfen essentiell. 

Highlights am Weg:

 

South West Coast Path Etappe 4: Treago Farm Campsite – Trevellas Downs

17,3 km | 497 h + | 451 hm – | 5 h 45 min reine Gehzeit | Übernachtung: BLUE HILLS TOURING PARK

Nach meinem ruhigen Tag am Crantock Beach war ich wieder bereit für eine “richtige” Etappe – nicht zuletzt, da dieser Tag mein 30. Geburtstag war. Und wie es sich für einen solchen Tag gehört, bekam ich nicht nur bestes Wetter, sondern auch jede Menge atemberaubende Aussichten geschenkt. Wie ein goldenes Band schlängelte sich der Path durch Dünen und über Wiesen entlang der Klippen, links und rechts begleitet von Meeren lilafarbener Heide. 

Doch mein Tag war leider nicht nur romantisch: Oberhalb des Perran Sands Beach, einem knapp 3,5 km langen Strand, befindet sich ein riesiges Dünensystem mit Sandbergen so hoch, dass man in ihren Senken weder Meer noch Strand sehen kann. Ein ungenauer Blick auf die Karte und die fehlende Markierung leiteten mich geradewegs hinein in das Labyrinth aus Wegen – genau zur Mittagssonne, ohne Netz und auf einmal ohne Orientierung. Im Nachhinein frage ich mich, weshalb ich nicht einfach am Strand weitergelaufen bin. So aber stand ich auf einmal verloren und zunehmend panisch inmitten der Dünen. Glücklicherweise habe ich nach einer halben Stunde einen Weg hinaus gefunden – vollkommen erschöpft vom Laufen mit dem schweren Rucksack in dem lockeren Sand. 

Dieses Erlebnis sollte zum wichtigsten Learning werden: Nimm niemals die Wege durch die Dünen, wenn Du auch am Strand entlang gehen kannst.

Perranporth Beach brachte leider keine Erholung – zur Hochsaison gleicht der Strand vor der Stadt einer Plastic City, in der sich unzählige Familie und Grüppchen mit ihren Kühltruhen, Liegestühlen und säckeweise Plastikspielzeug in ihren Windfängen verbarrikadiert – einer am anderen, sodass ich mindest 20 Minuten lang nur durch Plastikburgen lief.

Hinter Perranporth aber wurde es schnell wieder still und ich kehrte schnell zur lieb gewonnen Ruhe des Trails zurück. Spätestens hier, an den einzigartigen Felsformationen des Cligga Head, war der Schreck aus der Düne wieder vergessen. Trotzdem war ich froh, als ich das letzte Auf- und Ab des Tages geschafft und mein Zelt an der Campsite aufgestellt hatte. Der Blue Hills Touring Park bietet übrigens wirklich hübsche Plätze und genügend Abstand zu den großen Campern. 

Achtung: Am Ende der Etappe unbedingt an meine gpx-Route halten: Der vermeintlich kürzere Zugang zur Campsite am Perranporth Airfield ist durch ein geschlossenes Tor versperrt.

Highlights am Weg:

  • die ausgesprochen schönen Wege bei Holywell
  • der lange Strandspaziergang am Perran Sands Beach (wenn man sich nicht in den Dünen verirrt)
  • die Felsformationen von Cligga Head

 

South West Coast Path Etappe 5: Trevellas Downs – Portreath

17,7 km | 420 hm + | 439 hm – | 5 h 35 min reine Gehzeit | Übernachtung: HILLCREST VIEWS CAMPSITE ILLOGAN oder YHA PORTREATH

Diese Etappe war wirklich spannend – nicht nur wegen der Höhlen in den Felsen, in denen man ohne weiteres ein Piratenschiff hätte vermuten können, sondern vor allem wegen der Ruinen der alten Wheal Coates Tin Mine. Gelegen inmitten lilafarbener Heide direkt auf den imposanten Klippen überm Meer, sind sie nicht nur beliebtes Postkartenmotiv, sondern sicher auch immer wieder Inspiration für Menschen mit blühender Fantasie. Was heute einen Hauch von Industrieromantik versprüht, war im 19. Jahrhundert Arbeitsplatz von bis zu 30.000 Männern und auch Kindern, die unter härtesten Bedingungen das begehrte Zinn abbauten. Unfälle durch Explosionen, Abstürze und Steinschläge waren ebenso keine Seltenheit wie Tuberkulose und andere Lungenkrankheiten. Selbst ohne dieses Wissen war es, als lastete eine bleierne Schwere über dem Ort, die von all den Menschen erzählt, denen die Arbeit in der Mine ihr Leben gekostet hat. 

Da ich für die Tragik solcher Orte doch recht sensibel bin, war ich trotz der Einzigartigkeit der Szenerie ganz froh, als ich diesen Abschnitt hinter mir lassen konnte. Glücklicherweise fand ich gleich darauf mit dem winzigen Strand Chapel Porth einen Ort, der meine Gedanken an die Mine sofort verdrängt hat. Warum genau mir dieser Strand so sehr gefallen hat, kann ich bis jetzt nicht sagen, doch blieb er bis zum Schluss der erste, an den ich gedacht habe, wenn mich jemand nach meinem liebsten Ort am Path gefragt hat.

Später in Portreath habe ich noch eine Weile am Hafen gesessen und den Locals dabei zugesehen, wie sie, als endlich die Flut genügend Wasser ins Becken getrieben hatte, unermüdlich ein ums andere Mal ins Wasser sprangen. Zu diesem Zeitpunkt war ich jedoch ehrlich gesagt ganz schön frustriert, weil die nächstgelegene Campsite mich ganze drei Kilometer vom Path ins Landesinnere bringen würde – ohne Alternative. Allerdings passierte, was in solchen Situationen oft passiert (wenn man nur offen dafür ist): Der Weg zur Hillcrest View Campsite und die Campsite selbst waren so überraschend schön, dass ich mich gar nicht mehr bedauern konnte. 

Highlights am Weg:

 

South West Coast Path Etappe 6: Portreath – Sandy Acres

18,9 km | 383 hm + | 416 hm – | 6 h 05 min reine Gehzeit | Übernachtung: SANDY ACRES CAMPSITE

Wenn ich an diesen Tag denke, möchte ich immer noch wie ein aufgeregtes Kind auf und ab springen – bzw. tue ich das sogar. Nicht nur, wegen der wirklich spektakulären Klippen rund um Hell’s Mouth und Hudder Cove, sondern vor allem wegen der Seelöwen! Richtig gelesen, Seelöwen! Am Godrevy Point (Du erkennst ihn daran, dass direkt davor eine Insel mit einem Leuchtturm liegt), befindet sich eine Bucht, in der die Seelöwen gern ihr Mittagsschläfchen halten. Tatsächlich weisen sogar Schilder darauf hin, dass man ganz leise sein soll, um die Tiere nicht zu wecken. Man muss sich also nur mal die Situation vorstellen, wenn ganze Menschentrauben sich leise flüsternd zusammendrängen und vor lauter Faszination ihr Besitzverhalten übern Haufen werfen und Ferngläser von Hand zu Hand gereicht werden – sodass auch wirklich jeder am Ende einen Blick auf die Seelöwen erhaschen konnte.

Eigentlich hätte mir dieses Erlebnis schon gereicht, um mich den ganzen Tag lang glücklich zu machen. Kurz darauf, am Gwithian Beach wartete jedoch schon das nächste Highlight auf mich: Riesige Tide Pool Landschaften, besiedelt von Seesternen, Anemonen, Fischen und Krabben. Ich war also in meinem persönlichen Paradies! Nur zu gut, dass es von dort aus nicht mehr allzu weit war zur Sandy Acres Campsite und ich den ganzen Nachmittag am Strand verbringen konnte. Übrigens mit den zahlreichen Surf Schools auch bestens geeignet für die nächste Session!

Highlights am Weg:

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