Reisetipps für Rumänien: Alles, was Du für deine Planung wissen musst

Reisetipps für Rumänien: Alles, was Du für deine Planung wissen musst

Reisetipps für Rumänien: Alles, was Du für deine Planung wissen musst

Sicher gibt es zahlreiche Reiseführer, doch verglichen mit anderen Ländern sind die Reise-Infos zu Rumänien online doch eher rar – zumindest, wenn man sich tiefgründigere Infos erhofft. In diesem Beitrag findest Du deshalb Antworten auf all deine Fragen, die sich Dir bei der Planung einer Reise nach Rumänien wahrscheinlich stellen: Gibt es eine alternative Anreise zum Flugzeug? Wie komme ich im Land hin und her? Kann sieht es in puncto Sicherheit aus? Kann ich das Trinkwasser trinken? Gibt es etwas worauf ich vorbereitet sein sollte? Und das wichtigste: Was gibt’s zu essen? 😉

Rumänien ist ein Land der Gegensätze: Während neben der Straße eine Pferdekutsche die Ernte zum Hof transportiert, schießt gleich daneben eine A-Klasse vorbei. Und man selbst wird sich wahrscheinlich durch die hippsten Cafés Sibius schlemmen, während ein paar Kilometer die Roma-Kinder in den kaputten Bretter-Buden nicht satt werden. Warst Du schon einmal außerhalb von Europa unterwegs, wirst Du solche Verhältnisse sicher schon einmal erlebt haben – hier aber, in Europa, sogar innerhalb der EU, haben mich diese Kontraste tatsächlich die ersten Tage in einen waschechten Kulturschock versetzt. 

Reise nach Rumänien

Ein bisschen habe ich mich wirklich gefühlt wie Alice im Wunderland. Während man einerseits durch eine Märchenwelt aus magischen Schlössern und Burgen, Dracula-Spuk, lebendigen Städten und atemberaubenden Landschaften wandelt, begegnet der Blick immer wieder allgegenwärtiger Armut.

Was Du davon sehen willst, bleibt letztlich Dir überlassen. Doch glaub mir: Die Menschen, ihre Kultur und Traditionen und ihre herzerwärmende Gastfreundschaft (meist ausgedrückt durch Schnaps) lohnen sich tausendfach die Augen aufzumachen und sich aus den hübschen Altstädten herauszuwagen.

Anreise nach Rumänien

Die wohl schnellste Anreise hast Du mit dem Flugzeug. Flughafen der Wahl ist dabei in der Regel der Flughafen Bukarest-Otopeni / Henri Coanda. Diesen erreichst Du per Direktflug von Hamburg und Dortmund mit Wizz Air, von Berlin mit Ryanair und von München mit Lufthansa. Vom Flughafen aus brauchten wir mit dem Mietwagen nur 2 Stunden und 15 Minuten bis zu unserem ersten Reiseziel Brasov. 

Mit mehr Zeit kannst Du aber auch ganz bequem mit dem Nachtzug anreisen. Folgende Verbindungen stehen aktuell zur Auswahl:

  • Wien – Bukarest
    Abfahrt täglich 19:42 Uhr in Wien, Ankunft in Bukarest am nächsten Tag gegen 16:00 Uhr. Auf dem Weg liegt beispielsweise auch Sighisoara, eines unserer Reiseziele.
  • München – Budapest – Bukarest
    Abfahrt in München täglich 11.30 Uhr, 1 Stunde Aufenthalt in Budapest, ab dort Weiterfahrt in Schlaf- und Liegewagen. Mit dieser Verbindung erreichst Du am nächsten Tag gegen 07.00 Uhr Sibiu und 12.30 Uhr Bukarest.
  • Berlin – Budapest – Brasov
    Abfahrt täglich 18:43 Uhr im Liege und Schlafwagen bis Budapest. Nach 40 Minuten Aufenthalt in Budapest geht’s weiter nach Sibiu (20.50 Uhr) und nach Brasov (ca Mitternacht).

In Rumänien von A nach B

Mit dem Zug durch Rumänien

Wenn Du tatsächlich nur die rumänischen Städte wie bspw. Brasov, Sibiu, Sighisoara oder Timisoara besichtigen möchtest, reist es sich am leichtesten mit dem Zug. Die Verbindungen kannst Du sogar bei der Deutschen Bahn oder auf der Seite der rumänischen Eisenbahngesellschaft recherchieren. Tickets kaufst Du entweder online über die Seite von CFR Calatori oder am Bahnhof. Wundere Dich vor Ort aber nicht über Verspätungen und mangelnde Beschilderung. Über Verspätungen wird man außerhalb von Bukarest nur über rumänische Lautsprecheransagen informiert, die Informationen zu Abfahrtsgleisen fehlen oft gänzlich. Lass Dich davon aber nicht aus der Ruhe bringen, sondern komm einfach ein paar Minuten eher an den Bahnhof und frag die anderen Reisenden. Die RumänInnen sind wirklich sehr freundlich und haben immer gern geholfen.

Mit dem Mietwagen durch Rumänien

Möchtest Du zusätzlich aber auch Wandern gehen und vielleicht auch die abgelegenen Kirchenburgen besichtigen, die Libearty Sanctuary besuchen oder den berühmten Transfăgărășan Pass fahren, kommst Du am besten mit einem Mietwagen voran. Normalerweise ist das sogar immer meine liebste Art, mich in Europa zu bewegen, weil man einfach so viel mehr sieht, allerdings war ich in Rumänien wirklich froh, als ich das Auto endlich abgeben konnte. Aber nicht etwa, weil die Straßen angeblich in so schlechtem Zustand waren (eines der vielen Vorurteile über Rumänien, das ich absolut nicht bestätigen kann), sondern weil die Einheimischen einfach so gefährlich und aggressiv fahren. Wenn Du dich also für einen Mietwagen entscheidest, lass Dich auf keinen Fall beim Fahren ablenken und achte auf den Landstraßen immer gut auf Überholmanöver auf der Gegenfahrbahn. In solchen Situationen solltest Du auf keinen Fall auf Dein Recht bestehen oder gar erwarten, dass andere Verkehrsteilnehmer auf Dich Rücksicht nehmen. 

Mein Fazit: Würde ich die Reise nochmal machen, würde ich mich im Winter, wenn Wandern und andere Outdoor-Aktivitäten ohnehin schwieriger sind, gegen den Mietwagen und für den Zug entscheiden.

Währung und Preise

Weil Rumäniens Regierung mehrfach das Einführungsdatum des Euros verschoben hat, wird nach wie vor in Lei bezahlt. Ein Euro entspricht aktuell ca. 5 Lei. Ein Vorurteil, das aber leider wahr ist: Rumänien ist mit 8.235 Euro Durchschnittseinkommen ein vergleichsweise armes Land. In Deutschland liegt das Durchschnittseinkommen bspw. bei rund 44.000 Euro. Das macht Rumänien zwar zu einem günstigen Reiseland, aber die Lebensbedingungen für viele Menschen schwierig. Überall wirst Du bettelnde Kinder oder Frauen treffen, die kleine Blumensträußchen und ähnliches verkaufen. Auch wenn ich immer wieder Debatten darüber höre, ob man als TouristIn nun bettelnden Menschen Geld geben soll, wirst Du dich sicher besser fühlen, wenn Du ein paar Münzen extra in der Tasche hast, die Du teilen kannst. 

Die rumänische Küche

Jahrhundertelang war Rumänien immer wieder hart umkämpftes Land – nicht zuletzt auch durch die Türken, die während der Zeiten des Osmanischen Reiches plündernd durch die Städte und Dörfer zogen. Das einzige, was vor ihren hungrigen Mägen sicher war: Schweinefleisch und Polenta. Auch wenn sich die Zeiten geändert haben, haben Schweinefleisch und Polenta immer ihren Platz in der rumänischen Küche behalten. Wenn Du aufmerksam bist, wirst Du aber in den Speisekarten auch jede Menge andere Einflüsse aus dem Südosten Europas entdecken. 

Wenn Du dich einmal durchs Land essen willst, halte unbedingt Ausschau nach:

  • Bulz: Cremig gefüllte Knödel ummantelt mit Mamaliga (das rumänische Wort für Polenta). Je nach Region besteht die Füllung aus Käse, Quark und optional Fleisch. Meist werden sie mit Schinken und einem Spiegelei serviert.
  • Sarmale: Die rumänische Variante der Kohlroulade, gefüllt mit Hackfleisch, Reis, Bulgur, Paprika und oft serviert in einer würzigen Tomaten-Paprika-Soße.
  • Ciorba: Bedeutet so viel wie Eintopf und erinnert an die guten alten Zeiten bei Oma. Jedes Haus hat sein eigenes Rezept, sodass Du überall eine andere, beste Ciorba bekommen wirst. Was sie jedoch fast alle gemeinsam haben: Große Mengen an Gemüse, gekochtes Fleisch und eine würzige Suppe.
  • Zacusca: Ein Gemüseaufstrich aus gegrillten Auberginen, Paprika, Tomatenmark und Zwiebeln, oft serviert als Vorspeise mit Brot.
  • Salata de vinete: Die rumänische Antwort auf Babaganoush, oft zubereitet mit rumänischem Käse. 
  • Papanasi: Allein der Klang des Wortes weckt die schönsten Erinnerungen. Stell Dir vor, es ist kalt, draußen schneit es und vor Dir stehen dampfende süße Krapfen mit Fruchtmarmelade und Sauerrahm. Du erkennst sie übrigens immer an ihrem Loch in der Mitte, das mit einer kleinen Teigkugel, ähnlich einem Quarkbällchen, gefüllt wird. Die besten Papanasi habe ich übrigens in Brasov im La Ceaun gegessen.
  • Placinta: Kannst Du dir wie einen gefüllten Teigfladen vorstellen, der in heißem Öl gebacken wird. Du bekommst sie in Bäckereien, manchmal aber auch an der Straße. Die Füllungen reichen von Äpfeln, Marmelade oder Sauerkirschen bis zu Käse, Kartoffelbrei oder Kohl.

Sighisoara Rumänien

Während man sich in Rumänien noch halbwegs stressfrei vegetarisch ernähren kann, wird es mit veganer Ernährung tatsächlich ziemlich schwierig. Lediglich in Sibiu habe ich hippe Cafés und Restaurants entdeckt, in denen es auch vegane Gerichte gab.

Übrigens: In den Blogbeiträgen zu Sibiu, Sighisoara und Brasov findest Du jede Menge Restaurant-Tipps.

Trinkwasser

Das Leitungswasser hat in Rumänien keine Trinkwasserqualität. Wenn Du nicht unbedingt im Supermarkt abgepacktes Wasser kaufen willst, kannst Du das Leitungswasser mit Micropur Forte reinigen oder bspw. mit Filtersystemen reinigen. Ich persönlich hab beim Reisen, wenn es also nicht um ultraleichtes Wandergepäck geht, am liebsten meine Lifestraw* dabei.

Sicherheit in Rumänien

Ich habe Rumänien entgegen vieler Vorurteile als sehr sicheres Reiseland empfunden und habe mich abgesehen von manchen Situationen beim Autofahren, nie irgendwo unwohl gefühlt – auch nicht in Situationen, in denen ich mal ohne meine männliche Reisebegleitung unterwegs war. Tatsächlich gilt Transsilvanien, die Region, in der wir unterwegs waren, hinsichtlich der Kriminalitätsrate als Vorzeige-Provinz. Ein Vergleich: In Berlin liegt der Kriminalitätsindex bei 43 in Bukarest hingegen nur bei 28. Trotzdem solltest Du dich an die üblichen Grundregeln halten: Trag nicht zu viel Bargeld mit Dir herum, pass auf Rucksack und Handtasche auf und lass nichts im Auto liegen.

Eine reelle Gefahr stellen da schon eher die Straßen- und Hirtenhunde dar. Vor allem letztere verteidigen ihre Schafherde mitunter bis aufs Messer (oder sollte ich Zähne sagen!?). Ein einheimischer Wanderer hat uns deshalb geraten, immer einen Kanten Brot in der Tasche zu haben – vor allem, wenn man sich zu Fuß durch Dörfer bewegt… Dieser sollte ausreichen, um jeden wütenden Hund wieder ruhig zu stimmen.

Die Roma: Eine marginalisierte Minderheit

Erzähle ich von meiner Reise nach Rumänien, werde ich schnell nach den Roma gefragt. Tatsächlich ist die Lage für die marginalisierte Minderheit in Rumänien nach wie vor prekär. Schätzungsweise 1 Million Roma leben unter ärmlichsten Verhältnissen in einem nicht enden wollenden Teufelskreis aus Armut: niedriges Bildungsniveau, Arbeitslosigkeit, eine schlechte Gesundheitsversorgung, ärmliche Wohnverhältnisse. Tatsächlich kann man die Roma-Siedlungen immer schon von Weitem erkennen: Bretterbuden, verfallene Steinhäuser, von Wasser- und Stromanschlüssen keine Spur. Im Schnitt leben 3,57 Personen in einem Raum. Es ist eine fatale Mischung aus politischer Deprivilegierung, aber auch teils fatalistischer Mentalitäten. Gewonnenes Einkommen zahlt gerade so das Essen auf dem Teller, im besten Fall Schulden. Ob die Kinder zur Schule gehen sollen, wird gar nicht erst diskutiert. Stattdessen liest man in Fachartikeln von Aussagen wie “Wozu Familie planen? Die Kinder kommen von Gott.” oder “Wir leben unsere Tradition.”

Entsprechend sind die Vorurteile groß. Es mag stimmen, dass die Kleinkriminalitätsrate unter den Roma tatsächlich höher ist, doch ist mir während der Reise durch Rumänien nichts Schlimmeres passiert, als dass sich einige bettelnde Kinder einfach nicht abwimmeln ließen. Doch kann man es ihnen verübeln? Wenn ich im Winter barfuß durch die Straßen laufen müsste, würde ich wohl kaum die Chance verpassen, noch eine Münze mehr zu ergattern. Soll heißen: Empathie und ein bisschen Hintergrundwissen helfen, um die Situationen vor Ort besser einschätzen zu können.

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