Tiflis [Tbilisi], die wundervolle Hauptstadt Georgiens, die neue Trendmetropole Europas: Jeder erdenkliche Gegensatz, den das Land am Kaukasus zu bieten hat, prallt in Tiflis als Superlativ auf kleinstem Raum zusammen. Super Food Bowls neben lebenden Gänsen auf dem Markt, orientalische Bazarkultur neben H&M, schnieke Luxusapartments mit Ausblick auf zerschossene Fassaden, Kirchen neben Strip Clubs, kommunistische Tristesse und Kriegserinnerungen neben Creative Hubs, der Chinkali-Stand neben Dunkin Donuts. Ein Spaziergang zu den Sehenswürdigkeiten von Tiflis könnte spannender nicht sein! Sogar das Forbes-Magazin nannte Tiflis 2018 schon “aufregendste Stadt des Jahres” und kam mit der Aussage "Berlin is Out. Tiflis in In." zu dem Schluss, dass Berlin den Titel Europas City of Cool wohl weiterreichen muss an die Hauptstadt Georgiens.

Neben den schönsten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Tiflis findest du in diesem Beitrag auch Hotel-Tipps, Restaurant-Empfehlungen, die coolsten Cafés, interessante Märkte und eine Liste möglicher Tagesausflüge zu den Sehenswürdigkeiten rund um Tiflis.

Anreise: So kommst Du nach Tiflis [Tbilisi]

Wenn Du nicht schon in Georgien bist, erreichst Du Tiflis mit dem Flugzeug von den meisten deutschen Flughäfen. Da es nach Tiflis aktuell aber nur Gabelflüge - meist über Istanbul - gibt, empfehle ich Dir wärmstens, deine Reise mit WizzAir in Kutaisi zu beginnen. WizzAir fliegt Kutaisi bspw. von Berlin direkt an. Was Du in Kutaisi alles sehen kannst und warum sich die Reise dorthin so sehr lohnt, kannst Du im passenden Beitrag nachlesen. Von dort trennt dich nur eine 5-stündige Zugfahrt von Tiflis, die du bequem von den jeweiligen Hauptbahnhöfen mit dem Bummelzug zurücklegen kannst.

Solltest Du in Tiflis landen, findest Du vor dem Flughafen problemlos ein Taxi, das dich für rund 25 Lari in die Innenstadt bringt. Verhandle den Preis aber am besten vorher, wenn du kein Taxameter entdecken kannst.

So viel Zeit solltest du für die Sehenswürdigkeiten von Tiflis [Tbilisi] einplanen

Dieses Thema bringt mich immer wieder in einen fürchterlichen Zwiespalt: Auf der einen Seite ist Tiflis Flair viel zu außergwöhnlich, um einfach nur von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit springen. Andererseits bin ich mir natürlich bewusst, dass die Urlaubstage oft eben einfach knapp sind. Solltest Du nur wenig Zeit haben, kannst du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Tiflis in zwei Tagen entdecken. Noch besser sind jedoch drei Tage, dann bleibt mehr Zeit für die Restaurant-Szene und bspw. für eine der berühmten Puppentheater-Vorstellungen und einen Besuch in einem der Schwefelbäder. Check auch unbedingt die Tagesausflüge zu den schönsten Sehenswürdigkeiten rund um Tiflis am Ende des Beitrags, bevor du deine Unterkunft buchst - vielleicht möchtest du ja deinen Aufenthalt in Tiflis für einen von ihnen verlängern.

Hotel-Tipps für Tiflis [Tbilisi]

Als wir damals in Georgien waren, war ich gerade so mit dem Studium fertig, entsprechend lag die Prämisse eher auf einer budgetfreundlichen Unterkunft. Gefunden haben wir ein charmantes Airbnb im hübschen Viertel Sololaki, dem Jugenstil-Viertel gleich neben der Altstadt. Ein bisschen sieht es dort aus, wie in einem sowjetischen Paris - bröckelnder Putz an reich verzierten Villen, Rost an schwungvoll gestalteten Balkonen, aufgerissene Fußwege zwischen malerischen Gassen. Wir haben das Viertel damals wirklich geliebt und hatten mit unserem Airbnb einen tollen Ausgangspunkt zu den Sehenswürdigkeiten von Tiflis.

Seit wir 2018 in Georgien waren, haben aber auch so viele tolle Hotels in den alten Gründerzeitvillen, Jugendstilbauten und Industriebaracken eröffnet, dass ich heute schon vor lauter Neugier auf Architektur und Designs vermutlich lieber ein Hotel buchen würde. Bei meiner Arbeit für verschiedene Magazine habe ich im Laufe der Zeit eine Liste besonderer Hotels zusammengetragen:

Hotel Stamba

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Im schummrigen Licht des opulent funkelnden Kronleuchters empfängt das verschnörkelte Jugendstil-Grandhotel mit einer erstklassigen Cocktailbar – ein Setting, an dem Wes Anderson mit Sicherheit seine Freude hätte. Neben dem Hotel und der Bar finden außerdem ein Café, ein Fotomuseum, eine Bibliothek, ein Coworking Space und eine Space Farm (!) ihren Platz in der alten Druckerei.

Fabrika Hostel & Suites

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Mitten im kreativen Hot Spot der Stadt hat sich in der alten Nähfabrik neben Läden, Ateliers, Coworking Space, Plattenlabel und Veranstaltungslocation das vielleicht coolste Hostel der Stadt angesiedelt. Auch im Inneren hat man die riesigen Räume mit ihren ebenso riesigen Sprossenfenstern erhalten - passend gestaltet in einem bunten Industrial Style. Check auch unbedingt die privaten Suites, falls du keine Lust auf den Schlafsaal hast.

Unfound Door Design Hotel

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Eine Perle der Tifliser Jugendstilarchitektur! Sowohl die türkisfarbenen, verglasten Holzbalkone als auch die verschnörkelten Treppengeländer wurden liebevoll restauriert und die Räume in einem minimalistischen Art Deco Stil gestaltet, wobei sowohl die Backsteinmauern, als auch die alten Wandbemalungen und das Fischgrätparkett erhalten wurden.

Von A nach B in Tiflis [Tbilisi]

In Tiflis von A nach B zu kommen ist ziemlich easy. Viele Strecken kannst Du problemlos erlaufen, für alle weiteren Wege (vor allem zum Derzerter Bazar, zu den Bahnhöfen und in die Neustadt) kannst Du die Metro nutzen oder im Zweifelsfall ein Taxi nehmen. Auch, wenn die Abstände der Metro-Haltstellen um einiges größer sind als in anderen europäischen Großstädten, waren die Fußwege nie zu lang, um alle Orte zu erreichen, die wir sehen wollten. Die Busse, die ein weitaus engeres Netz haben als die Metro, haben wir nie benutzt, da es durch die russischen Schriftzeichen wirklich schwer ist, die richtige Linien und Haltestellen zu finden.

Ganz wichtig: Für Bus und Metro brauchst Du in jedem Fall eine Metrokarte, die Du für 2 Lari an allen Metrohaltestellen bekommst. Dort kannst Du an den orange-weißen Automaten oder bei den netten Verkäufern am Schalter Guthaben aufladen. Eine Fahrt mit der Metro kostet 50 Tetri, eine Fahrt mit der Seilbahn 1 Lari. Die Metrostationen sind in den meisten Fällen auch in lateinischer Schrift ausgewiesen, sodass Du überhaupt keine Probleme haben solltest, Dich zurechtzufinden.

Die besten Restaurants & coolsten Cafés in Tiflis [Tbilisi]

Kaum eine Küche hat mich bisher so begeistert wie die georgische! So frisch und armomatisch habe ich bisher keine osteuropäische Küche erlebt, was die georgische mit Sicherheit ihrem orientalischen Einfluss zu verdanken hat. Und wenn das georgische Essen schon im Rest des Landes begeistert hat, hat es in Tiflis seinen Superlativ gefunden - vor allem wenn es um moderne und vegane Adaptionen geht! Aber selbst für die klassischen, traditionelle Küche finden sich einige geheime Ecken!

  • Asi Khinkali: Die vielleicht beste Adresse Tiflis' für traditionelle Khinkali!
  • Culinarium Khasheria: Die moderne Variante einer deftigen georgischen "Hangover-Küche", wie es die Chefin selbst nennt
  • Cafe Leila: Verschnörkeltes, kitschig-romantisches Art Nouveau Café, das sehr leckere Suppen und Salate serviert
  • Café Littera: Moderne georgische Küche und tolle Sommercocktails auf einer wundervollen, grünen Terrasse - nah dran an dem, was man unter Fine Dining versteht
  • Restaurant Barbarestan: (traditionell georgische Küche in angenehm kleinen, sehr hübsch angerichteten Portionen)
  • Humusbar@Tbilisi: The Vegan Heaven of Georgia!

Die 8 schönsten Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten in Tiflis [Tbilisi]

1. Die Altstadt

Wow, wo soll ich anfangen und wo soll ich aufhören!? Wenn ich an die Altstadt von Tiflis denke, denke ich vor allem, an die hölzernen Balkone und bunten Mosaike an den Fassaden des Bäderviertels, die unzähligen kleinen, versteckten Kirchen, die Gärten, Treppen und Backsteingebäude des Betlemi-Viertels, den Geruch der Schwefelbäder, die Jugendstilvillen von Sololaki und die Katzen, die sich auf den Dächern und Fenstern räkeln, als wären sie nur dafür da, das Stadtbild den letzten romantischen Feinschliff zu geben.

Ein ganz besonders schönes Haus ist natürlich das des Puppentheaters und bestimmt hast Du schon einige Bilder davon gesehen. Hier kannst Du übrigens wirklich laufende Aufführungen besuchen und Dich für kurze Zeit vom Zauber des Puppentheaters in eine völlig fantastische Welt entführen lassen.

2. Die Schwefelbäder in Abanotubani

Einen bedeutenden Teil der Altstadt bilden die berühmten Schwefelbäder mit ihren Mosaikfassaden und runden Türmchen. Nimm Dir hier unbedingt ein bisschen Zeit, um durch die Gassen zu streifen und um selbst eines der Bäder zu besuchen. Hier ist es möglich für vergleichsweise wenig Geld ein privates Schwimmbecken zu mieten und sich in dem warmen, wohltuenden Wasser, umgeben von der aufregenden Architektur der orientalisch anmutenden Bäder zu entspannen.

Eines dieser Schwefelbäder ist das Chreli Abano. Für 40 bis 500 Lari pro Stunde kannst Du dort private Bäderäume in jeder erdenklichen Größe mieten. Von den traditionellen Massagen rate ich Dir, solang Dir noch keine Hornhaut auf dem Rücken gewachsen ist, jedoch unbedingt ab, denn die sind in den meisten Fällen so grob, dass sie wohl eher Tortur als Wellness sind.

3. Betlemi Viertel

Einer meiner liebsten Orte in Tiflis ist das Betlemi Viertel der Altstadt. Die Betlemi-Treppen und damit der Zugang zu dem hoch gelegenen Viertel mit seinen Kirchen und Gärten liegt ein bisschen versteckt im Stadtviertel Sololaki an der Straße Lado Asatiani. Von dieser siehst Du bereits die untere Betlemi Kirche, an der die Stufen vorbei zur oberen Betlemi Kirche führen.

Einmal oben angekommen, hatten wir von den Gärten der Kirche einen großartigen Blick auf die Stadt. Ganz besonders bezaubernd ist aber die Architektur der alten und krummen Holzhäuser, die links und rechts der engen verschlungenen Gassen stehen und trotz ihrer bunt bemalten Fassaden und kunstvollen Glasfenster anmuten wie gebrechliche alte Frauen und Männer, denen ein Stock fehlt, um sich im Wind zu halten.

Dieses Viertel war lange Zeit der Wohnort zumeist jüdischer Handwerker. Ein ganz besonderes Bauwerk ist der Ateschgah Tempel, ein persisch-zoroastrischer Feuertempel aus dem 5. Jahrhundert, der deshalb lange Zeit als Moschee genutzt wurde. Heute zählt er zu den wenigen erhalten gebliebenen Feuertempeln.

4. Mit der Funicular zum alten Vergnügungspark Mtstsminda

Wenn Du einmal im Sololaki Viertel unterwegs bist ist es auch nicht mehr weit zur Furnicular, der Seilbahn, die zum Mtatsminda Park führt. Von dort oben hast Du nicht nur einen atemberaubenden Ausblick über die ganze Stadt, sondern Du findest dich außerdem in einem fast surreal wirkenden, alten Freizeitpark wieder. Glaub mir, diese Atmosphäre wird dich ganz sicher an den Beginn mancher Horrorfilme erinnern.

Auch, wenn viele Bereiche und Fahrgeschäfte 2009 restauriert und erweitert wurden, ist dieser 100-jährige Park (zumindestens in der Nebensaison) so ausgestorben wie eine Geisterstadt. Doch genau diese Gegebenheiten prägen erst den morbiden Charme, der über dem Park schwebt wie ein Geist über seinem Spukschloss. Fahrgeschäfte, die darauf warten endlich bewegt zu werden, knarzende Schaukeln, verlassene Geisterhäuser und eine Achterbahn, die einsam für jede einzelne Person fährt, die sich bis ans Ende des Freizeitparks verirrt.

5. Derzerter Bazar

Wenn Du schon den ein oder anderen Artikel von mir gelesen hast, kennst Du wahrscheinlich meine große Liebe für Märkte. Ich finde es immer unglaublich spannend zu sehen, was die Menschen in fremden Ländern essen, welche Gewürze sie benutzen, zu beobachten, wie die Leute einkaufen und wie sie miteinander sprechen und Dinge zu finden, die mir als Tourist sonst wahrscheinlich verborgen bleiben würden.

Auch hier auf dem Derzerter Bazar gab es so viele interessante Szenen zu entdecken: Ein Sägenschleifer, der in Akkordarbeit stumpfe Sägen in einer selbstgebauten Maschine schliff, alte, fast gebrechliche Männer, die mit der Kraft eines Elefanten schwere Schubkarren vor sich her schoben, Transporter bis zum Anschlag gefüllt mit Kohl, müde Gesichter der Verkäufer, die scheinbar schon Lebzeiten darauf warten, endlich eine Wagenladung Kartoffeln zu verkaufen, riesige Kräuterberge, die manchmal nur noch die Gesichter der Frauen dahinter erkennen lassen, geschickte Hände, die in Sekundenschnelle Walnüsse aus ihrer Schale holen ohne auch nur ein winziges Teil zu brechen, eimerweise bunte Gewürze, Gänse und Hühner, die in Scharen vor ihren Käfigen stehen und in Pfützen baden…

Wenn ich an den Bazar denke, schlägt mein Herz viel höher - ganz bestimmt nicht der Armut wegen, die hier überall so sehr erkennbar wird, sondern wegen des schieren Reichtums an wunderbaren Lebensmitteln, der Lebendigkeit des Markttreibens und des so intimen und authentischen Einblicks in das Leben der Menschen, den uns der Derzerter Bazar geschenkt hat.

6. Schmuck und Krimskrams auf dem Dry Bridge Flohmarkt

Mindestens genau so spannend (wenn auch auf eine ganz andere Weise) wie der Derzerter Bazar ist der Flohmarkt an der Dry Bridge. Hier geht es um einiges ruhiger zu, dafür findest Du aber kuriose und manchmal auch verstörende Dinge. Während am vorderen Teil des Marktes hauptsächlich Künstler ihre Bilder anbieten, findest Du im hinteren Teil jede Menge Schmuck und Nippes aus georgischen Haushalten. Porzellanfiguren, Geschirr, Silberbesteck und Schalen, Felle, Grammophone, aber auch Messer, Waffen und Kriegsüberbleibsel.

Letztere fand ich - zugegeben - sehr verstörend. Georgien war lange Zeit geprägt von Kriegen, die das Land in tiefe Armut gestürzt und unzähligen Menschen das Leben gekostet haben. Trotzdem bieten Dir hier viele Verkäufer stolz Hitler- und Stalin-Portraits an, die sie sofort aus der Tasche ziehen, sobald sie ein deutsches Wort vernehmen, schwenken alte SS-Ausweise, halten dir jeglichen Nippes mit eingravierten Hakenkreuzen unter die Nase oder haben sogar blutbefleckte Gasmasken auf ihren Decken liegen. Am Nachbarstand findest Du nicht selten eine John Lennon Platte oder Schmuck, verziert mit der Hand der Fatima. Dieser Kontrast hat mich lange Zeit beschäftigt und bis heute habe ich noch keine Antwort darauf gefunden, wie sich die Begeisterung für Kriegsüberbleibsel mit der Geschichte des Landes vereinbaren lässt.

7. Neu-Tiflis

Das Stadtviertel Neu-Tiflis ist ein Überbleibsel deutscher Auswanderer. Wenn Du hier aus der Metrostation Marjanishvili steigst, wirst Du die Stadt kaum wiedererkennen. Vor allem die Aghmashenebeli Avenue ist auf Hochglanz poliert und “pinterestable” Bars säumen die Straße. Doch auch hier bleibt der Kontrast nicht aus: Spätestens wenn Du einen Blick in die Seitenstraßen wirfst, findest Du wieder den altbekannten Anblick bröckelnder Fassaden.

8. Die Fabrika

In der Fabrika, zwischen Backsteinmauern, Graffitis, Ateliers und mit importierter Mate in der Hand, kann man erahnen, was Tbilisi zur neuen Trendmetropole gemacht hat. Einst eine sowjetische Nähfabrik, beherbergt der Gebäudekomplex heute alles, was ein Creative Hub braucht: Design-Hostel samt privaten Apartment Suites, ein großzügiges helles Coworking Space, kleine Läden, Plattenlabel, Events am Wochenende und die Lichterketten – das obligate Zeichen, auch wirklich den hippsten Ort der Stadt gefunden zu haben. On top kommen mehrere Bistros und ein Fahrradverleih.

Weil in Tbilisi noch lang in den Herbst hinein milde Temperaturen herrschen, sind am liebsten alle draußen an den Tischen und Treppen - seien es TouristInnen, Start-Up GründerInnen, die zum Lunch zusammensitzen oder die immer selbe Gruppe Künstlerinnen, um deren Beine die Straßenkatzen in Erwartung einer Streicheleinheit schleichen. 

Und zugegeben, ein bisschen gut tat es bei aller Liebe für fremde Kulturen schon, sich für eine Weile in diesem Umfeld zu bewegen. Nachdem ich mich außerhalb von Tbilisi in jeder Kirche verschleiern musste, einige auch gar nicht betreten durfte, weil ich keinen Rock, sondern Hosen trug und Männer partout nicht mit mir, sondern nur mit meiner männlichen Reisebegleitung gesprochen haben, war es eine große Erleichterung, mich in gewohnter Freiheit zu bewegen.

Ausflüge zu den schönsten Sehenswürdigkeiten rund um Tiflis

Tiflis ist ein großartiger Ausgangspunkt für die verschiedensten Tagesausflüge in die nähere Umgebung. Wir haben “nur” das Kloster David Gareja an der aserbaidschanischen Grenze besucht, allerdings habe ich weitere Ausflugsziele für Dich gesammelt.

Von Tiflis aus erreichst Du an einem Tag bspw:

  • Kloster David Gareja
  • Kloster Mtskheta
  • Gori, die Geburtsstadt Stalins
  • die Felsenstadt Uplistsikhe

Ausflug von Tiflis [Tbilisi] zum Kloster David Gareja

Der Ausflug zum Kloster David Gareja war so abenteuerlich und spannend, dass Du ihn auf deiner Reise auf keinen Fall verpassen solltest. Das Kloster liegt mitten in einer wüstenartigen Berglandschaft an der aserbaidschanischen Grenze. Die Marschrutka “Gareji Line” bringt Dich in zweieinhalb Stunden von Tiflis durch eine weite Graslandschaft in die Berge im Süden des Landes.

Während Du am Anfang noch hin und wieder ein paar Häuser siehst, weichen diese mit zunehmendem Weg der schier unendlichen Ebene. Die Marschrutka kommt dort wegen der unzähligen Schlaglöcher nur noch sehr langsam voran. Die fast surreale Atmosphäre, die durch die verlassene Wüste, das Schaukeln des Transporters und der Hitze entsteht, steigert die (An)spannung ins Unermessliche.

Wenn Du schon gar nicht mehr daran glaubst, taucht schließlich mitten in den Bergen, fast plötzlich das Kloster auf, eng angeschmiegt an die Bergflanke. Das Kloster ist noch immer bewohnt und trotz der Anspannung der Fahrt, hat mich die friedliche Atmosphäre im Inneren in kürzester Zeit ganz an dem Ort ankommen lassen. Wenn Du vielleicht auch einen kleinen Faible für Fantasy-Bücher hast, wirst Du es vielleicht auch fast Magie nennen, die über dem Kloster liegt und es hätte mich kaum verwundert, wäre der Löwe Graograman hinter der nächsten Biegung aufgetaucht (Michael Ende: Die unendliche Geschichte).

Das georgisch-orthodoxe Kloster ist das älteste des Landes und steht auf der Vorschlagsliste des UNESCO-Kulturerbe. Teile des Klosters sind direkt in den Fels geschlagen, ähnlich den Felsenstädten in Achalziche. Ganz besonders hat mich jedoch fasziniert, dass in diesem Kloster seit dem 6. Jahrhundert Menschen leben, die gelernt haben, die Kargheit und Abgeschiedenheit des Ortes zu überwinden. Das Wasser beispielsweise wird mit ausgeklügelten Bewässerungssystemen gesammelt und ermöglicht den Bewohnern sogar Tiere zu halten. Auch die Architektur und die Bepflanzung sind so überlegt, dass viele Teile des Klosters im Schatten liegen und nicht der sengenden Sommerhitze ausgesetzt sind.

Wegen dieser wirklich merklich wärmeren Temperaturen solltest Du dir unbedingt genügend Wasser einpacken. Zieh auch auf jeden Fall feste, knöchelhohe Schuhe an. Rund um das Kloster leben viele giftige Schlangen, die dich auf den Wegen überraschen können.
Auf dem Rückweg hält der Fahrer an einem charmanten Hostel, wo Du leckeres georgisches Essen bekommst.

Noch mehr Tipps für deine Reise nach Georgien?

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    1. Hey Mela, es freut mich ganz ganz sehr zu lesen, dass Dir der Beitrag gefällt! Die Reise nach Georgien war wirklich eine der schönsten bisher – so intensiv und so spannend, weil viele Teile des Landes noch gar nicht wirklich touristisch erschlossen sind. Ich wünsche Dir, wenn Du fährst, auf jeden Fall eine tolle Reise! Liebst, Magda

    1. Hey Inka, freut mich, wenn Georgien jetzt auf deiner Reiseliste steht! Das war neben Kuba und Island wirklich eine meiner allerschönsten Reisen! Ich hoffe, dass sich das Missverständnis mit den Preisen geklärt hat. 😉 Liebst, Magda

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