Bauanleitung für eine Warmwasser-Camping-Dusche

Bauanleitung für eine Warmwasser-Camping-Dusche

Bauanleitung für eine Warmwasser-Camping-Dusche

Seit wir unseren VW T5 zum Campervan ausgebaut haben, haben wir unsere “Tante Emma” mehr und mehr optimiert, um so autark wie möglich unterwegs sein zu können. Im ersten Schritt installierten wir deshalb eine Solaranlage, um auch unsere Arbeitsgeräte und vor allem die Kamera unterwegs laden zu können. Allerdings waren wir auch mit Solaranlage immer noch gezwungen in regelmäßigen Abständen zu Campingplätzen zu fahren, weil die Katzenwäsche mit der Waschschüssel eben doch nur immer für einzelne Tage genügt – aber eben nicht für mehrere Wochen. Zumal fließendes Wasser auch beim Abwaschen wirklich eine große Hilfe ist. Höchste Zeit also, unsere “Tante Emma” mit einer Warmwasser-Dusche auszustatten.

In diesem Beitrag findest Du eine komplette Bauanleitung inklusive Schaltplan und aller Bauteile, Materialien und Werkzeuge, die Du benötigst, um deinen Camper mit einer Dusche auszustatten.

Schritt 1: Die Vorbereitung der Rückwände und die Befestigung des Kanisters

Alle Bauteile und Materialien für die Vorbereitung der Rückwände:

Benötigtes Werkzeug:

  • Akkuschrauber
  • Bohrer
  • Pinsel
  • Stichsäge
  • Lochsägeblatt für den Akkuschrauber in passender Größe zum Kippschalter

Der beste Platz, um den Kanister in unserem VW T5 unterzubringen, sind unseren Schwingtüren am Heck. Der Vorteil davon ist, dass wir so keinen Raum verschwenden, den wir sonst nutzen würden und auch keine Sauerei im Bus entsteht. Noch dazu ist dieser Ort wirklich super praktisch, da wir unsere Türen und damit die Dusche nach außen aufklappen. So können wir immer im Sichtschutz des Busses duschen, ohne Gefahr zu laufen, dass dabei Wasser ins Innere spritzt. 

Die Vorbereitung der Rückwände an den Türen

Zunächst haben wir dafür die ursprüngliche Türverkleidung demontiert und gegen eine 1 cm dicke Sperrholzplatte ersetzt. Mit dieser Dicke ist sie stabil genug, um die Kanisterablage und die Fliesen zu halten. Um die Sperrholzplatte in Form zu bringen, haben wir die alte Türverkleidung als Schablone genutzt und die beiden Sperrholzplatten (für jede Tür eine) mit der Stichsäge zugesägt. 

Die Platte, an der später die Dusche stehen soll, muss außerdem um fünf Löcher ergänzt werden, um die beiden Kabel und den Kippschalter für die Tauchpumpe unterzubringen (dazu später). Eines der Löcher dient also dazu, um den Kippschalter einzusetzen, die vier anderen Löcher (zwei unterhalb der Ablage und zwei oben am Deckel) für die Durchführung der beiden Kabel. Für das Loch für den Kippschalter benutzten wir ein Lochsägeblatt, das easy auf den Akkuschrauber aufgesetzt wird. Die anderen Löcher für die Kabel haben wir mit einem einfacher Bohrer ins Holz gebohrt.

 

Die Befestigung des Kanisters

Nun muss der Kanister befestigt werden: Hierfür haben wir zunächst eine Ablage zugesägt, die in ihren Abmessungen etwas größer ist als die Stellfläche des Kanisters. Dabei haben wir sogar noch so viel Platz gelassen, dass auch die Seife neben dem Kanister Platz hat. Bevor Du die Ablage jedoch befestigst, müssen diese und die Rückwand vollständig mit der wasserabweisenden Holzlasur behandelt werden. Diese schützt das Holz später vor Wasserspritzern, die beim Befüllen des Kanisters und beim Duschen entstehen. Ist die Lasur trocken, kannst Du die Ablage anbringen. Achte bei den Winkeln darauf, dass Du möglichst starke wählst, da diese später immerhin 20 Kilo Gewicht halten müssen. 

Damit der Kanister später auch nicht verrutscht oder umkippt, haben wir ihn mit einem Spanngurt fixiert. Dazu haben wir zwei Haken links und rechts des Kanisters befestigt. Im Baumarkt sollte es bei den Ketten und Seilen auch Spanngurte geben, die Du dir selbst auf die richtige Länge zuschneiden kannst.

Update: Bei unserer ersten Tour mussten wir feststellen, dass die Winkel unter der Ablage allein nicht reichen, um den schweren Kanister dauerhaft zu halten. Deshalb haben wir unsere Ablage um zwei hübsche Metallketten ergänzt, mit der wir sie ähnlich wie bei einer Zugbrücke nach oben ziehen. Dafür haben wir an den äußeren Enden der Ablage und oberhalb des Kanisters jeweils zwei weitere Haken ins Holz gedreht, die nun die Kette halten. Jetzt ist alles stabil. 

 

Schritt 2: Fliesen für die Rückwand der Camping-Dusche

Bevor wir uns der Dusche selbst widmen, braucht die Rückwand schnieke Fliesen! Das braucht sie natürlich nicht, allerdings haben wir uns für diese Deko-Variante entschieden, da uns die Idee einer gefliesten Dusche eben so gut gefiel und die Fliesen natürlich auch sehr praktisch sind, wenn es darum geht, das Holz vor Nässe zu schützen. Da wir an der anderen Seite der Tür außerdem einen Klapptisch anbringen, auf dem wir später kochen werden, lohnt es sich für uns auch dort, das Holz mit Fliesen zu verkleiden. Wenn Dir die Idee gefällt, folgt nun die Anleitung. Anderfalls überspringst Du diesen Punkt einfach.

Alle Materialien für die geflieste Rückwand:

  • Mosaikfliesen auf Fliesenmatten
  • Fliesenkleber
  • Fugenmasse passend ausgewählt zum Material der Fliesen

Werkzeuge zum Fliesen der Rückwand:

  • kleiner Zahnspachtel
  • eine große Schüssel mit Wasser
  • Eimer und Holzstab zum Anrühren der Fugenmasse
  • Lappen und Schwamm
  • kleines Schwammbrett mit Moosgummi
  • eine weiche Handzahnbürste
  • Handschuhe und Atemschutzmaske
  • Cuttermesser

Bevor es losging, mussten wir natürlich ganz genau schauen, wo die Fliesen am Ende sitzen sollen. So mussten wir zum Beispiel einzelne Mosaikfliesen an der Stelle aus den Matten trennen, an denen später der Kippschalter sitzt. Das ist natürlich sehr individuell und abhängig von der Größe deiner Rückwand und der Anordnung von Kabeldurchführung, Kippschalter, Ablage und den Haken für die Spanngurte. Da die Fliesen aber auf einem Kunststoffgitter befestigt sind, lassen sich mit dem Cuttermesser einzelne Steine easy raustrennen. Bevor wir dann mit dem Zahnspachtel den Fugenkleber aufgetragen haben, haben wir die Fläche, auf der die Fliesen später sitzen, mit Bleistift angezeichnet. Auf diese Weise konnten wir den Fugenkleber wirklich sehr genau aufbringen, sodass später keine unschönen Kleberänder entstanden sind. Für den Fliesenkleber gilt: Nicht zu viel und nicht zu wenig. Gerade genug also, damit er, wenn Du die Fliesen drauf drückst, zwischen den Fugen ein bisschen hochgedrückt wird. Dann heißt es Warten: Nach 24 Stunden ist der Kleber ausgehärtet und Du kannst mit dem Verfugen beginnen.

Je nachdem, für welche Art von Fliese Du dich entscheidest, gibt es unterschiedliche Fugenmassen. Lass Dich am besten im Baumarkt beraten. Wichtig ist nur, dass Du beim Verfugen auf jeden Fall Handschuhe trägst und am besten auch eine Atemschutzmaske, da die Fugenmasse zu Hautreizungen führen kann (ich hab’s ausprobiert, war nicht schön). Mit dem Schwammbrett kannst Du dann die Fugenmasse in die Fugen drücken. Für diesen Zweck solltest Du das kleinste Schwammbrett wählen, das Du kriegen kannst. 

Nach etwa 15 Minuten kannst Du die Fugen zum ersten Mal mit Schwamm und Lappen reinigen. Mach aber vorsichtig, dass Du die Fugenmasse nicht wieder rausziehst. Nach etwa einer Stunde kannst Du sie das zweite Mal reinigen, nach etwa einem Tag das dritte Mal. So kannst Du sichergehen, dass wirklich keine Fugenmasse auf deinen schönen Fliesen kleben bleibt. Die Ränder habe ich vorsichtig mit einer weichen Handzahnbürste gereinigt.

 

Schritt 3: Die Montage der Elektronik

Alle Bauteile für die Elektronik der Warmwasserdusche:

  • Tauchpumpe*
  • Heizpatrone
  • 2 wasserdichte 2-polige Kippschalter
  • Flachkabel 2-adrig 2 x 2,5 mm und so lang, wie Du es benötigst
  • Schrumpfschlauch ca. 10 cm in der Dicke einer Kabelader
  • 2 Steckschuhe passend zu den Polen deiner Batterie

Werkzeug für die Elektronik der Warmwasserdusche:

  • Schraubenzieher
  • Lötkolben mit Lötzinn und Lötfett
  • Seitenschneider zum Schneiden der Kabel
  • Flachzange
  • Abisolierzange

Hinweis: Unsere Warmwasserdusche funktioniert mit dem Strom unserer Solaranlage und wird über die Batterie gespeist, die wir hinter den Vordersitzen verstaut haben. 

Den Schaltkreis planen und die Kabel verlegen

Nachdem wir bereits festgelegt haben, wo der Kippschalter für die Tauchpumpe sitzen soll, haben wir in der Nähe unserer Batterie einen Platz für den Kippschalter gesucht, über den später der Heizstab an- und ausgeschaltet wird. In unserem Fall passt der perfekt an die Seite unseres Schranks hinter den Fahrersitzen. Weil die Kabel von der Tauchpumpe und der Heizpatrone ab Werk natürlich nicht von der Hecktür bis zu unserer Batterie an den Vordersitzen reichen, mussten wir zwei Verlängerungskabel kaufen, die den Weg von der Batterie bis zur Tür überbrücken. Diese haben wir nun grob verlegt und auf die benötigte Länge zugeschnitten. 

Nun wurde es ernst: Zuerst haben wir die Kabel von Tauchpumpe und Heizpatrone von unten durch die Kabeldurchführung im Deckel des Kanisters geschoben. Das ist deshalb so wichtig, da später, wenn Tauchpumpe und Heizpatrone erst einmal am Kabel hängen, die natürlich nicht mehr durch das kleine Loch im Schraubdeckel des Kanisters passen. 

Tauchpumpe und Heizpatrone anschließen

Das erste Teil, dem wir uns widmen ist die Tauchpumpe, die später dafür sorgt, dass das Wasser aus dem Kanister durch die Handbrause gepumpt wird. Dafür haben wir alle Kabelenden mit der Abisolierzange abisoliert. Im Anschluss mussten wir ein Stück Schrumpfschlauch über die Minus-Ader des Verlängerungskabels stecken. Nun wird die Minus-Ader des Verlängerungskabels mit der Minus-Ader der Tauchpumpe verlötet und die gelötete Stelle mit dem Schrumpfschlauch isoliert. Dafür schiebt man den Schrumpfschlauch über die entsprechende Stelle und erhitzt ihn vorsichtig mit dem Feuerzeug. Die Wärme sorgt dafür, dass sich der Kunststoff zusammenzieht und fest um das nackte Kabel und die Lötstelle legt. Dieser Schritt ist besonders wichtig, um Kabelbrände und Kurzschlüsse zu verhindern.

Da die Tauchpumpe natürlich nicht die ganze Zeit laufen soll (es würde ziemlich nass werden im Bus), muss der Stromkreis durch einen zweipoligen Kippschalter unterbrochen werden, mit dem man die Tauchpumpe ein- und ausschalten kann. Hierfür muss die Plus-Ader der Tauchpumpe mit einem der beiden Pole des Kippschalters verlötet werden. Der zweite Pol des Kippschalters wird mit der Plus-Ader des Verlängerungskabels verbunden. Damit später alles logisch ist und die Pumpe auf Schalterstellung “0” auch ausgeschaltet ist, muss man die Plus-Ader der Tauchpumpe an den Pol anschließen, der zur Stellung “0” (Aus) gehört. Letztlich ist das aber total egal. Sind die Lötstellen abgekühlt, müssen die beiden Pole noch mit Isolierband ummantelt werden, um einen Kontakt der beiden Kabel zu vermeiden. Würden sich die beiden Kabel berühren, würde dies bedeuten, dass der Stromkreis geschlossen ist und die Pumpe die ganze Zeit läuft – egal, ob der Kippschalter auf “Aus” steht oder nicht. 

Der Anschluss der Heizpatrone funktioniert genauso wie der Anschluss der Tauchpatrone. Hier ist aber noch mehr darauf zu achten, dass sich die Plus-Adern am Kippschalter auf keinen Fall berühren, da sonst vielleicht unbemerkt die Heizpatrone läuft! Zur Sicherheit solltest Du auch unabhängig vom Isolierband den Kanister immer so weit mit Wasser füllen, dass sich die Heizpatrone nie im Trockenen befindet. 

Das Verlängerungskabel an die Batterie anschließen

Am anderen Ende muss anschließend die Minus-Ader des Verlängerungskabels an den Minuspol und die Plus-Ader an den Pluspol der Batterie angeschlossen werden. Hierfür montieren wir mit einer Zange an den Kabelenden jeweils einen Steckschuh, mit dem wir das Kabel optimal an der Batterie anschließen können. Wenn Du die Pumpe und die Heizpatrone jetzt einschaltest, sollten sie laufen! 😉 

Die Verlängerungskabel haben wir dabei unter dem Bett und unter dem Trittbrett am Einstieg versteckt. Nur beim Schließen der Hecktür müssen wir darauf achten, dass wir das Kabel nicht einklemmen. 

 

Schritt 4: Die Montage der Handbrause

Alle Bauteile für die Montage der Handbrause:

  • Handbrause
  • Brauseschlauch
  • Ringschelle für den Brauseschlauch

Werkzeug für die Montage der Handbrause:

  • Säge für den Duschschlauch
  • Schraubenzieher für die Ringschelle

Für unsere Dusche wählten wir einen handelsüblichen Brauseschlauch, der an beiden Enden den passenden Schraubanschluss, sowohl für die Brause, als auch für die Mischbatterie hat. Da wir aber den Schlauch nicht an eine Mischbatterie anschließen, sondern an unserer Tauchpumpe, haben wir das eine Ende einfach mit einer Säge abgesägt und den Schlauch mit einer Ringschelle auf dem Wasserauslass der Pumpe befestigt. Achte beim Kauf der Tauchpumpe aber auch unbedingt darauf, dass der Wasserauslass nicht größer als 12 mm Durchmesser hat. Andernfalls wäre der Schlauch zu eng, um ihn noch auf die Pumpe setzen zu können. Jetzt kannst Du testen, ob die Brausekonstruktion funktioniert.

 

Schritt 5 – Die Endmontage der Camping-Dusche

Alle Bauteile für die Montage der Türenverkleidung samt Dusche:

  • Blechschneideschrauben
  • Duschkopf-Halterung mit passenden Schrauben

Werkzeug für die Endmontage:

  • Akkuschrauber

Zum Schluss montieren wir unser Kunstwerk noch mithilfe von Blechschneideschrauben an die Tür. Wichtig: Achte schon zu Beginn darauf, dass die Verkabelung und der Kippschalter später gut in die Aussparungen der Tür passen. Nach Lust und Laune kannst Du deine Dusche noch um eine Duschkopfhalterung ergänzen. Nun müssen nur noch Tauchpumpe, Heizpatrone und Wasser in den Kanister.


Unsere Erfahrungen mit unserer Warmwasser-Camping-Dusche

Seit wir die Dusche installiert haben, ist jede Tour mit unserem Camper echter Luxus! Wie geil ist es bitte, sich an heißen Tagen nach dem Wandern unter die Dusche zu stellen oder nach dem Essen unter fließendem Wasser abzuwaschen, statt in einer dreckigen Schüssel zu matschen!? Die Warmwasserdusche ist also ein echter Gamechanger beim Camping! Dank des Heizstabs, der schon mal für angenehme 30 bis 40 Grad Wassertemperatur sorgt, lässt sich das Duschen auch bei frischeren Temperaturen noch ertragen. Wie lang es braucht, um das Wasser auf diese Temperatur zu bringen ist natürlich abhängig vom Wasser und der Umgebungstemperatur. Länger als 3 Stunden mussten wir aber nie warten, nicht mal dann, als wir eiskaltes Wasser aus einem hochgelegenen Bergbach verwendet haben. Um uns das Einfüllen ein bisschen zu erleichtern, haben wir zusätzlich noch einen kleinen 5-Liter-Kanister dabei, der sich in flachem Wasser besser verwenden und natürlich auch leichter tragen lässt. Allerdings wäre es mit einer passenden Wasserquelle auch überhaupt kein Problem, den Deckel vom Kanister abzuschrauben, Heizstab und Tauchpumpe herauszuziehen und später wieder aufzusetzen. 

Du solltest jedoch bedenken, dass die Pumpe einen Durchlauf von 20 Litern pro Minute hat – nur so hast Du auch einen angenehmen Wasserdruck, der reicht, um beispielsweise Haare zu waschen. Du wirst aber staunen, wie wenig Zeit man tatsächlich zum Duschen benötigt, wenn man das Wasser immer dann ausmacht, wenn man es nicht braucht. Wir konnten zu zweit jeden Tag duschen und hatten trotzdem noch genug Wasser für den Abwasch von einem Tag.


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