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Slowenien: Die schönste Roadtrip-Route durch die Julischen Alpen

Slowenien Roadtrip

Wenn Du schon ein paar meiner Beiträge kennst, dann weißt Du, dass ich mein Herz an Slowenien verloren habe. Egal, wo ich bisher in der Welt war – überall war es schön, doch nirgendwo so schön wie in Slowenien. Manchmal stelle ich mir vor, wie es wohl wäre, als alte Omi in einem Schaukelstuhl vor meinem kleinen Häuschen irgendwo im Soca Tal zu sitzen. Natürlich darf dann ein großes Bücherregal nicht fehlen, eine Ziege und einen Esel hätte ich auch gern und eine unordentliche Küche, aus der der heimeliche Geruch in Butter gebratener Zwiebeln nie verfliegt. Und natürlich würde ich mit jedem Wanderer, der vorbeikommt, erstmal einen Schnaps trinken. So viel zu meinen Tagträumen 😉 

Und weil ich mich so sehr in die slowenischen Berge, Seen und Flüsse, die Menschen, die Wärme des Sommers und das leckere Essen verliebt habe, komme ich seit meiner Wanderung des Alpe Adria Trails jedes Jahr mit meinen Lieblingsmenschen hierher zurück, um ihnen meinen kleinen Schatz zu zeigen. Dieses Jahr war ich nun endlich auch mit Michael und seinem Sohn in unserem Campervan unterwegs, um mit den beiden viele bekannte, aber auch viele neue Orte in den Julischen Alpen zu erkunden. 

In diesem Beitrag findest Du nun unsere Roadtrip-Route, die uns in einer Woche in und um den Triglav Nationalpark führte. Zu den jeweiligen Stationen gibt’s natürlich wie gewohnt Tipps zu Ausflügen, Wanderungen, Badestellen, Restaurants und Campingplätzen.

Roadtrip-Ziel #1: Kranjska Gora 

Da es von unserer (Wahl)-Heimatstadt Chemnitz doch ein ganz schöner Ritt nach Slowenien ist – vor allem in unserem unklimatisierten Van – wählten wir als erstes und letztes Ziel unserer Rundtour den kleinen Ort Kranjska Gora, gleich hinter der österreichischen Grenze. Auf diesem Weg konnten wir erst einmal in Ruhe ankommen und unseren Plan, gleich mittags in den See zu springen, in die Tat umsetzen. Nichtsdestotrotz ist Kranjska Gora so viel mehr als nur eine Zwischenstation auf dem Weg ins Soca Tal. Hier kann man vor schönsten Bergpanoramen ganz wunderbar wandern, imposante Wasserfälle erklimmen, Fahrradtouren machen und in klaren Bergseen baden, um den Tag am Abend bei allerleckerste Pizza ausklingen zu lassen. 

Naturreservat Zelenci

Einer meiner liebsten Spaziergänge führt beispielsweise in das Naturschutzgebiet Zelenci. Dort liegt, versteckt zwischen Bergen, Wiesen und Fahrradweg eine sumpfartige Landschaft geprägt von kleinen Bächen, die sich ihren Weg durch wild gewachsenes Schilf bahnen. Wie eine kleine Oase findet sich in ihrer Mitte ein schillernder See, funkelnd in allen blauen und grünen Farbtönen, die die Welt wohl zu bieten hat. Auf breiten Holzstegen kann man hier sicher das Schilf durchqueren und bekommt so einen ganz unverstellten Einblick in die Biosphäre der Sumpflandschaft – von den vielen Pflanzen, bis zur Schlange, die sich unter den Holzbrettern vor der Sonne versteckt. Am besten erreicht man dieses Kleinod über den Fahrradweg von Kobarid in Richtung Italien oder mit dem Auto von einem der beiden Wanderparkplätze auf Höhe des Naturschutzgebietes.

Ausflug nach Italien: Die Laghi di Fusine

In selber Richtung, nur fünf Minuten Fahrt hinter der italienischen Grenze liegen zudem die beiden Laghi di Fusine, klar und schimmernd vor schroffen Bergspitzen, als hätte sie jemand dort hineingelegt, um jedem, der dieses Bild zum ersten Mal erblickt, die Sprache zu verschlagen. Leider ist es hier in der Hauptsaison sehr voll, doch fernab des Kiosks am unteren der beiden Seen und dem Picknickplatz am oberen See verläuft sich der Ansturm auf den Rundwanderwegen doch ganz gut. Am unteren See lässt es sich rechterhand des Kiosks auch wunderbar baden, vor allem dann, wenn die Sommersonne so stark brennt, dass das eiskalte Wasser zu einer wohltuenden Erfrischung wird.

Baden im Jezero Jasna

Mindestens genauso einladend ist aber auch der Jasna See in Kransjka Gora selbst. Auch hier ist das Wasser ziemlich kalt, doch fällt das durch das Adrenalin beim Springen vom Sprungturm zum Glück nicht so sehr auf 😉 Seit Juni 2019 ist es hier außerdem möglich, an der Rezeption des Hotels am vorderen Ende des Sees SUPs auszuleihen. Dank des zugehörigen Cafés mit seiner netten Terrasse (und den göttlichen Kuchen) kann man es hier schon eine ganze Weile aushalten. 

Durch das Vrata Tal zum spektakulären Slap Pericnik

Zugegeben, auf so einer Slowenien-Reise kann man so viele Wasserfälle sehen, dass man sich Gedanken wie “Och, noch einer” echt ganz schön verkneifen muss. Der Slap Pericnik ist aber der mit Abstand spektakulärste, den wir auf unserer Reise besucht haben. Bevor wir jedoch den kurzen, aber steilen Aufstieg zum Wasserfall erreichten, durchfuhren wir das super idyllische Vrata Tal, das sich hinter dem kleinen Ort Mojstrana erstreckt. Je nach Laune kannst Du dort aber auch das Auto stehen lassen und die folgenden 4,5 Kilometer bis zu dem kleinen Café unterhalb des Wasserfalls laufen (und natürlich empfehle ich das auch ausdrücklich!). Wenn Du allerdings wie wir auf dieser Reise einen Zwerg dabei hast oder mal wieder die Sonne mit 40 Grad vom Himmel brennt, ist es auch kein Problem den Schotterweg mit dem Auto zu nehmen.

Am Café gibt es dann einen kleinen Parkplatz für 3 Euro oder Du parkst das Auto zuvor kostenfrei in einer der Buchten am Waldrand. Von dort aus sind es nur noch 10 schweißtreibende Minuten bis zum tosenden Slap Pericnik. 52 Meter donnert hier das Wasser von dem Felsvorsprung herunter und versprüht dabei einen erfrischenden Regen über jeden, der nur nah genug heran tritt. Mit den richtigen Schuhen kannst Du hier sogar auf einem schmalen und recht glitschigen Weg an der Felswand entlang bis hinter den Wasserfall laufen und die einzigartige Perspektive genießen.

Restaurant-Tipps für Kranjska Gora: In der Pizzeria des Hotel Kotnik bekommst Du allerleckerste Pizza, die sich ganz sicher nicht vor ihrer italienischen Konkurrenz verstecken muss! Die Pizzeria Viktor schräg gegenüber solltest Du, wenn Du auf richtig gute Pizza stehst und nicht nur satt werden willst, jedoch lieber meiden.

Übernachten in Kranjska Gora: Im Natura Eco Camp übernachtet man frei stehend auf einer großen Wiese. So liebevoll das Camp auch angelegt sein mag, sind in meinen Augen die Preise für die doch recht minimalistische Infrastruktur (ohne Strom!) jedoch nicht mehr gerechtfertigt. Allerdings gibt es rund um Kranjska Gora auch keine gute Alternative. Bei einem erneuten Besuch würden wir uns deshalb wohl eher einen Stellplatz mit der App “Park4Night” suchen.

 

Roadtrip-Ziel #2: Vrsic Pass und Soca Quelle

Der Vrsic Pass verbindet Kranjska Gora mit dem Soca Tal und war noch jedes Mal ein echtes Abenteuer. Das erste Mal, als ich in Slowenien war, bin ich ihn bei mehr als 35 Grad gelaufen, beim zweiten Mal mit meinem ollen Opel Corsa hochgekraxelt (und dabei an manchen Stellen wirklich rückwärts gerollt!), um schließlich dieses Jahr unseren 6 Meter langen Campervan durch die engen Kurven zu bugsieren.

Doch einmal von den Fahr-Strapazen abgesehen, ist dieser Pass auch landschaftlich ein echtes Erlebnis. Schon in Kransjka Gora genießt man das imposante Bergpanorama des Triglav Nationalparks und mit jedem Meter kommt man den schroffen Felswänden näher. Nach etwa der Hälfte der Strecke eröffnen sich außerdem schönste Bergwiesen, einige sogar mit sehr einladenden Hütten, auf denen man ein kaltes Radler genießen kann (zumindest als Beifahrer). 

Am höchsten Punkt stehen zwar logischerweise die meisten Autos und in der Hauptsaison auch der ein oder andere Reisebus, doch tummeln sich die meisten Leute rund um die Toiletten des Restaurants und das kleine Souvenirhäuschen. Wenn man aber nur ein paar Schritte weiter geht, eröffnet sich hier ein spektakulärer Blick ins Soca Tal, als wolle es einen höchst persönlich mit diesem Ausblick willkommen heißen. 

Die Soca Quelle

Auf dem Weg nach unten kommst Du außerdem an einem sehr unscheinbaren Abzweig auf der rechten Fahrbahnseite zur Soca Quelle vorbei. Da die Fahrt nach unten die Bremsen sowieso ganz schön strapaziert, ist das der perfekte Stop für eine kurze Pause. Vom Parkplatz ist es nur ein kurzer Aufstieg von etwa 30 Minuten zur Quelle. Nichtsdestotrotz solltest Du hier unbedingt die Wanderschuhe anziehen (auch, wenn ein paar Pfeifen mit Flip Flops unterwegs sein sollten), denn oben führt der Weg steil an einer abfallenden Felswand entlang. 

 

Roadtrip-Ziel #3: Das Wassersportzentrum Bovec

Auf dem Weg nach Bovec hielten wir immer wieder in kleinen Parkbuchten, um über die vielen malerischen Hängebrücken zu laufen, die mehr oder weniger vertrauenswürdig über der türkisblauen Soca schaukeln. Von meinen vorherigen Besuchen in Slowenien kannte ich zum Glück auch die Badestellen bei Lepena, sodass wir es kaum erwarten konnten, einen kleinen Abstecher zum Abkühlen an den Fluss zu machen, bevor wir schließlich nach Bovec fuhren.

Baden an den traumhaften Badestellen von Lepena

Bovec ist das Wassersportzentrum des Soca Tals – der Ort an dem die Good Vibes regieren. Statt des Surfbretts gibt es hier jedoch Schlauchboote zum Raften und Kajaks fürs Wildwasser und tiefe Klammen, um an Ziplines darüber zu fliegen oder sie bei spannenden Canyoning-Touren zu durchqueren. Je nach Saison bucht man sein persönliches Abenteuer entweder vorab online oder ganz entspannt im Ort. 

Wandern rund um Bovec

Je nach Wanderlaune kannst Du außerdem vom Zentrum in Bovec entlang der Markierungen des Alpe Adria Trails eine kleine Wanderung zu dem spektakulär schönen Slap Virje machen (auch hier Badesachen nicht vergessen!) oder Du nimmst das Auto und fährst bis zum Parkplatz des Wasserfalls vor. Wenn es ein bisschen mehr sein darf, kannst du aber auch früh mit dem Bus vom Supermarkt nach Trenta fahren und läufst von dort die wohl mit Abstand schönste Wanderung Sloweniens entlang der Soca. Auf etwa 20 Kilometern führt hier der Soca Pot über viele Hängebrücken durch die unglaubliche schöne Landschaft des Tals, vorbei an einsamen Badebuchten, durch magische Wälder und über blühende Wiesen zurück nach Bovec. Die Busfahrpläne erhältst Du in der Touristinformation.

Slap Virje

Übernachten in Bovec: Kamp Liza und Kamp Toni liegen unmittelbar am Fluss und sind im Sommer eigentlich fast immer hoffnungslos überfüllt. Mein Geheimtipp ist die große Wiese des Kamp Vodenca oberhalb des eigentliches Campingplatzes. Dort gibt es inzwischen auch an einigen Stellen Stromanschlüsse, doch abgesehen davon steht man völlig frei und genießt am Abend den Untergang der Sonne hinter den Bergen.

Essen in Bovec: Noch bei jedem Slowenien-Besuch hat sich bisher bestätigt, dass es in der Gostilna Sovdat das wohl beste Essen der Stadt gibt. Mein Tipp: Die gebratene Forelle ist der Wahnsinn!

 

Roadtrip-Ziel #4: Kobarid

Von Bovec aus sind es nur etwa 30 Minuten Fahrt nach Kobarid. Trotzdem lohnt es sich, mehr als einen Tagesausflug in diesem Ort zu verbringen. Neben der kleinen Stadt selbst, und dem wirklich spannenden Museum zum Ersten Weltkrieg, gibt es hier unglaublich viel zu entdecken. 

Zwischenstop von Bovec nach Kobarid: Slap Boka

Wenn Du also von Bovec aus nach Kobarid fährst, wirst Du nach etwa 6 Kilometern eine massive Steinbrücke queren. Bereits ab der Mitte des Flusses eröffnet sich hier ein Blick in eine steile Felswand, in der der imposante Wasserfall Boka ganze 144 Meter hinunter donnert. Gleich rechterhand hinter der Brücke befindet sich ein kleiner Weg, der dich in etwa 15 Minuten auf einen hochgelegenen Aussichtspunkt führt. Von dort hast Du noch einen viel besseren Blick auf das Naturschauspiel. Das Auto kannst Du dafür auf dem kleinen Parkplatz vor der Brücke parken. Pro-Tipp: Im Gegensatz zu Slap Virje ist der Slap Boka nach einem Regenschauer noch viel spektakulärer als sowieso schon. Slap Virje solltest Du nach Möglichkeit bei gutem Wetter besuchen – dann funkelt das Wasser besonders schön.

Einsame Badestellen an der Nadiza

Eines meiner liebsten Ausflugsziele rund um Kobarid ist der Fluss Nadiza. Dieser ist ein ganzes Stück wärmer als die Soca und versteckt entlang seines Flusslaufs viele einsame Badestellen, an denen man selbst am wärmsten Sommertag ganz ungestört schwimmen gehen kann. Je nach Lust und Laune erreicht man “Bife Z’Der Klemen Plesničar”, den Kiosk und Parkplatz an den offiziellen Badestellen der Nadiza, entweder mit dem Fahrrad von Kobarid oder natürlich auch mit dem Auto. Vom Parkplatz aus folgt man schließlich dem Fahrradweg entgegen des Flusslaufs und erreicht so etwa einen Kilometer später die ersten abgelegenen Badestellen.

Die Wege, die vom Fahrradweg zu den Badestellen führen sind jedoch keine offiziellen, sondern gleichen eher zugewucherten Trampelpfaden. Wenn Du nicht so auf Viehzeug stehst, lohnt sich entweder das Insektenspray an den Beinen oder eine dünne, lange Hose. Aber glaub mir, der Weg lohnt sich ganz bestimmt 😉 Mein persönlicher Lieblingsplatz befindet sich übrigens hinter der Hängebrücke. Dort musst Du zwar an einer seichten Stelle durch den Fluss waten, um zu einem Liegeplatz zu kommen, allerdings ist es dort schön schattig und man kann die Felswände hochklettern und ins Wasser springen.

Der verwunschene Slap Kozjak

Mindestens genauso lohnenswert ist außerdem die kurze Wanderung zum Slap Kozjak. Der Wasserfall liegt spektakulär eingebettet in einer Höhle am hinteren Ende einer fast schon verwunschenen Klamm, die man auf kleinen Brücken quert. Der Wanderparkplatz zum Wasserfall befindet sich gleich linkerhand hinter der Napoleon Brücke. Für diesen Ausflug solltest Du etwa eineinhalb Stunden einplanen. 

Im Bergdorf Dreznica

Wenige Kilometer oberhalb des Wanderparkplatzes findest Du außerdem das kleine, malerische Dorf Dreznica mit seiner imposant aufragenden Kirche. Obwohl es in diesem Ort kaum mehr gibt als ein paar alte Häuschen und ein kleines Café, habe ich mich bei der Wanderung des Alpe Adria Trails sehr in den Ort und seine friedliche Atmosphäre verliebt.

Pizza mit Aussicht in Dreznica. La vie est belle!

Übernachten in Kobarid: Das Kamp Rut ist das mit Abstand schönste, auf dem wir während unseres Roadtrips durch Slowenien übernachtet haben. Hier gibt es keine Parzellen, sondern terrassenartig angelegte Stellplätze unter hohen Bäumen, die man ganz für sich allein hat. Vom Kamp ist es auch nur eine Wanderung von etwa einer Stunde zu den Badestellen an der Nadiza.

 

Roadtrip-Ziel #5: Über die Tolminer Klammen nach Bohinj

Beine vertreten in den Tolminer Klammen

Nach 4 wunderbaren Tagen im Soca Tal unternahmen wir einen letzten Ausflug an den schillernd-türkisfarbenen Fluss. Sicher sind die Tolminer Klammen längst kein Geheimtipp mehr, doch sind die tiefen Schluchten mit ihren moosbewachsenen Wänden so schön, dass kein Weg an ihnen vorbeiführt. In der Hauptsaison macht es trotzdem Sinn, möglichst früh da zu sein, denn später werden die schmalen Wege doch ganz schön voll. Im Sommer öffnen die Klammen aktuell um 08.30 Uhr.

Steile Anfahrt: Über Podbrdo nach Bohinj

Nach diesem wunderbaren Ausflug folgte unerwartet ein wirklich schwer zu fahrender Pass über Podbrdo nach Bohinj. Als meine Nerven dank der vielen engen Kurven auf der schmalen und oftmals kaputten Straße schon völlig blank lagen, erreichten wir glücklicherweise den höchsten Punkt, dessen Panorama mich die Straße zum Glück wieder vergessen ließ. Egal, wie nervenaufreibend die Fahrt also auch ist, spätestens auf Höhe des kleinen Dörfchens Spodnje Danje wirst Du für die Strapazen mit einem atemberaubenden Ausblick über riesige Almwiesen inklusive kitschigem Kuhglockengebimmel entschädigt. 

 

Roadtrip-Ziel #6: Bohinj Irgendwo bei Bled

Als wir erfolgreich unten in Bohinjska Bistrica ankamen, kamen wir kaum umhin, uns eine Belohnung für die letzten 60 gefahrenen Kilometer zu gönnen. Also zumindest ich, schließlich hatte ich unsere 6 Meter zu Hause heil über den Berg gesteuert, während Michael schlaue Anweisungen gab und der Zwerg das Drama erfolgreich verschlief 😉 Nach einem leckeren Essen in der Gostilnica Strudl (jetzt war der Zwerg natürlich wieder wach), nahmen wir also das letzte Stück zum See von Bohinj, noch nichts ahnend, dass unsere Reise ab dieser Stelle von Planänderungen und glücklichen Zufällen geprägt sein würde. Denn – und das war vor 20 Jahren, als ich das letzte Mal in Bohinj war definitiv anders – bereits vor dem See bildete sich eine lange Schlange an Autos, alle auf dem Weg zum Wasser, als wäre das der einzige See, den Slowenien zu bieten hätte. 

Atemberaubend schön, aber in der High-Season leider total überlaufen: Bohinj

Wer uns vielleicht schon ein Weilchen kennt, der ahnt sicherlich, dass wir es dort kaum länger als für einen Sprung ins Wasser aushielten, bevor wir unsere Pläne umschmissen und flüchteten – obwohl der See natürlich atemberaubend schön und während der Nebensaison ganz sicher ein großartiges Ziel ist. Statt also wie geplant auf dem völlig überladenen Campingplatz Zlatorog Quartier zu beziehen, Slap Savica und Mostnica Gorge zu besichtigen und einen Ausflug mit der Seilbahn auf den Mt. Vogel zu machen, fuhren wir weiter in Richtung Norden in Richtung Bled. 

Den „Sprung ins Wasser“ sollte man übrigens immer wörtlich nehmen 😉

Übernachten in Bled: Bled, wohl beliebtestes Postkartenmotiv Sloweniens, ist sicherlich noch touristischer als Bohinj, allerdings wird es hier am Abend ruhig und man kann den Ausblick auf den einzigartig schönen See in Ruhe genießen. Zudem kannte ich von meiner Reise zuvor den idyllisch gelegenen Campingplatz Sobec, auf dem es deutlich ruhiger zugeht als auf den Campingplätzen direkt an den Seen von Bohinj und Bled. Sicher, unser Favorit war der durch seine Größe auch nicht, allerdings waren nur ein Drittel der Stellplätze belegt, sodass wir selbst hier einen ruhigen, gemütlichen Platz unter Kiefern direkt am Fluss gefunden haben.

 

Roadtrip-Ziel #7: Velika Planina

Da wir durch unsere Planänderung Zeit für andere Aktivitäten gewonnen haben, blieb uns glücklicherweise ein Tag für einen Ausflug zur Velika Planina, einer großen bewirtschafteten Alm in den Bergen hinter Kamnik. Mit diesem Ort fanden wir unser persönliches Paradies der Reise und noch immer bin ich froh, dass wir unsere Route so spontan verändert haben. Die romantische Almlandschaft mit ihren unzähligen historischen Hirtenhäusern liegt auf knapp 1600 Metern Höhe, eingerahmt von schneebedeckten Gipfeln. Nachdem wir mit der Seilbahn die größte Höhendifferenz überwunden hatten, schwebten wir fast wie im Traum mit dem nostalgischen Sessellift über die fast schon kitschigen Bildbuchwiesen inklusive Kühen und Blümchen. Und weil es uns hier so gut gefiel, habe ich über diesen Ausflug nach Velika Planina sogar einen eigenen Beitrag mit allen wichtigen Informationen veröffentlicht.

Velika Planina

Übernachten bei Kamnik: Wäre unser Ausflug nicht so spontan gewesen, hätten wir sicherlich versucht, eine der heißbegehrten Hütten auf der Alm zu mieten. So entschieden wir uns an diesem Tag aber keine längeren Strecken zurückzulegen und auf einem sehr angenehmen schattigen Platz im Kamp Alpe zu übernachten und den Abend mit Marshmallows über dem Grill ausklingen zu lassen.

 

Roadtrip-Ziel #8: Zurück in Kransjka Gora

Bevor wir nach dieser aufregenden Woche glücklich, braungebrannt und übersät mit den üblichen Blessuren eines Natururlaubs zurück nach Hause fuhren, verbrachten wir einen letzten Tag in Kranjska Gora. Meine liebsten Ausflugsziele findest Du alle unter dem Roadtrip-Ziel #1. 

 


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2 Comments

  • Reply
    sisters, jeans and messy buns
    28. August 2019 at 14:01

    Liebe Magda,
    ich bin ganz begeistert von eurer tollen Tour! Wir waren auch erst vor einiger Zeit in Slowenien auf Urlaub, aber es gibt einfach so viel zu entdecken, müssen wir wohl einfach so schnell wie möglich wieder hin! Folgende Stops, die du erwähnt hast, muss ich noch unbedingt besuchen: Naturreservat Zelenci, Tolminer Klammen und den Fluss Nadiza… <3 so traumhaft schön!

    liebste grüße aus wien,
    katharina

    • Reply
      Magda
      18. September 2019 at 17:57

      Hey liebe Katharina, tausend Dank für die netten Worte zum Artikel! Ich freu mich immer ganz sehr darüber, so etwas zu lesen. Meine persönliche Slowenien-Bucket-List wird gefühlt auch immer länger statt kürzer, egal wie oft ich hinfahre 😉 Ich wünsch dir auf jeden Fall noch viele tolle Reisen nach Slowenien! Ganz liebe Grüße, Magda

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