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Bretagne & Normandie: Unser Roadtrip zum Nachfahren

Home is where you park it – endlich war unsere Emma, unser VW T5, fertig ausgebaut! Drei Monate hatten wir unermüdlich jede freie Stunde an unserem Campervan geschraubt, um pünktlich zum Sommer in echter Freiheit auf unseren ersten Roadtrip zu starten. Um diese Freiheit auch in vollen Zügen zu genießen, planten wir dieses Mal auch keine feste Route, sondern suchten uns nur ein paar Ziele, die wir gern sehen wollten. Nachdem uns nicht mal die erste Vollsperrung nach nur 10 Kilometern hinter meiner Heimatstadt die Laune verderben konnte, fuhren wir so über Dänemark und Belgien nach Nordfrankreich in die Normandie und die Bretagne. Trotz unserer gewollten “Planlosigkeiten” fanden wir überall wunderschöne, sehenswerte Orte und romantische Stellplätze.

In diesem Artikel findest Du nun alle 14 Stationen unseres Roadtrips durch Belgien, die Normandie und die Bretagne – fertig zum Nachfahren inklusive der exakten Ortsangaben zu all unserer kostenlosen Stellplätzen.

Alle Stationen im Überblick:

  1. Gent: Ein echter Geheimtipp (2 Nächte)
  2. Baden am Strand Cap Blanc Nez
  3. Landleben: Boubers-lès-Hesmond & Montrieul (1 Nacht)
  4. La vita semplice: Rund um Veules les Roses (2 Nächte)
  5. Kanufahren im Nationalpark Marais du Cotentin et du Bessin (1 Nacht)
  6. Ausflug zum Mont-Saint-Michel (1 Nacht)
  7. Wandern an der rosafarbenen Küste von Perros Guirec (1 Nacht)
  8. Wilde Klippen: Die Halbinsel Crozon (1 Nacht)
  9. Südsee-Feeling im Atlantik: Die Glenan Inseln (1 Nacht)
  10. Bummeln in der Studentenstadt Rennes (1 Nacht)
  11. Parc Naturel Régional des Boucles de la Seine Normande (1 Nacht)
  12. Zeitreise in Rouen (1 Nacht)
  13. Weil es so schön war: Zurück nach Montrieul (1 Nacht)
  14. Zurück nach Belgien: Ein Sommertag in Brügge (2 Nächte)

 

Unterwegs mit dem Campervan: So findest Du die schönsten Stellplätze in Frankreich

Frankreich ist ein großartiges Ziel für einen Roadtrip im Campervan. Besonders im Norden gibt es wirklich unzählige kostenlose Stellplätze mitten in der Natur. Ganz egal also, ob Du am liebsten am See, am Meer oder im Wald übernachtest – wirklich überall haben wir den passenden Platz gefunden ohne auch nur eine negative Erfahrung machen zu müssen. Für die Suche haben wir die App “Park4Night” benutzt. Dabei habe ich immer nach Stellplätzen gesucht, die mit dem grünen Bäumchen (“Mitten in der Natur”) gekennzeichnet waren und schon einige gute Bewertungen hatten. Weil man die Stellplätze leider nicht über eine eindeutige Bezeichnung suchen kann, habe ich im Beitrag zu jeder Übernachtung Ort und Koordinaten angegeben. So dürftest Du keine Schwierigkeiten haben, unsere Plätze wiederzufinden.

 

1. Gent: Ein echter Geheimtipp [2 Nächte]

Die Stadt Gent sollte eigentlich nur ein kurzer Zwischenstop auf unserem Weg nach Frankreich sein. Eine kleine, hübsche Stadt, ein belgisches Bier am Abend draußen vor einer Kneipe – höhere Erwartungen hatten wir nicht an unseren ersten Routenpunkt. Doch was uns dann in Gent erwartete war eine echte Überraschung! Während sich im nah gelegenen Brügge, dem UNESCO Weltkulturerbe, jährlich über eine Million TouristInnen tummeln, ist Gent so etwas wie ein Geheimtipp für jede Reise nach Flandern. Denn Gent muss seine malerische Altstadt im Vergleich sicher nicht verstecken. Hunderte Fachwerkhäuser, verzierte Brücken, spektakuläre Kirchenbauten inklusive Belfried und unzählige mittelalterliche Prachtbauten werden hier von Kanälen durchzogen, die das Glitzern der Sonne reflektieren und die Stadt zu einer Oase für jeden Romantiker machen. Es hat nur wenige Minuten gedauert und schon war ich verliebt in die kleinen Gässchen, die vielen süßen Läden mit hipsterigem Vintage-Kram, Szene-Cafés und Buchläden. Anstatt also nur eine Nacht zu bleiben, blieben wir eine zweite, um uns wenigstens einen vollen Tag für die Stadt zu nehmen.

Übernachtung: Leider gibt es in Gent wenige Stellplätze. Der wohl angenehmste von allen ist ein befestigter Parkplatz am Eingang zum Naturschutzgebiet “Bourgoyen-Ossemeersen [Gent, 2 Driepikkelstraat; Breitengrad: 51.067501, Längengrad: 3.619; N51° 4’3.0 E 3° 40’54.84]

 

2. Baden am Strand Cap Blanc Nez

Es war ein sehr heißer Tag, als wir von Gent aus in Richtung Frankreich fuhren. Bei 38 Grad war uns nur noch nach baden zumute. Da ich auf der Karte zum Glück einen Strand entdecken konnte, fuhren wir nach Escalles am Cap Blanc Nez. Während auf den saftig grünen Hügeln oberhalb der Klippen Schafe grasen, liegt unterhalb ein Sandstrand, so breit, dass er selbst dem größten Touristenstrom gewachsen wäre. Von Escalles aus hat man einen spektakulären Blick nach unten aufs Meer, doch um zum Strand zu kommen, mussten wir noch ein kleines Stück über den Ort hinaus fahren. Rechterhand der Straße gibt es mehrere Parkplätze, von denen aus man den Strand mit einem kleinen Fußmarsch erreicht. Diese waren allerdings alle in ihrer Höhe auf 2 Meter beschränkt, sodass wir uns ein Plätzchen am Straßenrand suchen mussten.

 

3. Landleben: Boubers-lès-Hesmond & Montrieul [1 Nacht]

Nachdem wir uns ausreichend am Strand abgekühlt hatten, fuhren wir weiter nach Bourbers-lès-Hesmond, einem kleinen Dörfchen etwa eine Stunde südlich von Escalles. Eigentlich hätten wir gern bei Escalles übernachtet, doch der Tag war so heiß, dass wir in unserer Emma kein Auge zugetan hätten. Deshalb buchten wir kurzfristig eine kleine Unterkunft und fanden auf diesem Weg zufällig einen Ort, der so schön ist, dass wir auf unserer Rückfahrt extra noch einmal dorthin zurückkamen.

Das alte Landhaus, in dem wir ein Zimmer gefunden hatten, gehört einer jungen, Rosenzüchterin aus Belgien. Schon als wir den kleinen Schotterweg auf das Anwesen fuhren waren die Wege links und rechts mit unzähligen Töpfen schönster Blumen drapiert. Durch die Bäume wehte sogar eine leichte Brise, die die weißen Gardinen zwischen den alten Holzrahmen wehen ließ. Während die Vorderseite des Hauses in angenehm kühlendem Schatten lag, erleuchtete das goldene Sonnenlicht des Nachmittags den Wildblumengarten im Hintergrund. Hier und dort pickten Hühner vor einer alten Scheune nach Körnern und die beiden Hunde lagen faul zwischen den Füßen ihrer Besitzerin. Ich muss wahrscheinlich kaum erwähnen, wir glücklich wir über dieses Kleinod waren, das wir zufällig entdeckt hatten – ein Traum des vita semplice, des einfachen Lebens auf dem Land.

Obwohl wir das Anwesen gar nicht verlassen wollten, fuhren wir am Abend in den nahegelegenen Ort Montreuil, um dort eine Kleinigkeit essen zu gehen. Da das empfohlene Restaurant “Froggys Tavern” leider schon voll besetzt war, entschieden wir uns aber auch gern für eine leckere Pizza im “Le Piccolino”.

Übernachtung: Val des Roses, gebucht über Airbnb > Auf der Startseite meines Blogs findest Du einen 25-Euro Gutschein für deine erste Buchung bei Airbnb

 

4. La vita semplice: Rund um Veules les Roses [2 Nächte]

Am nächsten Morgen waren wir schon ein bisschen traurig, dass wir uns schon wieder von dem hübschen Landhaus verabschieden mussten. Weil damit aber die Sehnsucht nach dem vita semplice gerade erst geweckt war, kam der nächste Punkt auf unserer Route sehr gelegen. Rund das Dorf Veules les Roses liegen mehrere alte Chateaus mit wilden Gärten und auch der Ort selbst sieht aus, als hätte man ihn eigens als Motiv für Monet erbaut.

Weil es uns hier so gut gefiel, verbrachten wir die erste Nacht direkt an der Allee vor der Manoir d’Ango, einem alten Herrenhaus aus der Renaissance. Den nächsten Tag begannen wir nach einem ausgedehnten Frühstück in der großen Gartenanlage Bois des Moutiers und später im Ort Veules les Roses. Im Anschluss fuhren wir einige Kilometer über den Ort hinaus ans Kap d’Antifer und fanden dort einen spektakulären Schlafplatz direkt an den Klippen des Kaps.

Übernachtung 1. Nacht: Allee vor dem Manoir d’Ango [Route de la Cayenne, Varengeville-sur-Mer] 2. Nacht: Am Kap d’Antifer gibt es zwei Stellplätze. Der erste liegt richtig spektakulär auf einer Wiese zwischen den Klippen. [Breitengrad 49.688599 Längengrad: 0.167645; N 49° 41’18.96 E 0° 10‘3.52] Allerdings führt dort nur eine sehr schmale und mega holprige Straße ohne Ausweichmöglichkeiten hinunter. Da schon die Seitenverkleidung von Emma geknackt hat, sind wir dann doch lieber rückwärts zurück gefahren. Wenn dein Camper mehr aushält als unserer, ist das allerdings kein Problem. Wir haben letztlich weiter oben an einer Wiese ein paar hundert Meter vor dem Leuchtturm geschlafen. [Breitengrad 49.682899 Längengrad: 0.164736; N 49° 40’58.34 E 0° 9‘53.04]

 

5. Kanufahren im Nationalpark Marais du Cotentin et du Bessin [1 Nacht]

Der Naturpark Marais du Cotentin et du Bessin liegt auf halber Strecke zum Mont Saint Michel auf der Halbinsel Cotentin. Das Gebiet ist geprägt durch die unzähligen Flüsse und Salzsümpfe, deren Flussarme und Kanäle das Gebiet durchziehen wie unsere Adern den Körper. Rund um die Flüsse Aure, Ay, Douve, Taute und Vire entstand so eine Vielfalt an natürlich Lebensräumen aus Heiden, Marschen, Mooren und Heckenlandschaften. Zentrum des Parks ist der Ort Carentan, von wo aus man Bootsfahrten auf der Douve und der Taute unternehmen kann. Wir entschieden uns aber für die aktivere Variante und machten eine kleine Kanutour ab der “La Base de Loisirs” im Ort Saint Sauveur le Vicomte und paddelten durch die schmalen Flussarme zwischen den üppigen grünen Ufern bis zur Douve und einige Kilometer flussauf- und abwärts. Nach dieser Tour, einem kleinen Spaziergang zur Abbey of Saint-Sauveur-le-Vicomte und dem obligatorischen Eclaire fuhren wir anschließend noch ein kleines Stückchen weiter zu unserem auserkorenen Stellplatz bei Portbail am Meer.

Übernachtung: Einer meiner liebsten Plätz während unseres Roadtrips! Wir standen ganz allein in einer geschützten Bucht aus Dünen, umgeben von Wiese, Sand und Meer. [Portbail; Breitengrad 49.335999 Längengrad: -1.73169; N 49° 20’9.59 W -1° 43‘54.08]

 

6. Ausflug zum Mont-Saint-Michel [1 Nacht]

Ein Ausflug an den Mont St. Michel kann man durchaus als touristische Pflicht bezeichnen, wenn man schon einmal den langen Weg nach Nordfrankreich auf sich genommen hat. Deshalb – und weil ich natürlich auch sehr neugierig war – fuhren wir gleich früh am Morgen los, um genügend Zeit für den Ausflug und die Suche nach einem neuen Stellplatz zu haben. Obwohl wie erwartet sehr viele Menschen unterwegs waren, liefen Parkplatzsuche und Shuttlebusfahrt überraschend stressfrei. Die eigentlichen Menschenmassen erwarteten uns erst an der Felseninsel selbst.

Da gerade Ebbe war, war zum Glück vor der Insel genügend Freiraum, um die spektakuläre Festung mit ihrer Abtei, den Türmen, Mauern und Häusern zu besichtigen. In den Gassen selbst drängten sich allerdings so viele Menschen, dass man kaum einen Fuß vor den anderen setzen konnte. Da ich in solchen Situationen gern klaustrophobisch werde, beließen wir es bei dem kurzen Abstecher in die Grand Rue und wateten lieber außer herum durch das Watt. Heute, beim Schreiben und Recherchieren bin ich allerdings schon ein bisschen traurig, dass wir nicht noch zwei Stunden zeitiger da waren, um die Gassen und Bauten zu besichtigen.

Als kleine Entschädigung spendierte ich Michael dafür im kleinen Ort Courtils, wenige Kilometer vor dem Mont-Saint-Michel, eine große Portion Moules Frites Créme – einen riesigen Topf voller fangfrischer Miesmuscheln in Weißweinsud und Sahne inklusive einem Teller heißer Pommes.

Übernachtung: An diesem Abend übernachteten wir schon einige Kilometer westlich vom Mont-Saint-Michel auf einer Wiese oberhalb einer Bucht am Meer bei Planguenoual. [Breitengrad 48.5651 Längengrad: -2.58764; N 48° 33’54.35 W -2° 35‘15.5]

 

7. Wandern an der rosafarbenen Küste von Perros Guirec [1 Nacht]

Unser nächstes Ziel ist der Ort Ploumanac’h im Herzen der rosafarbenen Granitküste. Der Name ist Programm: Der Küstenabschnitt besteht aus riesigen rosafarbenen Granitfelsen, die einen farbenfrohen Kontrast zum tiefblau glitzernden Wasser des Atlantiks bilden. Von hier kann man auf dem Zöllnerpfad (Sentier des Douaniers/GR 34) auf etwa 6 Kilometern Länge bis nach Perros Guirec wandern. Dieser Abschnitt gilt als der schönste des Wanderwegs in der Bretagne und führt an unzähligen Felsformationen entlang des Meeres vorbei mit ständigem Blick auf die vorgelagerten Sept-Iles. Da es uns ehrlich gesagt zu kompliziert war, nach einem Bus zu suchen, sind wir die Strecke einmal hin und durch die Ortschaften wieder zurück gelaufen. Zumindest vormittags fährt hier allerdings zwischen 9.00 und 12.30 auch der “Puffin Shuttle”, der einen ggf. auch wieder zurück bringen würde.

Mit etwas mehr Zeit kann man von diesen beiden Städten aus auch Boots- und Segeltouren zu den Sept-Iles machen, Kajak fahren oder an den städtischen Stränden baden gehen. Es lohnt sich also in jedem Fall ein Abstecher in das überraschend gut ausgestattete Tourismusbüro. An diesem Abend haben wir auch unser Camping-Essen gern gegen frischen Fisch und Crepes in einem der vielen Restaurants getauscht. 😉

Übernachtung: Rund um Perros Guirec war es wirklich schwer einen Stellplatz zu finden. Auf den meisten durfte man nicht über Nacht stehen und so hübsche Plätze mitten in der Natur, wie wir sie an den Tagen zuvor fanden, gab es hier nicht wirklich. In Trelevern haben wir dann aber doch noch einen Stellplatz auf einer Wiese inklusive Bank und Blick aufs Meer gefunden. [Breitengrad 48.816502 Längengrad: -3.37185; N 48° 48’59.4 W -3° 22‘18.66]

 

8. Wilde Klippen: Die Halbinsel Crozon [1 Nacht]

Den ersten Halt unserer heutigen Fahrt machten wir in der Bucht von Saint-Michel-en-Greve auf dem Weg zur Halbinsel Crozon. Wir hatten riesigen Hunger, sodass die kleine Imbissbude direkt am Strand genau zur richtigen Zeit kam. So saßen wir hier auf bunten Plastikstühlen an unserem wackeligen Tisch und aßen superfrische Moules Frites, die gerade ein Fischer vom Strand angeschleppt hatte.

Wenig später durchquerten wir dann bereits den Naturpark Armorique auf dem Weg zur Halbinsel Crozon. Zuerst besuchten wir das Kriegsdenkmal und das Musée mémorial international de la Bataille de l’Atlantique auf den Klippen am westlichsten Ende der Halbinsel. Später, als sich die Eindrücke des Museums langsam gelegt hatten, bummelten wir ein bisschen durch das Zentrum von Camaret sur Mer, tranken Kaffee und genossen das sommerliche Flair der Stadt. Im Anschluss fuhren wir schließlich zum Pointe de Penhir, dem südwestlichen Zipfel von Crozon.

Am Kap wächst um diese Jahreszeit ein blühendes Meer von Sträuchern, das von vielen schmalen Wegen durchzogen ist. Erst nach hunderten Metern, die man sinnbildlich durch das Blütenmeer schwimmt, erreicht man die spektakuläre Steilküste über dem türkis schimmernden Wasser. Die schroffen Felsen sind damit ein großartiger Ort, um hier bei einer Flasche Cidre (natürlich nur für den Beifahrer!), Baguette und einem Stück Käse den Sonnenuntergang zu genießen. Wenn man will, kann man hier aber auch die langgestreckten Wege entlang wandern. Auf Komoot findest Du mehrere Routen inklusive GPS Daten unterschiedlicher Länge.

Übernachtung: Ein Platz, direkt am Meer, ganz allein für uns – besser konnte es kaum sein. [Telgruc-sur Mer, Breitengrad 48.207401 Längengrad: -4.3487; N 48° 12’26.64 W -4° 20‘55.32]

 

9. & 10. Der ursprüngliche Plan: Südsee-Feeling auf den Glenan-Inseln und ein Abstecher in die Studentenstadt Rennes [jeweils 1-2 Nächte]

Eigentlich wären wir von der Halbinsel Crozon weiter in Richtung Süden gefahren, um von dort einen Tagesauflug auf die Glenan-Insels zu unternehmen. Im Anschluss, wären wir dann für ein bis zwei weitere Nächte in die hübsche Studentenstadt Rennes gefahren. Leider ging an diesen Tagen in die Bretagne in Sturm, Regen, Hagel und Gewitter unter. Es waren 3 Tage Unwetter vorhergesagt (die auch kamen), sodass wir an dieser Stelle bereits in Richtung Osten flüchteten, wo wie gehabt die Sonne schien. Im Nachhinein bin ich natürlich schon ein bisschen traurig, dass wir so die Glenan-Inseln verpasst haben. Die Inseln liegen etwa 10 Kilometer vor dem Festland und sind ein echtes Inselparadies, das man so wohl eher in wärmeren Gefilden erwarten würde. Mehrere Inseln liegen hier im türkis glitzernden Wasser – perfekt, um sie bei einer ausgedehnten Kajaktour zu umrunden und beim Baden den Sommer zu genießen.

Um die Inseln zu erreichen nimmt man die Fähre von Benodet, Concarneau, Loctudy, Beg-Meil oder Port-la-Fort. Je nach Jahreszeit fahren die Boote mehrmals am Vormittag zu den Inseln und kehren jeweils 17 und 18 Uhr zurück. Auf den Inseln gibt es kein Restaurant und auch keinen Schatten, sodass man unbedingt Proviant und am besten auch einen Sonnenschirm einpacken sollte. Beim Fährunternehmen kann man außerdem Kajaks ausleihen oder Segelunterricht buchen.

 

11. Parc Naturel Régional des Boucles de la Seine Normande [1 Nacht]

Durch unsere Planänderung war der Weg nach Rouen doch sehr weit. Um den langen Weg aber wenigstens ein bisschen zu verkürzen, verbrachten wir einen Nachmittag im Naturpark Boucles de la Seine Normande kurz vor Rouen. Hier beschreibt die Seine mehrere U-förmige Schlaufen und schlängelt sich durch Wald und Wiesen. In diesem Bereich stehen mehrere alte Chateaus, deren Anlagen alle dazu einladen, sich mit einem Picknickkorb davor die Zeit zu vertreiben. Ganz besonders hübsch fand ich die Manoir de Villers und das Chateau D’Etelan.

Übernachtung: Der Park hat viele schöne Ecken, in denen man entspannt übernachten kann. Wir entschieden und für einen gemütlichen Platz im Wald bei Vatteville-la-Rue. [Breitengrad 49.422501 Längengrad: 0.675; N 49° 25’21.0 E 0° 40‘30.0]

 

12. Zeitreise in Rouen [1 Nacht]

Ein Ausflug nach Rouen, der „Stadt der 100 Kirchtürme“, gleicht einer kleinen Zeitreise. In den mittelalterlichen Gassen stehen dicht gedrängt unzählige Fachwerkhäuser und führen fast unweigerlich vorbei am berühmten Uhrenturm zu der beeindruckenden gotischen Kathedrale, in der sich Richard Löwenherz auf eigenen Wunsch nach seinem Tod begraben ließ. Seit 2015 kann man außerdem die spannende Geschichte der Nationalheldin Johanna von Orleans im Historial Jeanne d’Arc entdecken. Wem die Füße vom Sightseeing weh tun, kann aber auch gemütlich durch die Fußgängezone von Café zu Café bummeln oder einen Blick in das älteste Restaurant Frankreichs am Altmarkt werfen.

Übernachtung: Da die Parksituation von Rouen eine echte Vollkatastrophe ist, fuhren wir am Abend noch ein paar Kilometer aus der Stadt heraus und übernachteten an einem Stellplatz gleich neben der Kirche in Grigneuseville. [Rue de l’Eglise; Breitengrad 49.6534 Längengrad: 1.18926; N 49° 39’12.23 E 1° 11‘21.33]

 

13. Weil es so schön war: Ein letztes Abendessen in Montreuil

Da wir unbedingt auf dem Rückweg noch einmal nach Belgien wollten, kamen wir unweigerlich zurück in den Nordosten des Landes. Und weil es in Montreuil so schön war, überlegten wir gar nicht lang und fuhren in den Ort zurück, in dem unser Frankreich-Abenteuer so wunderbar begonnen hatte. Immerhin mussten wir ja auch noch in der viel gelobten “Froggys Travern” essen gehen, nachdem wir dort beim ersten Mal leider keinen Platz bekommen. Und wie es uns unsere Gastgeberin versprochen hat: Unser Drei-Gänge-Menü war ein echtes kulinarisches Highlight in ausgelassener, beschwipster Hinterhof-Atmosphäre.

Übernachtung: Weil es an dem Abend doch etwas spät wurde, suchten wir uns gleich einen Platz in der Nähe und fanden so durch Zufall einen romantisch Stellplatz an einem kleinen See. [Brimeux, 5 Allee des Etangs; Breitengrad 50.441299 Längengrad: 1.84806; N 50° 26’28.67 E 1° 50‘53.01]

 

14. Zurück nach Belgien: Ein Sommertag in Brügge [2 Nächte]

Nachdem es uns in Gent so gut gefallen hat, kamen wir natürlich kaum umhin, auch die “große Schwester” Brügge zu besuchen. Brügge ist zwar um einiges touristischer als Gent, hat aber eine ebenso spektakulär schöne Altstadt. Da wir dieses Mal wussten, was uns erwartet, haben wir von Anfang an zwei Nächte eingeplant, um die Stadt ausgiebig entdecken zu können.

Auch hier bezaubern einen die unzähligen historischen Bauten und Fachwerkhäuser, die links und rechts der Kanäle stehen wie eine Filmkulisse. Auf gepflasterten Straßen streift man hier durch die Gassen, vorbei an kleinen Läden und Chocolaterien, über Brücken, vorbei an Cafés und Waffel-Buden. Am Abend, wenn die Tagestouristen die Stadt verlassen haben, erwachen die Kneipen zum Leben, an den Tischen riecht es nach süßem Bier und die Geräusche des Tages weichen ausgelassenen Gesprächen, Straßenmusik und Gläserklirren.

Übernachtung: Im Gegensatz zu Gent haben wir bei Brügge einen wirklich tollen Stellplatz in einer malerischen Allee neben Feldern direkt an einem Kanal gefunden. [Damme, Breitengrad 51.2644 Längengrad: 3.29776; N 51° 15’51.84 E 3° 17‘51.93]


(Reise)Literatur-Empfehlungen*

Trotz aller Reiseblogs bin ich immer noch ein großer Fan von Reiseführern, einfach, weil man mit ihnen unterwegs alle Infos immer praktisch beisammen hat. Und die passende Literatur zum Reiseziel darf natürlich auch nicht fehlen! 😉


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