Schon lang habe ich keinen so spektakulären Sonnenaufgang mehr gesehen wie den am Gipfel des Kosiak! Karawanken, Triglav und Rosental lagen in leuchtend rotem Licht, als hätten die Berge Feuer gefangen! In diesem Beitrag findest Du also nicht nur wie gewohnt alle Infos zur Hüttentour zum Nachwandern, sondern auch jede Menge Bilder, wie man sie so wirklich nur mit viel Wetterglück bekommt. Und wer weiß, wie der Sonnenaufgang erst aussieht, wenn Du vielleicht selbst auf dem Kosiak stehst und eingemummelt mit der Thermosflasche in der Hand wartest, dass der Tag seinen Anfang nimmt…

Die Karawanken: Ein kleiner Überblick

Genau dort, wo Österreich auf den nordwestlichsten Teil Sloweniens trifft, ragen schroff und imposant die Karawanken in die Höhe. Ihr höchster Gipfel: Der 2237 Meter hohe Hochstuhl / Veliki Stol. Beliebt für Wanderungen sind außerdem die Gipfel von Mittags- und Rosenkogel, Kosiak, Wertatscha und Koschuta.

Orte auf österreichischer Seite der Karawanken:

  • St. Jakob im Rosental
  • Feistritz im Rosental
  • Ferlach 
  • Velden am Wörthersee

Orte auf slowenischer Seite der Karawanken:

Anders als viele andere Wanderregionen der Alpen, sind die Karawanken nur wenig begangen, sodass man hier zwischen den Bergen noch echte Abgeschiedenheit finden kann. Während die Südhänge meist sanft abfallen und von endlosen Wiesen bewachsen sind, findest Du in entgegengesetzter Richtung steil abbrechende Felswände, abenteuerliche, ausgesetzte Pfade und große Geröllfelder. Einer der besten Ausgangspunkte für Gipfeltouren (zum Beispiel zur Bielschitza, Stol, Wertatscha und Kosiak) ist die Klagenfurter Hütte.

Das intensivste Karawanken-Erlebnis bekommst Du jedoch mit dem Panoramaweg Südalpen. Etwa 170 km folgt er zunächst immerzu der östereichisch-slowenischen Grenze, ohne dabei zu oft wieder ins Tal abzusteigen. Erst bei Lavamünd wendet er sich nach Norden und verlässt die Karawanken für die übrigen 120 km. Der schönste Abschnitt dürfte sich zwischen Latschach und Ferlach befinden.

Ankommen in der Region Wörthersee-Rosental

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Mit meiner langen Anreise aus Chemnitz war klar, dass ich eine Übernachtung vor der Wanderung brauchen würde. Nur 20 Minuten vom Wanderparkplatz entfernt liegt nahe dem Ort St. Jakob im Rosental glücklicherweise der kleine Gasthof “Die Hauswirtschaft”, wobei das Wort “Gasthof” viel zu nostalgisch klingt, um damit das eigentlich ziemlich moderne Haus zu beschreiben. Darin sollte ich nicht nur ein hübsches Zimmer bekommen, sondern auch ein unerwartet volles Restaurant vorfinden. Zurecht, wie ich später erfahre, denn das Essen ist wirklich ausgesprochen gut! Die beiden Kaspressknödel mit Sauerrahm und Salat liegen jedenfalls nicht lang auf meinem Teller… Die kuschelweiche Bettdecke und der Blick aus dem Fenster hinaus über die Pferdekoppel komplettieren mir später meine buchstäbliche Comfort Zone.

Was ich sagen will: “Die Hauswirtschaft” eignet sich wunderbar als Ausgangspunkt für Wanderungen von österreichischer Seite in den Karawanken!

Die Hüttentour zum vielleicht spektakulärsten Sonnenaufgang in den Karawanken

Länge: 15,6 km | 1.365 hm + | 1.365 hm - | Start: Wanderparkplatz Stouhüttel | Gehzeit Tag 1: 5 Std. | Gehzeit Tag 2: 4.30 Std. | Tour bei komoot

Tag 1: Zur Bielschitza und der Klagenfurter Hütte

Als ich morgens im Bärental aufbreche, kann ich schon den Herbst zwischen den Bäumen spüren. Kalte Schatten greifen nach meinen nackten Beinen und treiben mich an, mich auf dem Forstweg zügig warm zu laufen. So dauert es nicht lang, bis ich nach 3 km an der Johannesruhe vor dem Hochstuhl stehe, wie er wie eine Wand senkrecht in den Himmel ragt. Die folgenden Serpentinen, die die Forststraße ab hier beschreiben, lassen sich glücklicherweise durch kleine Pfade abkürzen… Die kleinen Kraxeleien machen nicht nur viel mehr Spaß, sondern sorgen auch dafür, dass ich bereits gegen Mittag die Klagenfurter Hütte erreiche. Hinter ihr: Der schroffe Gipfel der Bielschitza, mein heutiges Ziel. 

So verlockend es auch ist, auf eine kleine Jause zu bleiben, so sehr zieht es mich auf den Berg! Bereits von der Hütte lässt sich der Weg zum Bielschitzsattel erkennen, wie er wie ein helles Band am Hang hinauf ins Geröll führt. Doch es gibt noch einen ganz anderen Grund als die Aussichten selbst, weshalb ich es nicht erwarten kann, endlich nach oben zu kommen... Dort oben, im Sattel, würde ich endlich wieder in Slowenien stehen, dem so vermissten Zuhause, der Wahlheimat, dem schönsten Fleckchen Erde, das ich kenne. Und obwohl der Abstecher nur ein kurzer ist (die Bielschitza selbst liegt auf österreichischer Seite), sind mir die Gipfel, die ich von dort oben sehen kann so vertraut, als wäre ich nie weg gewesen.

Spätestens jetzt, in der prallen Sonne und mitten in Fels und Geröll, ist mir nicht mehr kalt. Im Gegenteil: Mehrere steile, seilversicherte Stellen bringen mich ordentlich ins Schwitzen, wobei ich beim letzten Anstieg zwischen Sattel und Gipfel mehrfach auch die Hände brauche, um mich an den Zweigen der Latschen und den Felskanten hochzuziehen! Am Gipfel, auf 1958 m Höhe, bin ich aber endlich so hoch, dass ich über den Hochstuhl hinweg den markanten dreizackigen Gipfel des Triglav sehen kann!

Die Klagenfurter Hütte

Im Schatten der Wertatscha geht’s mit der ein oder anderen Gams-Sichtung über Geröllfelder zurück zur Klagenfurter Hütte - genau zur richtigen Zeit, um zuzusehen, wie die Sonne hinter dem Weinasch untergeht und die grünen Wiesen rund um die Hütte in grün-goldenes Licht taucht. 

Anders als in den meisten Hütten gibt es auf der Klagenfurter keine Matratzenlager, dafür 6 einfache, aber gemütliche Zimmer. Ein weiterer Komfort-Bonus sind die warmen Duschen, das metaphorische Sahnehäubchen das leckere Essen. Lass Dir jedenfalls unter gar keinen Umständen das Tiramisu von Hüttenchef Zaha Mesic entgegen!

Tipp: Die Klagenfurter Hütte ist eine Alpenvereinshütte. Mit einer Mitgliedschaft im deutschen oder österreichischen Alpenverein sind Übernachtung und Essen etwas günstiger.

Tag 2: Sonnenaufgang auf dem Kosiak

Glücklicherweise liegt der Gipfel des Kosiak gerade einmal 300 Höhenmeter über der Klagenfurter Hütte und bringt im Zustieg im Gegensatz zur Bielschitza auch keine ausgesetzten Stellen mit sich, sodass er sich ganz hervorragend für eine Sonnenaufgangs-Tour eignet. Als ich 5.30 Uhr los lief, waren Mond und Sterne so hell, dass ich nicht einmal die Lampe brauchte, zumal der Weg aus hellem Kalkgestein zwischen all dem Grün ohnehin besonders gut zu sehen ist. 

Ganz anders als beim gestrigen Aufstieg zur Bielschitza, wandert man auf dem Kosiak immerzu auf einem grünen Hang, das Gras so weich und die Hügel so sanft, dass man fast übersehen könnte, wie steil das Gelände eigentlich ist. 

Doch so schnell der Aufstieg beginnt, so schnell ist er auch wieder vorbei. Eine Stunde später stehe ich bereits am Gipfelkreuz, gerade rechtzeitig, um zuzusehen, wie von einer auf die andere Sekunde die Sonnenstrahlen hinter den Bergen auftauchen. Und was für ein Spektakel das war! Zur einen Seite ein dichtes Nebelmeer über der Drau, zur anderen Berge so leuchtend rot und orange, als würden sie in Flammen stehen und hinter mir, im rosafarbenen Licht, die Gipfel des Triglav Nationalparks. 

Genau diese Momente sind es, für die ich immer wieder in die Berge komme: Wenn die Welt für einen Moment aufhört, sich zu drehen, weil nichts bedeutender ist als das, was man in diesem Moment sieht. Das Licht, die Farben, weit über der Realität, die irgendwo, unsichtbar dort unten weiter existiert, während hier oben am Berg die echten Wunder geschehen.

Tipps für die Hüttentour mit Hund

Die gute Nachricht zuerst: Du darfst deinen Hund mit auf die Klagenfurter Hütte bringen. Der Pächter hat selbst einen kleinen Terrier, sodass es sogar Hundedecken gibt, die Du gern leihen kannst. 

Nun die “schlechte”: Für die Wanderung auf die Bielschitza, müssen dein Hund und Du wirklich ein gutes Team sein und er sollte wenigstens so groß wie ein Jack Russel sein, damit er die Felsstufen und ausgesetzten Stellen selbstständig überwinden kann. Außerdem sollte dein Hund auch ohne Leine laufen können (mit Timber wegen seines Jagdtriebs immer schwierig), weil der Weg an mehreren Stellen so ausgesetzt ist, dass es wirklich gefährlich wird, wenn ihr durch eine Leine verbunden wärt. Eine hochwertige Bungeeleine* kann jedoch ein guter Kompromiss sein. Sind diese Voraussetzungen aber erfüllt, kannst Du mit deinem Hund eine großartige Zeit haben!

Die Wanderung von der Klagenfurter Hütte zum Kosiak ist unkompliziert mit Hund. 

Wichtig: Vergiss nicht, genügend Wasser für deinen Hund einzupacken und ggf. etwas wärmendes für die Nacht, da die Zimmer natürlich alle unbeheizt sind.

Und sonst so in der Region Wörthersee-Rosental

In der Region Wörthersee-Rosental gibt es unglaublich viel zu sehen und zu erleben! Wenn ich noch ein bisschen mehr Zeit gehabt hätte,

  • hätte ich eine Wanderung über die Märchenwiese zum Meerauge unternommen,
  • die Tscheppachschlucht erkundet
  • wäre mit dem SUP durch den Schilf-Mäander des Faaker Sees gepaddelt
  • und bestimmt auch für einen Kaiserschmarrn auf die Feistritzer Alm mit ihren Pferdeherden gelaufen.

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