Türkisblaues funkelndes Wasser und versteckte Badebuchten, heiße Sommernächte, das Zelt ganz dicht am Wasser… Die Wanderung entlang der Soca war der schönste Teil meines Alpe Adria Trails und eine einzigartige Erfahrung, die ich hüte und beschütze, wie einen kleiner Schatz. Tatsächlich war diese Wanderung sogar der Grund, weshalb ich später zwei Jahre lang in Slowenien gelebt und eigens ein Reisehandbuch mit Reisedepeschen veröffentlicht habe. Was ich damit sagen will: Mach dich darauf gefasst, dass du hier, im Soca Tal, vielleicht dein Herz verlierst!

In diesem Beitrag findest Du eine Beschreibung der sechs Etappen, einschließlich komoot-Links und GPS-Dateien, Tipps zur Übernachtung und Hinweise, was Du unterwegs auf keinen Fall verpassen solltest. Darüber hinaus verrate ich dir, wie du die Route mit etwas mehr Zeit adaptieren kannst. Denn glaub mir: Im Soca Tal gibt es noch tausend andere Orte, die es wert sind, sich den ein oder anderen Extratag Urlaub zu nehmen!

Mehr als "nur" der Alpe Adria Trail: Meine optimierte Wanderroute durchs Soca Tal

Wie bereits erwähnt, habe ich diese 6-tägige Wanderung damals als Teil des Alpe Adria Trails kennengelernt und mich damals auch strikt an dessen Wegführung gehalten. Inzwischen habe ich aber mehr als zwei Jahre in Slowenien gelebt und das Tal in dieser Zeit bei unzähligen Touren noch sehr viel besser kennengelernt. Deshalb habe ich die Route mittlerweile angepasst und um viele kleine Abstecher ergänzt. Damit die Etappen dadurch aber nicht zu lang werden und auch genügend Zeit für die (Natur)-Sehenswürdigkeiten am Weg bleibt, weichen nun auch die Etappenziele vom ursprünglichen Etappenplan des Alpe Adria Trail ab.

Was ich hier also in diesem Beitrag teile ist – Bescheidenheit beiseite – die mit Abstand beste Route, die du meiner Meinung nach finden wirst, wenn du die Soca kennenlernen möchtest. Trotzdem gibt es noch weit mehr zauberhafte Orte links und rechts der Route, für die es sich lohnt, noch einige Tage mehr einzuplanen, um von den Etappenzielen aus Ausflüge unternehmen zu können. Einige dieser Orte verrate ich dir gleich hier bei den jeweiligen Etappenbeschreibung, noch mehr findest du in meinem Buch über Slowenien.

  • Etappe 1: Kranjska Gora - Trenta
  • Etappe 2: Trenta - Bovec
  • Etappe 3: Bovec - Kamp Trnovo
  • Etappe 4: Kamp Trnovo - Kobarid
  • Pause: Badetage am Fluss Nadiza
  • Etappe 5: Kobarid - Koca Na Planini Kuhinja
  • Etappe 6: Koca Na Planini Kuhinja - Tolmin

In meinem komoot-Profil findest du alle sechs Etappen inklusive der Tour zum Fluss Nadiza.

Was du zum Wandern im Soca Tal wissen musst: Die wichtigsten Informationen im Überblick

Übernachtung mit Zelt

Entlang der gesamten Strecke findest du jede Menge Zeltplätze, aber auch Pensionen und Hotels bzw. endet Etappe 5 an einer Berghütte. Weil ich es einfach liebe, draußen zu schlafen und ich durch das Zelt deutlich flexibler bin, habe ich auch die Etappen entsprechend so gewählt, dass sie immer an einem Ort enden, an dem man legal zelten kann. Die Betonung liegt dabei auf “legal”: Die gesamte Wanderung verläuft durch Nationalparkgebiet, sodass Wildcampen strikt untersagt ist und auch mit hohen Strafen belegt wird. Aber auch unabhängig davon möchte ich dich bitten, dein Zelt nur auf Campsites zu pitchen. Slowenien ist ein kleines Land, gerade mal so groß wie Sachsen-Anhalt und erfreut sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit als Reiseziel. Damit die sensiblen alpinen Ökosysteme nicht unter Druck geraten, ist es wichtig, auf den Wegen zu bleiben und die Ruhezone der Tiere nicht durch Wildcamping zu stören. 

Beschilderung

Keine Angst vor unzureichender Beschilderung! Da der Weg die meiste Zeit entlang des Alpe Adria Trails verläuft und dieser bestens markiert ist, musst du dir keine Sorgen machen, dich zu verlaufen. Allerdings habe ich die Route an vielen Stellen optimiert und kleine Abstecher eingebaut. Um diese Orte nicht zu verpassen und natürlich im Sinne der allgemeinen Sicherheit, empfehle ich dir dringend die Nutzung von meinen komoot-Touren. Natürlich kannst du die GPS-Dateien auch downloaden und in deine bevorzugte Navigations-App importieren. Wichtig ist nur, dass du die Touren für die Offline-Nutzung speicherst, damit du auch dann noch den Weg findest, wenn du keinen Empfang mehr hast. KartenliebhaberInnen finden bei Kompass mit der Karte 2804 das passende Material.

Wasserversorgung

Da alle Etappen an der Soca entlang führen, ist die Wasserversorgung unproblematisch.  Lediglich die Etappen 5 und 6 von Kobarid zur Koca Na Planini Kuhinja und weiter nach Tolmin verlaufen in den Bergen oberhalb des Flusses, sodass du hier größere Vorräte brauchst. Bedenke aber: Auch wenn das Wasser der Soca klar, eiskalt und erfrischend ist, verläuft der Fluss auf seiner gesamten Länge durch bewohntes und teilweise landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Du solltest also in jedem Fall eine Filterflasche wie die Katadyn BeFree* nutzen oder das Wasser mit Micropur Forte* reinigen. Mehr zum Thema Trinkwasseraufbereitung liest du in meinem separaten Artikel. 

Verkehrsmittel & Rück- und Weiterreise

Das gesamte Tal inklusive Kranjska Gora ist – zumindest während der Sommermonate – durch ein engmaschiges Netz an Wanderbussen verknüpft. Aber auch außerhalb der Saison kann man sich zwischen den größeren Orte – Tolmin, Kobarid, Bovec – mit dem Bus fortbewegen. Lediglich Trenta und der Vrsic Pass werden in der Off-Season nicht durch den Nahverkehr angefahren.  Will man dann bspw. nach Kranjska Gora zurück funktioniert das über eine Busverbindung durch den italienischen Ort Tarvisio bzw. über eine Verbindung über Bohinj. 

Wenn du am Ende der Wanderung jedoch nicht zurück, sondern weiterreisen möchte, ist der Bahnhof ist Most na Soci dein Anlaufpunkt, wobei zwischen Most na Soci und Tolmin das ganze Jahr über Busse verkehren. Alles easy also. 

Unabhängig von Nahverkehr ist aber auch das Trampen ist völlig unproblematisch. Durchs Soca Tal verläuft nur eine einzige Straße, die sowohl von Locals als auch von UrlauberInnen stark frequentiert wird. In den vielen Monaten, die ich in dem Tal verbracht habe, habe ich kein einziges Mal einen Bus genommen.

Etappe 1: Von Kranjska Gora nach Trenta

Länge: 23 km | Höhenmeter: 870+ / 990- | Übernachtung: Kamp Trenta oder Camp Triglav | zur komoot-Tour

Es hat Vor- und Nachteile, wenn die schwerste Etappe gleich die erste ist. Einerseits ist man noch frisch und ausgeruht und irgendwie ist es auch ganz motivierend zu wissen, dass alles, was folgt, nur leichter ist. Andererseits ist am ersten Tag, wenn man mit dem Zelt unterwegs ist, natürlich auch der Rucksack noch am schwersten. Anyway: Obwohl die Überquerung des Vrsic-Pass so anstrengend ist, hätte ich keine Sekunde dieses Tages missen wollen, so lang ist die Liste der bezaubernden Orte entlang des Wegs: Sei es der märchenhafte Uferweg entlang der Pisnica, die glatte Oberfläche des Jasna-Sees, in dem sich die Gipfel spiegeln, der Blick, der mit jeder Kehre spektakulärer wird, die Berghütten, die wie gemalt zwischen den alten Lärchenbäumen stehen und auf eine kalte Limo einladen oder schließlich der Moment, da man das erste Mal das türkisblaue Band der Soca erblickt… 

Es lohnt sich in jedem Fall, den Tag so zeitig wie irgend möglich zu beginnen, um genug Zeit für all die schönen Orte zu haben, ganz besonders für den Abstecher zur Quelle der Soca, die Mlinarica Schlucht und eine Pause im Alpengarten Alpinum Juliana. Auf diese Weise wird die Anstrengung auch deutlich erträglicher, zumal – einmal am Kamp Trenta angekommen – es ohnehin nicht mehr und nicht weniger zu erleben gibt, als auf den Fluss zu schauen. Entsprechend kann man sich bedenkenlos den gesamten Tag Zeit nehmen.

Highlights am Weg von Anfang bis Ende: 

  • Uferweg entlang der Pisnica
  • Jasna-See
  • ein zweites Frühstück am Tonkina koca na Vrsicu (die Struklji sind einfach göttlich, aber unbedingt Öffnungszeiten checken)
  • Vrsic Pass mit Blick ins Soca-Tal
  • Soca-Quelle
  • Mlinarica Schlucht und Wasserfälle
  • Alpengarten Alpinum Juliana

Etappe 2: Von Trenta bis fast nach Bovec

Länge: 20,5 km | Höhenmeter:  80+ / 360- | Übernachtung: In Bovec gibt es mehrere Campingplätze. Der mMn schönste ist Camp Vodenca und liegt etwas oberhalb von Camp Toni (direkt am Wanderweg) | zur komoot-Tour

Spoiler: Diese Etappe ist meiner Meinung nach nicht nur die schönste dieser 7-tägigen Wanderung, sondern auch die schönste des ganzen Alpe Adria Trails… und ganz nebenbei führt sie auch noch durch das Gebiet, das ich mein “wahres Zuhause” nenne. Auf diesen 20 Kilometern jagt wirklich ein Highlight das nächste in Form von Badebuchten und tiefen Schluchten, in denen der Fluss ein unvergleichliches tiefes Türkisblau annimmt, Naturpools, märchenhafte, bemooste Wälder und malerischen Hängebrücken, die den Blick auf die massiven Gipfel des Nationalparks freigeben. 

Wer genau hinsieht, wird mit etwas Glück auch die endemische Soca-Forelle mit ihrem unverkennbaren olivgrünen Marmormuster im Wasser funkeln sehen. Die größten unter ihnen werden bis zu 1,30 Meter lang! Lange Zeit war sie, weil sie sich mit den später eingesetzten Bachforellen paarte, vom Aussterben bedroht, jedoch konnte sie durch Schutzmaßnahmen gerettet werden. Inzwischen haben sich die Bestände so weit erholt, dass sie auch wieder geangelt werden darf. Eine der besten Gelegenheiten, um die Forelle zu probieren, liegt zufälligerweise genau am Weg: Das Restaurant Pristava Lepena, minimal oberhalb der großen Soca-Tröge und definitiv den Abstecher wert – auch dann, wenn man sich vegetarisch ernährt.

Achtung: Die Etappe endet nicht unmittelbar in Bovec, sondern etwa 2 Kilometer zuvor am Campingplatz.

Highlights am Weg: 

  • Kleine Soca-Tröge
  • Große Soca-Tröge
  • Restaurant Pristava Lepena
  • und/oder zum Abendessen zur Gostilna Sovdat spazieren (+ 2 x 2 km für Hin- und Rückweg)

Adaption: + 1 Tag

Das Gebiet rund um die Großen Soca Tröge ist ein Ort wie aus einem Bilderbuch! Was viele nicht wissen: Nur wenige Kilometer von ihnen entfernt liegt auch der “Sunikov vodni gaj”, eine ganze Ansammlung von Wasserfällen inmitten eines grün bemoosten Zauberwaldes. Leider ist der Weg dorthin aber zu lang, um ihn auch noch in der Etappe von Trenta nach Bovec unterzubringen. Wer mehr Zeit hat, könnte jedoch im Kamp Klin, dem hübschen Campingplatz unmittelbar an den Großen Soca Trögen übernachten. In diesem Fall bliebe genug Zeit für den zusätzlichen Abstecher. Die folgende Etappe nach Bovec, die nun deutlich kürzer ist, lässt Zeit für ein Rafting-Abenteuer, eine Schnorchel- oder Canyoningtour oder einen Kajak-Schnupperkurs mit Abyss Adventures ab den Großen Soca Trögen (große Empfehlung!) oder auch für einen Abstecher zu den Kanin-Bergbahnen unmittelbar hinter Bovec. Vom Stadtzentrum bringt dich ein Bus in 7 Minuten zur Talstation.

Etappe 3: Von Bovec zum Kamp Trnovo

Länge: 19,1 km | Höhenmeter: 290+ / 400- | Übernachtung: Kamp Trnovo | zur komoot-Tour

Würde man sich nach der offiziellen Etappenplanung des Alpe Adria Trails richten, würde dich dieser Tag nach Dreznica bringen – allerdings würdest du dabei nicht nur die drei vielleicht schönsten und spektakulärsten Wasserfälle verpassen und an Kobarid, seinen Sehenswürdigkeiten und tollen Restaurants vorbeirennen, sondern hättest am Ende des Tages noch nicht einmal einen Platz, an dem du dein Zelt aufstellen könntest. 

Also machen wir das ganze doch einfach ein bisschen langsamer und dafür schöner: Zunächst führt dich meine Route durchs Herz von Bovec und damit vorbei an der Bäckerei, an der man sich mit Leckereien für den Tag eindecken kann.

Weiter geht’s direkt zum Slap Virje – einer breiten Felswand, an der hunderte und tausende Miniwasserfälle hinunterregnen und sich in ein türkisblaues Wasserbecken ergießen. Um Enttäuschungen zu vermeiden: So zauberhaft ist Slap Virje nur, wenn es die letzten zwei bis drei Tage nicht geregnet hat, andernfalls ist das Wasser trüb braun. Aber ärgere dich nicht, falls du schlechtes Wetter hast, denn der nächste Wasserfall, Slap Boka, wird bei Regen dafür umso spektakulärer, wenn sich hier die Wassermassen in zwei Stufen erst 106 und gleich danach 30 weitere Meter über die Bergflanke ergießen. Dabei ist es auch absolut empfehlenswert zur Aussichtsplattform zu laufen - der Blick ist sehr viel aufregender, als wenn du bloß von der Straße schaust.

Anschließend wandert man wie gewohnt am Fluss entlang, der nun inzwischen jede Menge Wasser gesammelt hat und längst nicht mehr der kleine Wildbach ist, der er einmal war, sondern ein mächtiges Band in hellem Blau statt seinem ursprünglich Smaragdgrün. Kamp Trnovo markiert nach 19 km das – von seiner Lage unmittelbar am Fluss einmal abgesehen – unspektakuläre Ende der Etappe.

Highlights am Weg: 

  • so ziemlich jedes Gebäckstück in der Pekarna Bovec
  • Slap Virje
  • Slap Boka

Noch mehr tipps & touren für deinen slowenien urlaub?

Reisehandbuch Slowenien

Geheimtipps von Freunden

Dieser Beitrag ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was Dich in meinem Reisehandbuch zu Slowenien aus dem Hause Reisedepeschen erwartet: Geheimtipps zu allen Regionen, ein 10-seitiges Special zu Ljubljana, GPS Dateien zu allen Wanderungen, viele tolle Bilder, Übersichtskarten, Roadtrip-Routen, alle Infos für die Triglav-Besteigung und vieles mehr.

jetzt bestellen*

Etappe 4: Vom Kamp Trnovo nach Kobarid

Länge: 12,0 km | Höhenmeter: 270+ / 310- | Übernachtung: Kamp Rut | zur komoot-Tour

Nicht auszudenken, was man verpassen würde, wenn man direkt nach Dreznica und nicht nach Kobarid laufen würde! Also der Reihe nach: Zunächst wäre da der 15 Meter hohe Wasserfall Kozjak, tief verborgen in einer Höhle am Ende eines wild bemoosten Flussbettes – für mich der schönste unter allen, die sich im Soca-Tal finden lassen. 

Von dort führt der Weg durch den Zauberwald geradewegs über die ikonische Napoleonbrücke nach Kobarid. Kobarid selbst erzählt an mehreren Orten die schaurigen und gleichsam so fesselnden Geschichten des Ersten Weltkriegs: Angefangen im weithin bekannten Museum zur Isonzofront, kann man dem historischen Lehrpfad zu zahlreichen historischen Denkmälern folgen, die an die verlustreichen Kämpfe zwischen dem Königreich Italien, Österreich-Ungarn und dem Deutschen Kaiserreich erinnern. Das vielleicht imposanteste Denkmal am Weg: Das italienische Beinhaus. In Form eines Achtecks und drei konzentrischen Kreisen erbaut, steht oben auf der schmalsten der drei Ebenen die Kirche des Heiligen Anton. 

Darüber hinaus hat Kobarid auch kulinarisch einiges zu bieten: Hiša Franko ist das einzige Restaurant Sloweniens, das mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet ist. Und ich schwöre: Ein Essen von Ana Roš ist es definitiv wert, ein zusätzliches Outfit eigens für diese Gelegenheit per Post nach Kobarid zu schicken. Andernfalls ist man aber auch im Restaurant ihres Ex-Mannes, im Hiša Polonka, gut aufgehoben. Mit seinen Wurzeln in der Sternegastronomie hat Valter Kramar seine hohen Ansprüche natürlich nie abgeschüttelt, jedoch ist die Atmosphäre hier deutlich entspannter und auch die Preise sind natürlich deutlich moderater. Tipp: Unbedingt seinen berühmten Tolminc-Käse probieren. 

Übernachten lässt es sich am besten am Kamp Rut, etwa 1,5 km vor der Stadt. Hinter Wiesen und Bäumen versteckt liegt die kleine, familiäre Anlage mit ihren natürlichen, terassenartigen Zeltplätzen im angrenzenden Wäldchen.

Highlights am Weg:

Pausen- und Badetag am Fluss Nadiza

Länge: 13,3 km | Höhenmeter: 110+/- | Übernachtung: Kamp Rut | zur komoot-Tour

Ich gebe zu: Obwohl ich doch wirklich einige Übung im Eisbaden habe, ist selbst mir die Soca manchmal einfach zu kalt. Deshalb war ich damals sehr erfreut, als mir der Campingplatzbesitzer vom Fluss Nadiza erzählt hat, deren Gumpen im Sommer gern mal über 20°C warm werden. Am besten erreicht man sie von Kobarid aus mit dem Rad (zu leihen bspw. in Kobarid bei Positive Sport oder eben bei einer etwa 6 km langen Wanderung vom Kamp Rut. Vom Parkplatz am Kiosk “Bife Z’Der Klemen Plesničar” folgt man dem Radweg weiter flussaufwärts, wobei man mit jedem Meter weniger Menschen antreffen wird. Um zu den Gumpen zu gelangen, muss man lediglich die Augen nach Durchgängen im Gebüsch offen halten, wobei jeder zu einer anderen paradiesischen Badestelle führt.

Auch später bin ich noch oft mit FreundInnen an die Nadiza gekommen und wann immer ich hier war, habe ich den schönsten Tag meines Lebens gelebt.

Etappe 5: Von Kobarid hinauf zur Koca Na Planini Kuhinja

Länge: 14,7 km | Höhenmeter: 1000+ / 240- | Übernachtung: Koca Na Planini Kuhinja | zur komoot-Tour

Nun ist es Zeit, die Soca zumindest zeitweise zu verlassen. Doch keine Sorge, die Trennung lohnt sich – zum einen wegen des ausgesprochen hübschen Bergdorfes Dreznica, zum anderen auch wegen des Etappenziels selbst. Hast du nämlich erst einmal die vielen Höhenmeter, die dich hinter Dreznica durch den Wald immerzu hinauf führen, hinter dich gebracht, erwartet dich eine idyllische Hochebene mit saftig grünen Wiesen und umgeben von bewaldeten Berghängen und schroffen Gipfeln. Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch! Hier oben gibt es nicht mehr und nicht weniger zu sehen und zu tun, als dieses Panorama aufzusaugen – am besten mit einem Stück Käse von der benachbarten Planina Kasina. Das Brot dazu gibt’s auf nette Nachfrage in der Koca Na Planini Kuhinja. 

Überhaupt sind die Besitzer der Hütte unglaublich nett: Weil ich lieber draußen schlafen wollte als drinnen im Bettenlager, durfte ich mein Zelt auf der Wiese vor dem Haus aufstellen. Auf diese Weise wurde der Abend an der Hütte zu einem der schönsten meiner Wanderung. Noch lange habe ich nach dem gemeinsamen Abendessen mit den anderen WanderInnen auf der Terrasse gesessen, Bier getrunken und später aus dem Zelt heraus, dabei zugesehen, wie hier oben, wo kein Licht weit und breit stört, die Sterne am Himmel aufgingen.

Etappe 6: Koca Na Planini Kuhinja - Tolmin

Länge: 20,9 km | Höhenmeter: 170+ / 990- | Übernachtung: Camp Gabrje (Das Camp bietet einen Shuttleservice zum Busbahnhof in Tolmin und zum Bahnhof in Most na Soci an) | zur komoot-Tour

Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich diese Etappe das erste Mal gegangen bin. Es war der letzte Tag meines Alpe Adria Trails, nachdem ich 500 Kilometer vom Großglockner durch Kärnten, über Italien und schließlich bis hierher gelaufen war. Ich habe fast den ganzen Weg hinab zur Soca geweint, weil ich mir nicht vorstellen konnte, in mein normales Leben zurückzukehren. Als ich das Camp Gabrje erreichte, war ich immernoch außerstande zu akzeptieren, dass es vorbei sein sollte. Deshalb habe ich damals – und so empfehle ich es auch wärmstens – mein Zelt aufgestellt und bin mit etwas leichterem Rucksack weiter gelaufen zu den Tolminer Klammen.

Mit zusätzlichen 10 Kilometern für Hin- und Rückweg vom Camp hatte ich so noch eine ganze Menge zu laufen und zu sehen, um das Ende aufzuschieben: Grob gehauene Steintreppen, Tunnel, Holzstege, Waldwege und Hängebrücken führen in der Klamm direkt neben oder weit über dem rauschenden Fluss entlang. Mal zwischen hohen Felswänden, mal im Wald kommt man so an spektakulären Felsformationen, türkisblauen Pools, Wasserfällen und Strudeln vorbei. 

Nur der würdige, kulinarische Abschluss, der muss leider noch warten, bis man zurück in Kranjska Gora oder an einem anderen Ort in Slowenien angekommen ist. Denn obwohl das gastronomische Niveau in Slowenien eigentlich herausragend ist, lässt es ausgerechnet in Tolmin etwas zu wünschen übrig. Mir persönlich hat das aber ehrlich gesagt nicht viel ausgemacht… Im Gegenteil: Irgendwie war das Soca-gekühlte Lasko am Flussufer zu meiner letzten Tüte Trekkingnahrung genau das richtige, um mein kleines, großes Abenteuer zu beenden.

Alternative & Adaption + 1 Tag

Alternativ könnte man den restlichen Tag auch an der paradiesischen Badestelle am Zusammenfluss von Soca und Tolminca verbringen oder einen Ausflug mit dem Bus nach Most na Soci machen – zum Beispiel, um eine Bootsfahrt zu unternehmen, eine SUP-Tour zu machen oder – wer sich traut – mit den Locals von der Brücke ins Wasser zu springen. Die Region gibt in jedem Fall genug her, um auch noch einen weiteren Tag dranzuhängen.

Dir hat der Beitrag geholfen?

SUPPORT YOUR VIRTUAL TRAVEL GUIDE

Dann lade mich doch gern auf die nächste Flasche Mate ein. Man kann schließlich nie genügend Energienachschub zum Schreiben im Kühlschrank haben! Du entscheidest selbst, wie viel Du spenden möchtest.

Mehr Inspiration für deine Reise nach Slowenien

sharing is caring. teile diesen artikel mit deinen travel-buddies

KOMMENTARE MEHR ANZEIGEN -
  1. Hi! Deine Berichte machen wirklich Lust auf mehr! Ich werde den Alpe Adria diesen Sommer in Angriff nehmen. Wie sieht es denn mit „Wild campen“ aus?

    Kann man das an der ein oder anderen schönen Stelle wagen oder sind dir Kontrolleure oder ähnliches aufgefallen? Bzw weisst du wie die Rechtslage in den jeweiligen Ländern ist?

    DANKE + Gruß
    Markus

    1. Hi Markus, freut mich, dass Dir die Beiträge gefallen! 🙂 Wildcampen und auch geplantes Biwakieren ist in Österreich und Slowenien verboten. Zelten in alpinem Ödland ist in Österreich von den Bundesländern geregelt. Ich hatte in den Bergen immer tolle Plätze im näheren Umkreis der Hütten, ohne, dass ich mich dort gestört gefühlt hätte. Gerade Kärnten setzt seine Gesetze sehr streng durch und es drohen Strafen bis 3600 Euro. In Slowenien bewegst Du dich auch größtenteils durch den Triglav Nationalpark, da sind die Gesetze auch (berechtigt!) entsprechend streng. Ich hoffe, die Infos helfen. Wenn Du Lust auf Wildcamping-Erlebnisse hast, schau doch mal nach Wegen in Schottland, Schweden oder den USA bzw. nach meinen Beiträgen zum South West Coast Path. Liebe Grüße, Magda

  2. Vielen Dank für diesen Beitrag! Mich würde sehr interessieren, wo du deine Ausrüstung gelassen hast, während du weitere Angebote wie das Canyoning in Anspruch genommen hast? Ich werde alleine wandern und hätte entsprechend Angst meine ganze Ausrüstung während solchen Aktivitäten im Camp unbeaufsichtigt zu lassen.

    1. Hi Irina, das hatte ich am Anfang auch, aber ich habe sehr schnell gelernt (lernen müssen?) zu vertrauen. Meine Wertsachen wie Portemonnaie, Kamera und Ausweis hatte ich natürlich immer dabei, den Rest habe ich am Camp gelassen und mir wurde nie etwas geklaut. Die Touranbieter haben dann meistens Schließfächer oder passen auf deine Wertsachen auf.

  3. Hey, eine Freundin und ich werden den Trail (unter anderen wegen deinem Blog) diesen Sommer laufen 🙂 wir haben uns nurnoch gefragt, ob man die Campingplätze schon im Vorhinein buchen muss oder ob man dort auch in der Hochsaison spontan aufkreuzen kann?
    Liebe Grüße!

    1. Hi Isabel, das ist ja mal ein tolles Kompliment! 🙂 Freut mich riesig, dass ich Euch dazu inspirieren konnte! Wenn man nur mit Zelt unterwegs ist, findet sich eigentlich immer noch eine Ecke. Versprechen kann ich das natürlich nicht, aber ich bin optimistisch. Ganz viel Spaß bei Eurer Tour!

    1. Hi Claudia, das kommt natürlich sehr darauf an, wie Du Bike fährst. Die Trails sind mitunter wirklich extrem schmal und steinig. Es gibt auch eine Alpe Adria Radroute. Vielleicht passt die besser!? Viele Grüße, Magda

  4. Hi Magda, super Artikel. Würden die 8 Etappen Ende September laufen. Zwei Fragen hätte ich : weißt du wie man von tolmin aus mit den Öffis zurück nach kranjska gora kommt? Und haben Ende September noch die campingplätze offen?

    1. Hi Tina, freut mich ganz sehr, dass Dir der Beitrag gefällt! Wie das mit den Campingplätzen aktuell ist, weiß ich leider nicht, aber von Tolmin aus gibt’s auf jeden Fall einen Bus. Evtl. musst Du in Kobarid oder Bovec umsteigen, aber das sollte kein Problem sein. Viele Grüße, Magda

  5. Hey Magda,
    das ist eine wirklich tolle Beschreibung. Wie hast du das denn mit der Verpflegung angestellt? Müsstest du welche für mehrere Tage mitnehmen? Oder gibt es die Möglichkeit bei jeder Etappe etwas einzukaufen?
    Danke und liebe Grüße!

    1. Hallo,

      vielleicht interessant für alle, die wie ich über den Eintrag stolpern und den Trail machen wollen.
      Ich bin von Tolmin mit dem Bus nach Most na Soci ZP (Bahnhof), dann von dort mit dem Zug nach Jesenice, und dort gleich am Bahnhof geht ein Bus nach Kranjska Gora. Diese Verbindung ist auch am Sonntag sehr gut machbar.

      Viele Grüße

      1. Hi Philipp, danke, dass Du das teilst! Das ist wirklich eine gute Verbindung und lässt sich tatsächlich easy machen. Liebe Grüße, Magda

    2. Hi Sarah, im Soca Tal war es mit der Verpflegung wirklich unkompliziert. Es gibt an wirklich jedem Etappenziel wenigstens einen kleinen Markt, wenn nicht einen Supermarkt und Restaurants. Lediglich für die Etappe zum Kamp Trnovo brauchst Du Verpflegung. Viele Grüße, Magda

  6. Hallo 🙂
    Danke für die tolle Beschreibung! In welchem Monat warst du denn unterwegs? Bzw. welche Jahreszeit würdest du empfehlen? Und ist der Trail in der Hauptsaison sehr überfüllt?

    Danke schon mal 🙂

    1. Hi Luzia, ich war damals in der absoluten Hauptsaison unterwegs (Sommer + Ferien) und habe das aber absolut nicht als störend empfunden, da das trotzdem im Soca Tal kein Vergleich ist zu anderen Urlaubsregionen in den Bergen wie bspw. das Allgäu, Garmisch, Tirol o.ä.. Wenn Du es lieber ruhig haben willst, kannst Du aber auch noch im September laufen. Dann ist es definitiv ruhiger und Du hast trotzdem angenehme spätsommerliche Temperaturen.

  7. Hey, vielen, vielen Dank für den spannenden Artikel, kann es kaum mehr abwarten, dort zu sein! Weißt Du, ob es in Kranjska Gora Parkplätz gibt, wo man sein Auto für einige Tage stehen lassen kann? Und ob das viel kostet? Vielen Dank und liebe Grüße 🙂

    1. Hi Hanna, freut mich sehr, dass Dir der Artikel gefällt 🙂 Ich weiß nur leider nicht, ob es Kransjka Gora solche Parkplätze gibt… Im Zweifelsfall einfach mal an den Hotels anfragen. Ich wünsch Dir eine tolle Reise und viele schöne Erlebnisse! Liebst, Magda

FÜGE EINEN KOMMENTAR HINZU

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert